»Neustart ins Training«

Fitnesscenter in Rheinland-Pfalz dürfen wieder öffnen

Eifel. Fitnessstudios dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Betreiber und Mitglieder müssen sich allerdings an Hygiene-Regeln halten.

Nach wochenlanger Corona-Sperre dürfen Fitnessstudios am Mittwoch, 27. Mai, wieder öffnen. Zum Schutz vor dem Virus gibt es allerdings einige Regeln zu beachten. Beispielsweise ist es hilfreich beim Betreten des Studios und bei der Anmeldung eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Bei der Nutzung der Geräte ist sie jedoch laut dem aktuellem Hygienekonzept des Landes keine Pflicht. Außerdem: Eine Atemmaske allein biete keinen ausreichenden Schutz vor dem Virus, wie Jennifer Daleiden, Regionalgeschäftsführerin der Barmer in Wittlich erklärt. "Wie überall ist auch im Fitnessstudio ein Mindestabstand von eineinhalb bis zwei Metern dringend einzuhalten. Darüber hinaus sollten die Trainierenden eine einheitliche Blickrichtung einnehmen, damit sie sich nicht gegenseitig ins Gesicht atmen", rät Daleiden.

Geräte desinfizieren und nicht ins Gesicht fassen

Griffe der Geräte und andere Kontaktflächen sollten am besten vor und nach jedem Training desinfiziert werden. Keinesfalls solle man sich während des Trainings ins Gesicht fassen, weil dadurch das Risiko einer Übertragung des Coronavirus besonders groß sei. Nach dem Training solle man sich abschließend noch einmal gründlich die Hände waschen, sagt Daleiden.
Die Fitnessstudios der Region stehen vor einer Herausforderung. Der Spagat, die Corona-Maßnahmen umzusetzen und den Mitgliedern dennoch den Spaß am Sport nicht zu nehmen, ist keine leichte Aufgabe. PhysioFit Engel in Wittlich geht zur besseren Planung mir einer neuen App an den Start. Die Mitglieder können dort ihre Kurse vorab buchen. So stelle man sicher, dass die vorgeschriebene Anzahl an Personen in den Räumlichkeiten nicht überschritten werde und man die Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln einhalten könne. (www.physio-fit-engel.de)

Neustart mit Auflagen: Apps zur besseren Planung

Auch das MAP Sport & Fitness in Bitburg (www.MAP-Bitburg.de) bietet eine App, damit jeder sein Training ohne Wartezeiten planen könne, wie Rainer Böer berichtet. Das Gute: Zur Einhaltung des Abstandes gebe es im Studio genügend Platz, im Kursbereich habe man sogar den doppelten Abstand vorgesehen. Hochintensives Training wie das Indoor-Cycling würde derzeit in den Außenbereich verlagert werden. Was die Ansteckungsgefahr innen betrifft, sieht der Sportwissenschaftler das Studio gut aufgestellt: "Es gibt Hinweise, dass der Sars-CoV-2-Erreger durch kleine Schwebeteilchen (Aerosole) in der Luft übertragen werden kann. Im MAP haben wir mit dem großen Gebäude ein sehr großes Raumvolumen. Die Verteilung der Schwebeteilchen in der Luft ist daher sehr dünn d.h. eine mögliche Aerosolbelastung ist gering. Zudem kann die extrem leistungsstarke Lüftungsanlage innerhalb von 15 Minuten das ganze Raumvolumen entlüften und mit Frischluft versorgen. Somit sind mögliche belastete Aerosole schnell weg was einem Aufenthalt im Freien nahe kommt."
Auch das Fitness- und Gesundheitsstudio fitZone in Niederprüm (www.fitzone-studio.de) sei gut gerüstet, wie Geschäftsführer Alfons Elsner erklärt. "Unsere Hygienemaßnahmen waren bereits vor der Schließung auf hohem Niveau. Um die Abstandsregelungen einzuhalten, mussten wir lediglich einige Trainingsgeräte passend umstellen, oder vorläufig sperren. Erst im letzten Jahr haben wir eine volldigitale Einlasskontrolle in Betrieb genommen - diese kommt uns jetzt zu Gute." Wie in anderen Studios bleiben auch in Niederprüm Umkleideräume und Duschen geschlossen, deshalb solle man in Sportsachen erscheinen.
Die letzten Wochen waren für Studiobetreiber nicht leicht, wie Alfons Elsner resümiert: "Je länger die Schließungsphase andauerte, um so bedenklicher wurde die Lage für die gesamte Branche und die Existenzängste stiegen Woche für Woche auch bei uns.Die Unsicherheit ist aber nach wie vor anwesend, da jederzeit eine weitere Schließung anstehen könnte." Er habe mit Erschrecken gemerkt, dass die Fitness- und Gesundheitsbranche in der Politik, aber auch bei vielen in der Gesellschaft, anders wahrgenommen werde, als man es sich in der Branche wünschen würde. "Meiner Meinung nach, ist die Arbeit von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen, welche mit einem aufwendigen Betreuungsprogramm arbeiten, absolut relevant für die Gesellschaft und entlastet dadurch enorm das Gesundheitssystem. Denn viele Studios leisten sehr gute Prävention und sollten somit auch als 'systemrelevant' gelten. Denn ein gesunder und vitaler Körper ist weniger krank uns besitzt ein starkes Immunsystem."
Das ist auch für Rainer Böer ein guter Grund für einen "Neustart ins Training": "Gerade in Zeiten, in denen uns ein Virus begleitet, ist es wichtig das Immunsystem zu stärken, Risikofaktoren zu reduzieren und Schutzfaktoren aufzubauen." In die Zukunft blickt er positiv: "Wir Menschen haben immer Krisen bewältigt. Wir gingen immer gestärkt aus ihnen hervor und so wird es auch diesmal sein.

Die Barmer bietet Informationen rund um das Coronavirus: www.barmer.de/coronavirus

Das Hygienekonzept des Landes Rheinland-Pflaz gibt es unter: corona.rlp.de/fileadmin/rlp-stk/pdf-Dateien/Corona/8._Bekaempfungsverordnung/Fitnessstudios.pdf

(sas/red/ju)

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.