Betrugsmaschen in der Krise

In der Eifel kommt es zu Corona-Betrugsfällen

Wittlich. Die Coronakrise erzeugt eine Welle der Solidarität. Gleichzeitig nutzen Kriminelle die Unsicherheit der Menschen vermehrt aus.

Menschen, die für andere Einkaufen gehen, Vermieter, die Mieten erlassen oder Arbeitnehmer, die sich Tag und Nacht um Erkrankte kümmern, beweisen in der Krisenzeit, wie gut die Gesellschaft zusammenhält. Doch es geht auch anders: Kriminelle nutzen die Situation auf vielfältige Weise aus und versuchen mit ihren Tricks an persönliche Daten und an Geld zu kommen.

Falsche Polizisten kassieren an der Grenze

So haben Betrüger die Grenzschließungen zwischen Deutschland und Luxemburg ausgenutzt, um Pendlern Geld abzunehmen. An den Übergängen in Roth und Wallendorf im Eifelkreis Bitburg-Prüm sollen zwei Männer mit Polizeiwesten versucht haben, bei deutschen Staatsangehörigen ein »Verwarnungsgeld« in Höhe von 20 Euro zu erbeuten. Die beiden Männer verließen den Ort erst, als eine Frau sie nach ihrer Dienststelle fragte.
Im Eifelkreis kam es außerdem zu Anrufen vermeintlicher Ärzte. »Am Telefon sagten sie beispielsweise, dass sie Infektionsmittel vorbeibringen wollen«, so Jürgen Riemann von der Polizeiinspektion Bitburg. Andere Anrufer wollten angebliche Risikopatienten zu Hause auf Corona zu testen und sich so Zutritt in die Wohnung verschaffen, um dort nach Wertsachen zu suchen. Außerdem sollten die Opfer eine Gebühr von 200 Euro für den Test bezahlen. »Ohne Anforderung werden keine Tests durchgeführt und wenn, dann sind sie kostenlos«, stellt Riemann klar.
In Wittlich wollten sich Kriminelle mit einer ähnlichen Masche Zutritt zu einer Wohnung verschaffen. Die Versuche, eine Frau zum Öffnen ihrer Tür zu bewegen scheiterten jedoch. Die misstrauische Seniorin öffnete den Männern, die angeblich einen Coronatest durchführen wollten, nicht und vertraute sich später ihrem Pflegedienst an. Laut Polizeidirektion Wittlich ist es wichtig in dieser Situation umgehend den Notruf (110) zu verständigen und keinesfalls die Tür zu öffnen.

Verbraucher sollten skeptisch bleiben

Die Polizei sollte auch sofort informiert werden, wenn Trickbetrüger versuchen mit dem Enkeltrick an Vermögen zu kommen. Die Kriminellen geben sich jetzt verstärkt als Verwandte aus, die sich mit Covid-19 infiziert hätten und Geld für eine Behandlung benötigten.
Kritisch sollte man auch bei Anrufern angeblicher Sparkassenmitarbeiter sein, die die Verunsicherung der Menschen in der Krise ausnutzen. »Vorsicht ist geboten, wenn Anrufer am Telefon nach persönlichen Daten fragen. Sparkassen- oder Bankmitarbeiter tun das niemals«, warnen die Sparkassen-Vorstände.
Ebenso verschickt die Sparkasse keine Mails, in denen Kunden aufgefordert werden ihre Kontaktdaten aufgrund der Krise zu aktualisieren. Da die E-Mails nur schwer von echten zu unterscheiden sind, sollten Bankkunden auf Auffälligkeiten achten. So kann es vorkommen, dass bei angefügten Links anstelle von »Sparkasse.de« das Wort »Sparkasssse.de« oder Ähnliches steht. Die Verbraucherzentrale rät: »Am besten klicken Sie keinen Link in einer E-Mail an, sondern öffnen die Ihnen bekannte echte Seite Ihrer Bank in einem Browser«.
Auch die Arbeitsagentur hat mit betrügerischen Mails zu kämpfen. Aktuell erhalten Arbeitgeber bundesweit unseriöse Mails – angeblich von der Arbeitsagentur – in die denen sie aufgefordert werden, Angaben zur Person, zum Unternehmen und zu den Arbeitnehmern zu machen, um Kurzarbeit zu beantragen. Auffällig: eine Telefonnummer für Rückfragen fehlt. »Arbeitgeber sollen auf keinen Fall auf die Mail antworten, sondern umgehend löschen«, sagt Heribert Wilhelmi, Chef der Agentur für Arbeit Trier. Die Behörde ist weder der Absender der Mail, noch ruft sie in dieser Weise zum Beantragen von Kurzarbeit auf.
Menschen, die Opfer einer Betrugsmasche geworden sind, können sich jederzeit an die Polizei wenden. Ansonsten gilt: auch in der Krise skeptisch bleiben!


Tipps der Polizei

  • Bei unseriösen Anrufen sofort auflegen.
  • Nie Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben. Die Polizei bittet nicht darum, diese auszuhändigen.
  • Im Notfall die 110 wählen und Anzeige erstatten. 
  • Weitere Tipps auch bei der Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de


(ju)


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