Franky fertigt Schuhe nach Maß

Simmerather lässt Schuhmacher-Handwerk aufleben

Simmerath. 34 Jahre ist es her, dass er in die familären Fußstapfen der »Schohmeischesch« von Simmerath getreten ist. Doch erst jetzt widmet sich Frank »Franky« Wilden voll und ganz dem ursprünglichen Schuhmacher-Handwerk.

»Ich will nochmal Schuhe fertigen, wie es meine Vorfahren getan haben.« Daher hat Franky Wilden das »Schuhatelier 1845« in Würselen-Broichweiden eingerichtet. »Ein Atelier ist etwas Gemütliches und meine Kunden sollen sich bei mir wohlfühlen«, erklärt der 51-Jährige. Die Jahreszahl ist das Jahr des Ursprungs der »Schomeischesch«, weil Peter Stollenwerk damals seine Tätigkeit als Schuhmacher  aufnahm.

1987 trat Franky Wilden mit einer Lehre im Simmerather Schuhhaus Hilgers in die Fußstapfen seiner Vorfahren. Heute ist er hauptberuflich als Orthopädie-Schuhmacher tätig. »Zuhause habe ich mir den Traum erfüllt, noch einmal Schuhe mit der Hand zu fertigen«, freut sich der dreifache Familienvater. Hochwertige Lederschuhe bietet Wilden seinen Kunden an - 30 bis 40 Stunden werkelt er an einem Paar herum. »Die Schuhe sind entweder rahmengenäht oder holzgenagelt«, erklärt der Schuhmacher. Dafür wird zuerst eine »Trittspur« des Fußes erstellt, daraus dann Leisten gefertigt. »Diese können die Kunden dann immer wieder verwenden«, versichert Wilden. Nun wird ein Probeschuh entwickelt, der vom Kunden getestet wird. »Erst, wenn er perfekt sitzt und es nirgends mehr zwickt, wird aus dem gewünschten Material, in der gewünschten Herstellungsweise und unterschiedlicher Qualitätsstufe der Schuh hergestellt«, so Wilden. Und es ist spannend bei diesem alten Handwerk zuzusehen. Hunderte kleine Arbeitschritte sind nötig, ehe ein Lederschuh, wie ihn die meisten Menschen nur noch als maschinell gefertigt kennen, fertig ist. Auch diese sollten anfangs nur stundenweise getragen werden, damit sich Fuß und Schuh aneinander gewöhnen können.

Werdegang eines Schuhs aus Handarbeit

»Natürlich kostet dieser Schuh einige hundert Euro, dafür überdauert er aber auch einen handelsüblichen Schuh über viele Jahre«, stellt Franky Wilden klar. Damen und Herren zählen zu seinen Kunden, Kinder weniger: »Die wachsen zu schnell aus den maßangefertigten  Schuhen heraus«, weiß er.
Online wird der WochenSpiegel Monschau schon bald den »Werdegang eines handgemachten Schuhs« begleiten.

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