Busnetz in der Gemeinde hat Vorrang

Simmerath stellt Förderung von Schnellbuslinien hinten an

Simmerath. Zu wenig Verbindungen, zu lange Fahrtzeit, zu unflexibel - das sind Faktoren warum viele Menschen im ländlichen Raum vom Busfahren absehen. Schnellbuslinien, die jetzt vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert werden, sollen den ÖPNV attraktiver machen.

Und die SB66 von Monschau sowie die SB63 von Simmerath Richtung Aachen wären solche Strecken, die für Berufspendler und Ausflügler zwischen Kaiserstadt und Eifel eine lohnenswerte Alternative zum Auto darstellen würden.

Die Stadt Monschau hat positive Signale gesendet, auch die Stadt Aachen will Fördergelder beantragen, die Gemeinde Roetgen hat den geplanten Verbesserungen unter Auflagen zugestimmt. Die Gemeinde Simmerath hingegen versieht ihr kommunales Busnetz mit Priorität eins.

»Gefördert werden lediglich Betriebskosten über 0,75 Euro pro Fahrplankilometer. Investitionen sind nicht förderfähig«, weiß Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Die Mehrbelastung durch mehr gefahrene Kilometer, die Investition in ein gefordertes Blindenleitsystem und die Aufwertung des Simmerather Bushofs in eine moderne Mobilstation würde jedoch mindestens 120.000 Euro kosten. Die Gemeinde Simmerath investiert bereits jetzt jährlich über 840.000 Euro in den allgemeinen ÖPNV.

SB 63 deckt aktuellen Bedarf

Die Schnellbusverbindung SB63 nach Simmerath wurde durch die Intensivierung im Dezember 2017 sehr aufgewertet. Eine größere Nachfrage nach einer noch besseren bzw. schnelleren Anbindung nach Aachen sei aktuell nicht gegeben. »Die Anbindung der einzelnen Ortschaften in der Gemeinde an den Bushof Simmerath muss nach verwaltungsseitiger Ansicht vorrangig verbessert werden«, so Hermanns. Im täglichen Stau auf der Monschauer Straße werde auch ein Express-Bus stehen.

Für ihn sind die Leistungen des Expressbusses wie WLAN, Klimatisierung  und zusätzliche Fahrten nach Aachen sicher wünchenswert. Nur hat für ihn derzeit die Anbindung der einzelnen Ortschaften an den Bushof Priorität vor dem Expressbus.

Nach dem Scheitern des Anruf-Linien-Eaxis soll die ASEAG ein Gesamtkonzept zur Verbesserung des ÖPNV-Angebotes erarbeiten. Bei diesem Konzept ist eine mögliche Einführung eines oder mehrerer NetLiner mit zu berücksichtigen.

Das Schnellbus-Förderprogramm laufe bis 2032 - ein Antrag für eine Schnellbuslinie könne also auch noch später beantragt werden.

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