Betrug durch Schockanrufer jetzt auch in der Region Daun

Wittlich. Bereits seit einigen Monaten ist eine neue Betrugsmasche bekannt, die als "Schockanrufe" bezeichnet wird.

Die Betrüger sprechen fließend Russisch und geben sich als Sohn oder Tochter des Angerufenen aus. In eindrucksvoller Art und Weise, häufig schreiend und jammernd, schildern sie, dass sie einen Unfall verursacht haben, bei dem ein Kind schwer verletzt wurde. Deshalb drohe eine Strafanzeige und eine Gefängnisstrafe. Dies sei nur dadurch zu vermeiden, dass eine größere Geldsumme an die Angehörigen des verletzten Unfallopfers gezahlt werde. Meistens übergibt der angebliche Sohn/die Tochter das Telefon dann noch an einen weiteren Täter, der sich als Rechtsanwalt ausgibt. Noch während des Telefonats erscheinen "Boten" an der Haustür und nehmen das Geld in Empfang.  

Bereits im Juni hatten russische Mitbürger in Wittlich und Gerolstein mehrere tausend Euro an falsche Boten übergeben.

Solche Anrufe haben am Sonntag, 22. Juli auch einige russischstämmige Mitbürger in Daun erhalten. In einem Falle forderten die Anrufer die Übergabe eines Bargeldbetrages von 19.000 Euro. Da der Angerufene nicht über so viel Geld verfügen konnte, gab man sich schließlich mit 2.000 Euro zufrieden.  Der Angerufene vergewisserte sich zunächst bei seinem Sohn, dem es ihm gut ging und verständigte dann die Polizei in Daun.  

Diese erschien rechtzeitig vor Ort und wartete gemeinsam mit dem Geschädigten auf den Geldboten. Als dieser, ein 18-jähriger Mann aus Litauen, kurze Zeit später erschien und das Geld abholen wollte,  wurde er vorläufig festgenommen.  

Wenige Minuten später fiel dann ein Pkw mit litauischem Kennzeichen in der Nähe des Anwesens auf. Es handelte sich um den Fahrer des Geldabholers. Auch dieser, ein ebenfalls 18-jähriger Mann aus Litauen, wurde vorläufig festgenommen.   Beide Tatverdächtigen wurden am Montag, 23. Juli, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier der Haftrichterin des Amtsgerichts Trier vorgeführt, die gegen beide Haftbefehl erließ.   

Die Polizei rät, misstrauisch zu sein, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die als solche nicht erkennen werden. Auf die Forderungen sollte nicht eingegangen werden. Kein Geld sollte in fremde Hände gegeben werden.   Die Telefonnummer des Anrufers sollte notiert werden, wenn sie am Telefon angezeigt wird. Wenn Sollte man zu einem Rückruf aufgefordert werden, sollte die Rückrufnummer notiert werden. Sie beginnt meistens mit der Vorwahl für Litauen 00370?. Es sollte jedoch nicht zurückgerufen werden. Es sollte sich unverzüglich an die nächste Polizeidienststelle gewandt werden: Notrufnummer 110.  

Wer am vergangenen Sonntag ebenfalls im Bereich Daun einen solchen Anruf erhalten hat, möge sich bitte mit der Kriminalinspektion Wittlich, Tel. 0 65 71 / 9 50 00 in Verbindung setzen.

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