Hetzerath: Die Straße kommt

Hetzerath.  In der Gemeinderatssitzung stand der Bebauungsplan »Im Brühl-Hauptstraße« zur Abstimmung. Mit zehn gegen fünf Stimmen sagte der Gemeinderat »Ja« zum Planungsentwurf.


Damit steht fest, dass die Verbindungsstraße zwischen der Hauptstraße und dem Kirchgäßchen kommen wird. Sie soll mit einer Breite von 5,50 Meter Begegnungsverkehr zulassen, die Idee einer Einbahnstraße ist also vom Tisch. Der Bebauungsplan sieht darüber hinaus Wohnbebauung auf ca. 3000 Quadratmetern vor, zugelassen für zweigeschossige Häuser mit maximal zwei Wohneinheiten. Der Rest soll grün bleiben.
Die SPD-Fraktion hatte als einzige geschlossen dagegen gestimmt. Die Sprecherin Angelika Brost machte keinen Hehl daraus, dass sie vormals für die Straße gewesen sei. Nun lehne sie den Planentwurf ab. Dafür führte sie mehrere Gründe an: Es werde ein »gefährlicher Knotenpunkt vor dem Kindergarten geschaffen«, der Planentwurf sei ohne Einigung mit den Anliegern und die Entscheidung unter zu großem Druck herbeigeführt worden.

Veränderungssperre abgelaufen

Grund für diesen Umstand ist die 2019 erlassene Veränderungssperre für das Gebiet, die just am Tag der Gemeinderatssitzung am Montag ablief. Sie verhinderte, dass Bauinteressenten Nägeln mit Köpfen machen konnten. So hatte es 2019 den Bauantrag eines Investors gegeben, der ein Zehnfamilienhaus errichten wollte. »Das wollten wir mit der Veränderungssperre verhindern«, so Monzel. Er warnte den Gemeinderat, wenn jetzt kein Bebauungsplan aufgestellt würde, wäre der Weg wieder frei und Baugenehmigungen könnten erstritten werden. »Wir müssten dann damit rechnen, dass dort noch mehrere Mehrfamilienhäuser entstehen.«
Auch Daniel Horsch von der Freien Bürgerliste kritisierte, dass der Rat erst wenige Tage vor der Sitzung den Planungsentwurf erhalten habe. Für Beratungen über die Gestaltung sei kaum Zeit gewesen. Er kündigte ein gespaltenes Votum seiner Fraktion an, »weil noch vieles ungeklärt sei«. Er selber stimme mit »Ja«, damit die Gemeinde das Planungsrecht erhalte.
Die CDU-Fraktion gab ebenfalls kein einhelliges Stimmungsbild ab. Carmen Wagner, die mit Nein stimmte: »Der Plan ist viel zu spät vorgelegt worden.« Ulrich Wolanewitz setzte dagegen: »Uns bleibt nur noch diese letzte Lösung, um Kita und ‚Im Brühl‘ verkehrstechnisch zu erschließen.«
Am Ende folgte die Mehrheit der Argumentation des Ortsbürgermeisters. Werner Monzel sagte nach der Abstimmung: »Wir haben heute ein sehr schwieriges Thema entschieden. Ich weiß, dass der ein oder andere Anlieger nicht zufrieden ist.« Falls die Pandemie es zulasse, wolle er die Pläne in einer Einwohnerversammlung vorstellen.

(bil)

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