Mit Teamwork gegen den Fachkräftemangel

In der Pflege war das schon in den 70ern ein Problem

Simmerath. Von einem »Dilemma der Krankenhäuser« wird 1971 in einem Artikel zum Thema der steigenden Pflegesätze gesprochen. Ein Thema das in Pandemie-Zeiten an Brisanz nicht zu übertreffen ist.

Auch in der Eifelklinik in Simmerath kennt man die Problematik rund um den Fachkräftemangel.
Klinikleiter Andreas Grbic weiß um die Probleme rund um die Abrechnungsgrundlage und  die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung.
»Die Abrechnung erfolgt für alle nach dem gleichen Prinzip und da ist es erstmal egal, ob der Patient 20 oder 40 Jahre alt ist ist; die Diagnostik steht im Zentrum«, erklärt Grbic. Nach der Pflegeuntergrenzenverordnung kommen 10 Patienten auf eine examinierte Pflegefachkraft und in der Nacht sogar 20 Patienten auf eine Pflegefachkraft. »Das ist viel zu wenig«, beklagt sich Birgit Pauly
Pauly ist die Pflegedienstleitung in der Eifelklinik und zuständig für das gesamte Pflegepersonal. »Selbstverständlich muss ein Krankenhaus auch die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten, aber man muss auch jedem Patienten gerecht werden können«, findet Pauly. In der Eifelklinik stellt sich die Situation aktuell glücklicherweise besser da, als im Bundesdurchschnitt. Denn die Eifelklinik hat eine 26% geringere pflegerische Belastung als der Durchschnitt in den Kreisen Aachen, Düren und Euskirchen. Geschäftsführer Andreas Grbic weiß um die Wichtigkeit der pflegerischen Versorgung in einem Krankenhaus: »Patienten spüren es, wenn das Personal genug Zeit hat und nicht von Patient zu Patient hetzen muss.«
Birgit Pauly ist froh, dass man es in der Eifelklinik noch schafft den Wünschen der Patienten nachzukommen, aber auch, dass das Pflegepersonal selber seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden kann. »Pflegen kann eben nicht jeder. Das ist ein Beruf den man mit viel Herzblut und Freude ausführen muss und daher ist es besonders wichtig, dass die Kollegen am Ende eines Tages mit dem Gefühl nach Hause gehen, das sie ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden konnten.«.
Die Gründe warum es in der Eifelklinik aktuell deutlich besser klappt, als in vielen anderen Kliniken, sehen Pauly und Grbic vor allem im guten Teamwork und freundlichem Umgang miteinander in ihrer Klinik.  »Man kennt sich, man grüßt sich«, fasst Pauly das kompakt zusammen.
Generell wünschen sich Grbic und Pauly ein Umdenken und mehr Wertschätzung in der Gesellschaft für den Pflegeberuf.
»Zu Corona-Zeiten ging es in den Talkshows immer nur um die Belastungen, der Beruf ist aber auch sehr erfüllend, wenn denn die passenden Rahmenbedingungen herrschen und das Gehalt auch fair und angemessen ist«, sagt Pauly. In der Eifelklinik ist man froh, dass man mit dem Prinzip einer kleinen, sehr spezialisieren Klinik überzeugen konnte. »Die Patienten sind sehr zufrieden mit uns, und das macht unser Haus auch für Mitarbeiter attraktiv«, sagt Grbic.

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Guter Wein, schlechte Manieren

Cochem. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen Urkundenfälschung der Prozess gemacht. Der Mann soll über einen polnischen Führerschein verfügt haben, ihm soll jedoch die Fahrerlaubnis am 11. Oktober 2018 entzogen worden sein. Er soll dennoch, unter anderem am 27. April 2021, mit seinem Pkw unterwegs gewesen sein. Dabei soll der Angeklagte an beiden Nummernschildern des Autos zuvor an die Stelle des amtlichen Siegels zwei runde Aufkleber mit der Aufschrift »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« geklebt haben, um im Straßenverkehr eine amtliche Zulassung vorzutäuschen und den fehlenden Versicherungsschutz zu verschleiern. Tatsächlich soll der Pkw, so die Anklageschrift, aber schon im Januar 2020 abgemeldet worden sein. Die Aufkleber »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« werden auf Weinflaschen angebracht, die bei einer Qualitätsprüfung besonders gut abgeschnitten haben. Woher der Angeklagte den Aufkleber hat oder ob er ihn eventuell von einer Flasche abgetrennt hat, geht aus der Mitteilung des Amtsgerichtes Cochem nicht hervor. Für den Prozess vor dem Amtsgericht kann sich der Angeklagte den Satz des antiken, griechischen Lyrikers Alkaios von Lesbos zu Herzen nehmen: »In vino veritas«, was auf Deutsch heißt: »Im Wein liegt die Wahrheit.« Strafrechtlich droht dem Mann laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Bericht folgt. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen…

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