Das Ende der "Eiszeit": Eifel-Mosel-Bären ziehen Bilanz

Bitburg. Die Kufencracks der Eifel-Mosel-Bären aus Bitburg und Trier blicken auf eine »eisige Berg- und Talfahrt« in der abgelaufenen Saison zurück, wie es Pressesprecher Danny Engels formuliert. Erst ganz spät zeigte man wirkliches Potenzial ? zu spät für eine erneute Titelverteidigung in der Eishockey Rheinland-Pfalz-Liga.

Mit einer  deftigen 2:14-Niederlage gegen den TSV Schott Mainz starteten die Bären in die Saison und mussten danach sogar drei weitere Schlappen mit jeweils sieben Gegentoren hinnehmen. Früh im November realisierte man also bereits,  dass die Saison nicht ganz so leicht wird...

Getreu dem Motto »Totgesagte leben länger« fügte man den späteren Finalgegnern aus Mainz und Beaufort deren erste Niederlagen zu. Im Pokal-Halbfinale durfte man sich dann gleich mit Oberligist EHC Neuwied messen,  hatte aber unterm Strich trotz allen Bemühungen keine reelle Chance aufs Weiterkommen.

Just als der Druck raus war und die Bären definitiv die letzte Möglichkeit verspielt hatten, erneut ins Finale einzuziehen, ging es im Februar leistungsmäßig bergauf.  Nach drei Rheinland-Pfalz-Meistertiteln in Serie reichte es aber letztlich »nur« zu Platz drei.

Lesen Sie hier das Interview mit Bären-Sprecher und ? Torwart Danny Engels:

Wie bewerten Sie den Saisonverlauf der ersten Mannschaft? Was lief gut, was lief schlecht?

 

Gut ist sicherlich, dass wir jede Mannschaft der Liga mindestens einmal besiegt haben. Außerdem ist es erfreulich, drei Juniorenspieler in dieser Saison den Sprung in die erste Mannschaft schafften und bereits Teile des Bärenteams sind. Das Niveau der Liga war auch verhältnismäßig hoch und versprach stets spannende Spiele, was der Liga wirklich gut tat. Außerdem sind wir natürlich stolz darauf, dass wir trotz mäßigen Erfolgs immer circa hundert treue Zuschauer nach Bitburg locken konnten. Schlecht ist natürlich, dass wir die Meisterschaft verloren haben. Durch Verletzungen, Strafen, Studium, Arbeit und/oder Familie haben wir in der Saison nie wirklich einen festen Stamm von Spielern gehabt, die sich im Training auch aufeinander einspielen konnten. Eishockey ist ein Teamsport, wie kaum ein anderer und dieses Jahr mussten die Reihen bei uns ständig neu erstellt und gemischt werden und jedes Spiel vermisste man mindestens einen wichtigen Spieler. Außerdem waren die Trainingsverhältnisse in der Bitburger Eissporthalle nicht immer perfekt. Einmal erteilte uns der Hallenbetreiber sogar Trainingsverbot und oftmals durfte nur bei halber Beleuchtung trainiert werden.

 

Warum hat es nicht zum erneuten Titel gereicht?

Wie oben erwähnt, war das Niveau der Liga höher als vergangenes Jahr, dennoch haben wir jedes Team der Liga geschlagen. Hätten wir personell mit breiterer Brust auflaufen können, wären die Chancen sicherlich höher gewesen, aber dies war nicht der Fall und soll auch nicht als Ausrede dienen. Man hat definitiv versucht immer zu gewinnen, jedoch waren andere Mannschaften in dieser Saison oftmals besser als wir und das müssen wir akzeptieren und werden es sportlich auch gerne respektieren.

 

Wie verlaufen jetzt die nächsten Wochen?

Die Spieler werden im März noch das Eis in Bitburg genießen und weiterhin trainieren. Ab April fängt dann die Sommerpause an, in der sich mit Trockentraining und viel Fußball fit gehalten wird. Ab Juni wird die neue Saison geplant, was sowohl Spieler, als auch finanzielles betrifft. Die heiße Phase beginnt dann wieder im September, bevor im Oktober 2013 die neue Eiszeit beginnt.

 

Was wird sich personell ändern?

Was sich im Kader der ersten Mannschaft genau ändern wird, wird man erst über die Sommermonate erfahren. Fest steht jedoch, dass es zumindest für die kommende Saison keine 2. Mannschaft gemeldet wird und man sich somit auf die 1. Mannschaft konzentrieren kann. Außerdem haben wir immer ein Auge auf die eigene Jugend und da wären für die Saison 2014 / 2015 eine Handvoll möglicher Jugendspieler, die zu den großen Bären wollen.

 

Wie sind die Perspektiven in der Rheinland-Pfalz-Liga?

Das ist ein schweres Thema: Eishockey in Rheinland-Pfalz ist durch die wenige Anzahl der Eishallen nicht sehr verbreitet, jedoch arbeitet die Liga verstärkt daran Mannschaften für die RLP-Liga zu gewinnen, leider ohne Erfolg. Wenn sich das in naher Zukunft nicht ändert und die personelle, sowie finanzielle Situation es zulässt, würde der EV Bitburg auch die Möglichkeit in Betracht ziehen in eine andere Liga (nach NRW, Hessen o.ä.) zu wechseln.

 

Hat sich die Umbenennung in Eifel-Mosel-Bären bezahlt gemacht bzw. war das der richtige Schritt?

Die Umbenennung war ja bereits letzte Saison vollzogen und man konnte direkt einen Meistertitel feiern. Einen großen Hintergrund hat die Benennung jedoch nicht: Da man sich vor zwei Jahren mit Spielern aus Trier und Bitburg zusammenschloss, wollte man die Gemeinschaft auch im Teamnamen wiederspiegeln und somit auch dem Eishockey in der gesamten Region Eifel/Mosel ein Aushängeschild geben. So wie der Mannheimer ERC der Verein hinter den Adler Mannheim ist, so ähnlich ist es auch der EV Bitburg hinter den Eifel-Mosel Bären und repräsentiert somit auch unsere komplette Region und nicht nur Bitburg.

 

Wie ist es generell ums Eishockey in Bitburg bestellt (Jugend, Finanzen etc.)

 Eishockey ist leider weiterhin ein Randsport und das merkt man auch in Bitburg. Wir sind jedoch stolz auf unsere Jugend, die sich diese Saison wieder vergrößert hat. Finanziell gesehen kann ich nicht viel sagen, jedoch sind wir natürlich um jede Unterstützung dankbar und danken auch unseren Sponsoren, Gönnern und Fans. Eishockey ist ein sehr teurer Sport und ohne diese wäre es nicht möglich gewesen dem Puck hinterherzujagen. Wir versuchen uns außerdem aus der vieldiskutierten "Eishallensituation" in Bitburg rauszuhalten, beobachten jedoch die Situation und unterstützen alles für den Eissport in Bitburg.

 

Die Fragen stellte Andreas Arens

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