Stolpersteine gegen das Vergessen

Monschauer Abiturienten erinnern an jüdische Familie

Eicherscheid. »Uns trifft keine Schuld, aber wir tragen Verantwortung, dass so etwas nie wieder geschieht.« Pünktlich zum Jahrestag der »Reichsprogromnacht« besuchte Lehrer Dirk Schäfer mit seinem Geschichts-Leistungskurs vom Monschauer St. Michael-Gymnasiums die »Stolpersteine« an der Eicherscheider Kirche.

Im Schatten der großen Linde, ein Wahrzeichen des Ortes, haben vor dem Zweiten Weltkrieg Leo Kaufmann, seine Frau und seine Tochter gelebt. »Sie waren die einzige jüdische Familie im Monschauer Land und waren damit die Zielscheibe für den Terror der Nationalsozialisten zu dieser Zeit«, erinnert Ludwig Siebertz vom »Arbeitskreis Geschichte Eicherscheid«. Einer der Anführer war der damalige Lehrer an der Schule, Hermann Althoff, der es nicht nur als Schande empfand, dass ein jüdisches Mädchen seinen Unterricht besuchte, sondern die Kinder auch mit Nazi-Parolen am Hause der Familie Kaufmann aufmarschieren ließ. Zur Rechenschaft gezogen wurde der zwielichtige Pädagoge nie. Immerhin soll er die jüdische Familie später an die belgische Grenze gebracht haben, um sie vor der Deportation zu bewahren, erinnert sich eine Zeitzeugin.

Den Schülern des Geschichts-Leistungskurs sieht man an, dass sie diese Geschehnisse nicht kalt lassen. Sie tragen bewegende Zeilen von Betroffenen der damaligen Zeit vor und haben im neuen Werk von Dieter Lenzen nachgelesen, welche Gräueltaten im Monschauer Land verübt wurde.

Und so ist es für sie selbstverständlich, durch das Reinigen der Stolpersteine an das Schicksal der Familie zu erinnern. Nachfolgende Schuljahre sollen die Aktion fortführen, versichert Schäfer.

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