Winzer des Jahres kommt von der Mosel

Wehlen. Es ist der zweite große Erfolg für Moselwinzer Markus Molitor binnen weniger Wochen. Nachdem die Weinzeitschrift "Vinum" seine Pinot noir-Rotweine zu den besten Deutschlands kürte, ist Markus Molitor nun bei der WeinTrophy 2014 des Genussmagazins "Falstaff" mit der Auszeichnung "Winzer des Jahres" geehrt worden.

Bereits zum vierten Mal verlieh die deutsche Ausgabe des Genuss-Magazins Falstaff die Falstaff Wein Trophy. Die feierliche Verleihung der Wein Trophy fand im Schloss Hugenpoet in Essen statt. Eine Experten-Jury, aus 50 Mitgliedern, darunter Hans-Stefan Steinheuer (Restaurant "Zur Alten Post"), Axel Dahm (Gerolsteiner Brunnen), Markus del Monego, Astrid Zieglmeier, Hendrik Thoma, Renate Lausterer (Käfer) und Nikolas von Haugwitz (Hanseatisches Wein- und Sekt-Kontor) wählte aus je drei Nominierten pro Kategorie in einer geheimen Stimmzettel-Wahl die diesjährigen Preisträger aus.

Nach Roman Niewodniczanski vom Saar-Weingut Van Volxem ist Markus Molitor der zweite Winzer aus dem Anbaugebiet Mosel, der diesen seit 2010 in Deutschlands von Falstaff vergebenen Titel erhielt. "Der Perfektionist und Einzelkämpfer hat über 100 verschiedene Weine auf seiner Angebotsliste und ihm gelingen atemberaubende Weine, die ihresgleichen suchen. Er beherrscht das trockene Genre ebenso gut wie die klassischen frucht- und edelsüßen Rieslingweine seiner Heimat", so Falstaff über Markus Molitor.

Auch im Bereich der Rotweine zählt Markus Molitor seit Jahren zu den besten Erzeugern in Deutschland. Seine Lagenweine aus der Rebsorte Spätburgunder finden bei Weinkennern schon lange Beachtung und werden von Weinführern regelmäßig mit mehr als 90 Punkten bewertet. Das Weinmagazin Vinum kürte die Pinot noirs von Markus Molitor nun zu den besten Spätburgundern Deutschlands und titelte in seiner März-Ausgabe: "Deutschlands Pinot-Elite: Moselaner überragen". Vinum hatte 300 der besten Spätburgunder Deutschlands in der Preisklasse ab 20 Euro aufwärts bewertet. Sicherlich für viele Rotwein-Freunde überraschend, siegte die Mosel. Die Top-Selektionen des Weinguts Markus Molitor landeten auf den Plätzen 1 und 2. Als einziger aller getesteten Weine erreichte der 2009 Graacher Himmelreich*** Pinot Noir 19,5 von 20 Punkten. Dieser Wein zählt für die Jury "...zum Allerfeinsten, was in Deutschland an Spätburgundern je erzeugt wurde." Dicht darauf folgte der 2009 Brauneberger Klostergarten*** Pinot Noir mit 19 Punkten. Auch der dritte eingereichte Spätburgunder, ein 2009 Trarbacher Schlossberg** Pinot Noir, erzielte mit 18 Punkten einen Platz unter den Top Fünf.

Die Bewertung der Pinot noirs von Molitor sowie andere aktuelle Bewertungen der Mosel-Rotweine von Erzeugern wie Grumbach (Lieser), Steinmetz (Brauneberg), Regnery (Klüsserath) oder Siemens (Serrig) zeigen, dass im "Weißweingebiet Mosel" zunehmend hochwertige Rotweine erzeugt werden, die sich mit anderen nationalen und internationalen Herkünften messen können. Fast zehn Prozent der Rebfläche an Mosel, Saar und Ruwer sind heute mit roten Rebsorten bestockt, allen voran mit dem Blauen Spätburgunder. Die Mosel-Winzer knüpfen seit etwa 25 Jahren an die Rotwein-Tradition vergangener Jahrhunderte an, als an Mosel und Saar häufig Spätburgunder angebaut wurde. In manchen Orten lag der Rotweinanteil bei 60 bis 70 Prozent. Auf der Weltausstellung in Paris wurde ein 1893er Spätburgunder von der Saar als bester deutscher Rotwein ausgezeichnet. Erst im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert verdrängte der Riesling mit seinem internationalen Siegeszug die roten Sorten aus den Steillagen.

Foto: Moselwein

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