Größte Solidaritätsbekundung der Region

Unterschriftenlisten für Radiologie an KVNO geschickt

Simmerath. »Der ländliche Raum wird immer wieder benachteiligt. Das können und wollen wir nicht hinnehmen.« Wie Margareta Ritter, so wehren sich 12.105 Menschen dagegen, dass Kassenpatienten die Radiologie in der Eifelklinik nicht nutzen können.

Zwei Jahre ist es her, dass die Artemed-Gruppe kräftig in ihre radiologische Abteilung investiert und ein MRT für die Eifelklinik angeschafft hat. Anfang des Jahres dann konnten neben Privatpatienten und Erkrankten, die stationär im Simmerather Krankenhaus aufgenommen wurden, auch gesetzlich Versicherte das Angebot einer wohnortnahen radiologischen Untersuchung nutzen. Doch die Freude währte nicht lange, denn Ende Februar legte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) Widerspruch ein.

Initiiert von Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns wurde öffentlich Protest gegen diese Entscheidung eingelegt und eine Unterschriftenaktion gestartet. 12.105 Menschen haben in knapp zwei Monaten gefordert: »Röntgen für ALLE in der Eifelklinik zulassen«. Die Listen wurden nun an den KVNO-Vorsitzenden Dr. Frank Bergmann gesandt. »Das ist die größte Solidaritätsbekundung in der Eifelregion«, versichert Hermanns. Viele Unternehmen hätten Listen ausgelegt, Vereine und die Kirche hätten sich engagiert, Privatleute seien von Tür zu Tür gegangen, um Unterschriften zu sammeln.

»Die Eifelklinik und ihre Patienten werden beschnitten, obwohl die Versorgung vorhanden ist«, kritisiert Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter. Eine Quersubventionierung sei notwendig, um defizitäre Abteilungen in der Eifelklinik erhalten zu können. Martin Krings appellierte für den Förderverein der Eifelklinik an die KVNO, zu bedenken, dass die Artemed-Gruppe eine unternehmerische Verantwortung habe und zusehen müsse, gut zu wirtschaften, um das Krankenhaus in seiner jetzigen Form zu erhalten. »Wenn die Radiologie nicht vollumfänglich ausgelastet werden kann, ist zu befürchten, dass sie geschlossen wird und auch stationäre Patienten zur Untersuchung nach Aachen gebracht werden müssen«, befürchtet Hermanns.

Ungleichheit von Privat und Kasse

Die KVNO hatte betont, dass genügend radiologische Praxen im Umkreis der Eifel zur Verfügung stünden. »Diese eindeutige asymmetrische Facharztverteilung zu Ungunsten der Eifel können und wollen wir nicht hinnehmen«, erklärt Hermanns in einem Schreiben, das den Unterschriftenlisten beigelegt wird.

Stefan Grießhaber, Allgemeiner Vertreter der Gemeinde Hürtgenwald, kritisierte die neuerliche Ungleichbehandlung zwischen Kassenpatienten und Privatversicherten. Und Dieter Weber stellte als Vertreter der Stadt Nideggen heraus, dass gerade Erkrankten jeder Kilometer zur Praxis weh tue.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.