Weiterbildung für den Eifelkreis Bitburg-Prüm

Kreis Bitburg / Prüm. Beschäftigte im Eifelkreis Bitburg-Prüm sollen „Recht auf Weiterbildung“ bekommen.

Arbeitsplätze für die Digitalisierung fit machen: Beschäftigte im Eifelkreis Bitburg-Prüm sollen ein „Recht auf Weiterbildung“ bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf den rasanten Wandel der Arbeitswelt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben zuletzt lediglich 18 Prozent der Erwerbstätigen in der Region Trier an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Das sind zwar rund 52.000 Menschen – „aber angesichts der Umbrüche in vielen Branchen noch viel zu wenige“, sagt Klaus Schu von der NGG Trier.

Anschluss nicht verpassen

Neue Anforderungen reichten von der intelligenten Lagerlogistik in der Ernährungsindustrie bis hin zu Fremdsprachenkenntnissen im Hotel. „Insbesondere viele ältere Beschäftigte sind dafür nicht gewappnet. Doch den Umgang mit neuer Betriebssoftware lernt man nicht einfach nebenbei“, so Schu. Und nicht jeder schaffe es, nach Feierabend noch zur Volkshochschule zu gehen. Die NGG fordert deshalb eine „Qualifizierungsoffensive“ von Betrieben und Politik. Nur mit einem gesetzlich verankerten „Recht auf lebenslanges Lernen“ könnten heimische Beschäftigte den Anschluss an die technische Entwicklung halten. Bisher wird die berufliche Weiterbildung allein zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – etwa per Tarifvertrag – geregelt. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Klaus Schu: „Gerade in vielen kleinen Betrieben wie Bäckereien oder Restaurants ist das ein Problem. Wegen der dünnen Personaldecke gewähren Chefs oft keine freien Tage für die Weiterbildung – obwohl diese am Ende der Firma nutzt.“ Großen Nachholbedarf gebe es insbesondere bei ungelernten Kräften, so die NGG. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind die Jobs von gering Qualifizierten besonders stark von der Digitalisierung bedroht.

Handeln statt Reden

Die Gewerkschaft NGG fordert die Bundesregierung dazu auf, beim Thema Weiterbildung „Ernst zu machen“. Im Koalitionsvertrag ist zwar von einer „nationalen Weiterbildungsstrategie“ die Rede. Doch die umfasst bislang lediglich eine Beratung bei der Arbeitsagentur.

(red).

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.