Zweite Chance für Förderschule

Staatssekretär Richter sichert Fortbestand bis 2023 zu

Simmerath. Ein großer Hof wurde Matthias Richter bereitet. Der Staatssekretär im NRW-Ministerium für Schule und Bildung hat maßgeblichen Anteil am Fortbestand der Förderschule.

»Wir haben viele Niederlagen einstecken müssen. Aber Ihr Mitwirken hat unserem Kampf für die Kinder wieder einen Sinn gegeben«, stellt Günter Scheidt, Vorsitzender der Verbandsversammlung des Förderschulverbandes Simmerath, fest. »Sie haben uns eine zweite Chance gegeben und die Eltern, die sich für die Förderschule in Eicherscheid entschieden haben, für ihren Mut belohnt«, dankte Schulleiter Robert Knauf dem Staatssekretär. Er war im April nach Eicherscheid gekommen, um sich über die besonderen Umstände des Förderschulbedarfs in der Eifel zu informieren. »Wir können gar nicht alle Schüler mit Förderbedarf inklusiv beschulen«, so Matthias Richter. Nur jede sechste weiterführende Schule biete die nötigen Rahmenbedingungen. Daher bedürfe es wohnortnaher Förderschulen.

112 Schüler bis 2023 gefordert

Die von Schwarz-Gelb in Düsseldorf erlassene Mindestgrößenverordnung gebe der Förderschule Nordeifel nun fünf Jahre Zeit, wieder ein ausreichende Schülerzahl zu erreichen. Gefordert sind 112 Schüler - aktuell gehen 54 Kinder zur Förderschule nach Eicherscheid, die landesweit kleinste Bildungseinrichtung ihrer Art in ganz Nordrhein-Westfalen. »Falls es nicht ganz reichen sollte, hoffen wir in unserem besonderen Fall auf eine Ausnahmegenehmigung«, so Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, der auch dem Förderschulverband vorsteht. Bereits jetzt seien es von Kalterherberg oder Kleinhau aus weite Wege bis Eicherscheid.

»Es braucht eine vernünftige Größe - auch aus pädagogischer Sicht«, stellt Richter klar. Zugleich macht er aber auch deutlich, dass die Landesregierung am Zuge sei, mehr Lehrerstellen in der Sekundarstufe I und in der Förderschul-Pädgagogik zu schaffen. »Viel schwieriger wird noch, diese zu besetzen«, weiß der Staatssekretär, dass das Land NRW noch einiges zu tun hat, um den Lehrermangel (aktuell fehlen 15.000 Lehrkräfte) auszugleichen. Andererseits werde für die Sekundarstufe II zu viel ausgebildet - hier suchen 16.000 Lehrer einen Job. »Wir müssen flächendeckend ausbilden, da viele Lehrer entweder in ihre Heimat zurückkehren oder dort bleiben, wo sie studiert haben«, so Richter.

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