Treffpunkt für Sport-Elite, aber auch ein Wirtschaftsfaktor

Die Sportschule Bitburg hat derzeit Hochbetrieb

Bitburg. 20 Jahre gibt es sie nun schon, die Sportschule Bitburg. Ob Bundesligisten oder gar Nationalmannschaften, besonders aus dem Fußballbereich: Geschäftsführer und Gründer Willi Käfer-Ewertz und seine Mitarbeiter konnten schon viele prominente Sportler zu Trainingscamps auf dem Gelände des früheren US-Flugplatzes begrüßen. Sohn Fabian hat inzwischen die Leitung inne – und knüpft weitere interessante Kontakte…

 Noch bis gegen Ende des Monats weilt Fabian Ewertz in Indien. Dort ist er auf Talentschau – im Auftrage von »U-Sports«.   Das millionenschwere  Projekt haben Bundesligist TSG Hoffenheim und der indische Konzern »Unilazer Ventures« im November 2014 angestoßen haben. Gemeinsam wollen sie   den Fußball auf dem Subkontinent endlich weiterbringen.  Aktuell belegt Indien in der Rangliste des Weltverbandes FIFA nur Position 163; 17 Plätze hinter Luxemburg zum Beispiel...
Um nach vorne zu kommen,  ist man auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern und Dauer-Trainingsstätten für die Talente. Schon aktuell ist die Sportschule Bitburg eine beliebte Anlaufstation der Schützlinge des 92-fachen indischen Nationalspielers Mahesh Gawli. »Die Inder verfolgen ein mittel- und ein langfristiges Ziel«, berichtet Fabian Ewertz:  Die U17-Weltmeisterschaft findet im kommenden Jahr in Indien statt. Bis dahin will der Gastgeber ein schlagkräftiges Team stellen. Zudem soll die indische Nationalmannschaft bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2022 ein Wörtchen mitsprechen können…

Vergangenheit hilft Ewertz

»Wir fühlen uns sehr wohl hier. Das Umfeld, die Plätze, die Betreuung: Alles passt hier«, berichten die Inder im Gespräch mit dem Wochenspiegel. Im Lande des amtierenden Weltmeisters könne man einfach am meisten lernen, stellen Gawli und sein Assistent John Kenneth Raj klar.
Bei den guten Verbindungen, die er inzwischen in den 1,3-Milliarden-Enwohner-Staat aufgebaut hat, helfen Fabian  Ewertz auch die eigene fußballerische Vergangenheit und die dadurch erlangte Kompetenz: Der heute 34-Jährige wurde einst bei Bayer Leverkusen ausgebildet, ging dann zum Zweitligisten Alemannia Aachen, um danach auch noch für die Regionalligisten VfL Osnabrück, FK Pirmasens und schließlich VfR Aalen aufzulaufen. Dort verletzte er sich dann aber so schwer am Knie, dass ein weiteres Engagement in hochklassigen Teams nicht mehr möglich war. 2008  wechselte Ewertz als Spieler zum damligen Mittelrhein-Landesligisten Kaller SC, wurde hier später Trainer. Mitte 2014 übernahm der lizenzierte Übungsleiter dann gemeinsam mit Richard Schneider den FC Bitburg, den sie im vergangenen Jahr zurück in die Bezirksliga führten.  
Seit rund fünf Jahren bringt sich der gelernte Bürokaufmann an der Sportschule mit ein, seit zwei Jahren fungiert er als Leiter – unterstützt von seiner Lebensgefährtin Anne Mertens. Vater Willi Käfer-Ewertz hat im Laufe der vergangenen Jahre einige Millionen Euro investiert, um gerade Fußballern ein möglichst optimales Trainieren zu gewährleisten: Acht Rasenplätze stehen zur Verfügung, noch dazu unter anderem eine Kunstrasenhalle sowie ein Kraftraum und ein Saunabereich. 140 Zimmer bieten Platz für bis zu 400 Gäste im Hotelbereich. 240.000 Quadratmeter Fläche umfasst das Areal, davon 50.000 Quadratmeter Trainingsgelände.

»Es rappelt richtig«

»Derzeit haben wir absolute Hochsaison. Es rappelt richtig«, berichtet Fabian Ewertz. An diesem Wochenende beherbergt man ein Dutzend Teams, die am internationalen U13-Porta-Nigra-Junior-Champions-Cup  der Trierer Eintracht teilnehmen. Zu den  Dauergästen aus Indien gesellen sich demnächst noch die Regionalligisten Rot-Weiss Essen (3. bis 9. Juli), 1. FC Saarbrücken (15. bis 20. Juli) und Drittligist FSV Mainz 05 II (11. bis 16. Juli). Mit zahlreichen Nachwuchsteams  hat sich zudem Bundesligist 1. FC Köln angekündigt. Im April war die deutsche U20-Juniorinnen-Nationalmannschaft da, im Herbst findet erneut ein Torwart-Camp des DFB an der Charles-Lindbergh-Allee statt.  Aber auch hiesige Teams wie Bezirksligist SG Schneifel Auw oder Saarlandligist SV Mettlach haben ein Trainingslager gebucht.

Bis zu 20 Stellen

Die Umsatz-Millionen-Grenze sei durchbrochen, berichtet Ewertz. Je nach Saison bietet die Sportschule bis zu 20 Menschen Arbeit in Voll- oder Teilzeit, sei es als Greenkeeper, in der Küche, als  Putzfrau  oder etwa im Service.Bundes- oder Zweitligisten waren früher öfters zu Gast in der Südeifel, allen voran Bayer 04 Leverkusen. »Das ist schwieriger geworden. Viele Klubs werden von Ferienregionen oder Tourismusverbänden gesponsert, wie etwa im Sommer vor allem in Österreich«, berichtet Ewertz. Um die Anlage noch attraktiver zu machen, hat er gemeinsam mit Vater Willi bereits die nächste größere Investition im Visier: Nachgedacht wird über den Bau eines wetterfesten Kunstrasenplatzes.    

Weitere Infos zum indischen  Fußballprojekt: www.usports.in                        aa

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