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Röntgen für Alle in der Eifelklinik

Simmerath.  Es formiert sich Widerstand gegen die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO), die Ende Februar Widerspruch gegen die Entscheidung des Zulassungsausschusses, die radiologische Versorgung im Simmerather Krankenhaus zu genehmigen, einlegte. Mit Simmerath, Monschau, Roetgen, Nideggen und Hürtgenwald wollen gleich fünf Kommunen eine Unterschriftaktion starten. »Röntgen für Alle in der Eifelklinik« lautet diese, wie Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mitteilte.

Wie Hermanns hierzu mitteilte, sehe man im Widerspruch der KVNO eine deutliche Benachteiligung der Menschen in der Eifel. Dem Protest werden sich auch der Förderverein der Eifelklinik, das Komitee »Rettet das Krankenhaus« und verschiedene VdK-Ortsgruppen anschließen. Darüber hinaus kündigte Pastor Michael Stoffels an, in den Simmerather Kirchen die Unterschriftenlisten auszulegen.

Gleichzeitig habe man sich mit der Bitte um Unterstützung des Anliegens an den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und NW-Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt. Der Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling hatte zuvor bereits in der Sache eine Anfrage an den Landtag gestellt.

Momentan gibt es nach dem Widerspruch der KVNO keine ambulanten radiologischen Untersuchungen (konventionelles Röntgen, Computertomografie/CT und Magnetresonanztomografie/MRT) für Kassenpatienten in der Eifelklinik in Simmerath. Rund 190 gesetzlich Krankenversicherte, die einen Termin für eine ambulante radiologische Untersuchung in der Eifelklinik vereinbart hatten, mussten sich nach Alternativen umsehen, weil die Untersuchungen nicht stattfinden können.

Wirtschaftliche Interessen statt Patientenbelange

Hermanns sagte in Abstimmung mit den anderen Bürgermeistern: »Wir appellieren an die KVNO den Widerspruch zurück zu nehmen, um den Weg frei zu machen für ein für ein Röntgen für Alle in der Eifel.« Vorsitzender der KVNO mit Sitz in Düsseldorf ist im Übrigen Dr. med. Frank Bergmann, der in Aachen eine Praxis betreibt und laut Manfred Eis (Vorsitzender des Fördervereins Eifelklinik) »im Übrigen in Roetgen wohnt.«

Manfred Eis fand zudem deutliche Worte zur KVNO. Der eingelegte Widerspruch diene ausschließlich der wirtschaftlichen Sicherung der bestehenden Röntgeneinrichtungen. »Zudem erinnern mich die Strukturen der KVNO an süditaliänische Verhältnisse«, so Eis zornig. Im Vorstand der Kreisstelle der KVNO in der Aachener Habsburgerallee sind ausschließlich Ärzte aus Alsdorf, Würselen, Stolberg, Eschweiler und Herzogenrath - also kein Arzt aus der Eifel - vertreten.

Die Aachener Kreisstelle der KVNO hatte Ende vorigen Jahres laut Bürgermeister Hermanns eine positive Empfehlung zur Genehmigung der Radiologie in Simmerath gegeben, worauf der Zulassungsausschuss der KVNO dann zum 1. Januar die Zulassung erteilte. Hierauf erfolgten in den ersten beiden Monaten in Simmerath 400 radiologische Untersuchungen. Nicht nachvollziehbar sei, so Manfred Eis, der dann erfolgte Widerspruch der KVNO aus Düsseldorf.

Die Unterschriftenaktion soll nun mit Schwung gestartet werden, damit baldmöglichst auch wieder Kassenpatienten radiologische Leistungen in Simmerath in Anspruch nehmen können, womit mehrmonatige Wartezeiten und weite Anfahrwege vermieden werden.

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Kommentar von Erich Horst
Wohltuend, dass hier auch die wirtschaftlichen Interessen angesprochen werden, das macht unsere Presse nicht immer.
Damit dürfte auch klar sein worum es geht. Welche Unverschämtheit und Arroganz, 190 Menschen Termine abzusagen - die wahrscheinlich schon Wochen und Monate Beschwerden haben und auf eine Untersuchung warten.
Wenn wir eine überversorgte Region wären, gäbe es gar nicht so viele Termine.
Ich musste selbst einige Male CT und MRT in Anspruch nehmen. Selbst als Privatversicherter muss man nach Aachen, Euskirchen, Köln fahren und wochenlang warten.
Für mich sind das mafiöse Zustände, wo "Ärzte", die einen Eid geschworen haben, die Gesundheit der Menschen ganz offensichtlich hinter Ihre privaten, wirtschaftlichen Interessen stellen - oder noch klarer gesprochen, wo die GIER über dem beruflichen Ethos steht.
Als Privatversicherter habe ich zwar weiter Zugang nach Simmerath - aber ich kann diese Ungerechtigkeit und diese Gier nicht ertragen.
Kommentar von Ute Jakobs
Ich wünsche mir in der Eifelklinik weiterhin so gut behandelt zu werden wie bisher ohne weite anfahrtswege
Kommentar von albert peters
Ich möchte in der Eifelklinik u.U. behandelt werden und nicht in Aachen oder sonstwo.