Die A-Lizenz zum Fuballcoach

Kevin Breuer kann bis in die Frauen-Bundesliga trainieren

Strauch. »Coach werden wollte ich immer schon, auch wenn es früher losging als geplant.« Kevin Breuer ist 27 Jahre, steht bereits die sechste Saison am Rande des Fußballplatzes und hat nun auch die A-Lizenz in der Tasche.

 Kevin Breuer war eigentlich ein ganz normaler Nachwuchsfußballer, der mit Ehrgeiz und auch einer Portion Talent dem runden Leder nachjagte. Doch mit 16 Jahren zog sich der Straucher die erste schwere Verletzung zu - einen Kreuzbandriss. Fünf Jahre, zwei weitere Kreuzbandrisse und neun Operationen später hängte der mittlerweile in Schwarz-Gelb für den TV Konzen kickende Sportler seine Fußballschuhe an den berühmten Nagel.

Doch dieser Rückschlag bedeutete für den Studenten in Sport und Biologie keineswegs das Ende seiner fußballerischen Ambitionen. Kevin Breuer wechselte ganz einfach an den Spielfeldrand und übernahm zur Saison 2013/´14 das Traineramt des RSV Hertha Strauch. Mit Spaß, Teamgeist und Leidenschaft wollte er eine neu zusammengewürftelte Truppe mit Begeisterung auf den Platz schicken.

»Es war eine tolle Zeit und ich bin sehr dankbar, dass mir die Vereinsverantwortlichen damals ihr Vertrauen geschenkt haben.« Kevin Breuer brachte schließlich keinerlei Trainererfahrung mit. Doch schon bald trat der ambitionierte Coach den Lehrgang zur B-Lizenz an.

Herren-Regionalliga oder Bundesliga bei Frauen und Jugend

Drei Jahre blieb er seinem Heimatverein treu, dann wechselte er zur Reserve des Mittelrheinligisten SV Breinig. »Ich möchte ambitionierten und guten Fußball spielen. Daraus habe ich nie einen Hehl gemacht und die Kreisliga A war da der logische nächste Schritt für mich«, versichert Breuer.

Neben dem wöchentlichen Training und dem laufenden Spielbetrieb erwarb der Straucher die Elite-Jugend-Lizenz und nun nach dreiwöchigem Lehrgang die A-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes (offiziell: UEFA A Level). »Dieser Schein ermöglicht mir Senioren bis zur Regionalliga zu trainieren. Bei Frauen und Jugend stehen mir sogar bis zur Bundesliga alle Tore offen«, freut sich Breuer. Theoretisch zumindest, denn der Fußballsport sei nun mal sehr schnelllebig und vieles werde über »Vitamin B« entschieden.

»Ich möchte auf und neben dem Platz eine gute Arbeit abliefern. Da kommt mir das pädagogische Studium sicher entgegen mit professioneller Kritik und ehrlicher Menschlichkeit die Mannschaft zu führen«, erklärt Breuer. Er habe sich durch die Lehrgänge stetig weiterentwickelt und gelernt, die Fußballer auf ihrem Leistungsstand abzuholen.« Gerade bei einer zweiten Mannschaft sei das wichtig. Es gehe nicht immer um Punkte und Tabellenplatz, sondern darum, die Fußballer an die erste Mannschaft heranzuführen.

Drei Jahre Hertha Strauch, drei Jahre SV Breinig II... »Ich bin offen für alles, bleibe gerne noch eine Spielzeit in Breinig, kann mir aber auch eine neue Herausforderung vorstellen. Ich freue mich, professioneller trainieren zu können und taktische Elemente, die ich in den Lizenzen gelernt habe, auch umzusetzen«, versichert Breuer.

Fitnesscoach und Studium in Ernährungswissenschaften

Wohin es den 27-Jährigen, der ganz nebenbei Ernährungswissenschaften trainiert und Coach im Rollesbroich Gesundheitszentrum »Fit for life« ist, verschlägt, weiß er noch nicht. »Die nächsten Nachwuchsleistungszentren in Köln oder Mönchengladbach sind mit viel Fahrerei verbunden«, bedauert Breuer, der mit seiner Frau in Strauch ein Eigenheim errichtet hat. »Aber es gibt ein paar gute Klubs in der Region, bei denen ich mir ein Engagement vorstellen kann. Und die Entwicklung beim 1. FC Düren verfolge ich natürlich ganz genau...«

Der Fußballlehrer wäre theoretisch der nächste Sprung für Kevin Breuer. Doch für diese Ausbildung zum Profitrainer gibt es vom DFB jährlich nur 24 Plätze. Die Teilnahme kostet nach seinen Angaben 18.000 Euro. »Dieser Bereich ist ehemaligen Profifußballern vorbehalten«, weiß Kevin Breuer. Aber träumen darf man ja...

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