Der härteste Feuerwehrmann

Gransdorf. Gerd Müller ist im Ernstfall topfit

Schneller, stärker, härter - Feuerwehrleute müssen im Wettkampf alles geben, um sich "härtester Feuerwehrmann" nennen zu dürfen. Gerd Müller aus Gransdorf gehört zu den Besten weltweit.Es brennt in einem sechsstöckigen Haus. Ein Szenario, wie es Berufsfeuerwehrmänner kennen. Jede Sekunde zählt. Gerd Müller, Feuerwehrmann auf der US Air Base Spangdahlem packt sich den 20 Kilogramm schweren Schlauch auf die rechte Schulter und startet. Er rennt in voller Montur mit Helm und Stiefeln die Treppenstufen hinauf. Die Atemschutzmaske schränkt sein Sichtfeld ein, die Sauerstoffflasche auf dem Rücken wird mit jedem Schritt etwas schwerer. Oben angekommen, zieht er ein weiteres 20 Kilogramm schweres Paket mit Schläuchen an einem Seil nach oben. Und immer noch tickt die Uhr. Gerd Müller muss die Treppen wieder hinunter. Jede Stufe muss er dabei  berühren, darf keine auslassen, denn das wäre ein Fehler. Fehler kosten zwar in diesem Szenario keine Menschenleben, aber Gerd Müller will unbedingt gewinnen.

Der Gransdorfer startet bei den Firefighter Challenges, den sportlichen Feuerwehrwettkämpfen, in denen es um Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und um viel Willenskraft geht.Dabei muss er unter anderem ein 80 Kilogramm schweres Eisengewicht 1,50 Meter mit einem schweren Hammer nach hinten schlagen. "In den USA wird diese Technik öfter benutzt, um auf dem Dach einen Rauchabzug zu schaffen", erläutert Gerd Müller diese Aufgabe im Parcours. Simuliert wird das im Wettbewerb von der Kaiser-Force-Maschine, zwei Tritte aus Metall, in dessen Mitte eine Schiene mit dem Eisengewicht liegt. "Nach dem Schlagen mit dem Hammer stoßen viele an ihre Grenzen. Ab dem Punkt braucht man einen starken Willen zum Weitermachen", sagt der 46-Jährige. <br/> Wessen Wille stark genug ist, der muss dann noch einen Slalom-Lauf absolvieren, einen mit Wasser gefüllten Schlauch 15 Meter weit aufziehen und schließlich mit dem Wasserstrahl ein Ziel treffen. Am Ende des Parcours liegt das Opfer, eine 85 Kilogramm schwere Puppe, das der Feuerwehrmann mit dem Rettungsgriff ins Ziel ziehen muss. Wer es am schnellsten schafft, gewinnt die Firefighter Challenge.

 

Gerd Müller ist jedenfalls im Ernstfall topfit. Er ist der zehnt beste Feuerwehrmann der Welt, jedenfalls in der Weltrangliste der Firefighter Challenge. Der Mitte Vierzigjährige lässt auf dem Parcours oft jüngere Starter hinter sich. "Mein Rekord liegt bei 1,49 Minute", sagt er und zeigt seine Urkunde, die ihn als Mitglied des "Lion's Den" auszeichnet. In diesen Kreis werden diejenigen aufgenommen, die den Parcours unter zwei Minuten schaffen. Der Weltrekord liegt bei gerade einmal 1,09 Minute. Als Feuerwehrmann der US Air Force ist es Gerd Müller gewöhnt, dass seine Fitness überprüft wird. Dabei hat er einen Anspruch an sich selbst. "Ich will mir nie zum Vorwurf machen müssen, im Einsatz nicht alles gegeben zu haben", sagt er, der seine dreimonatige Grundausbildung zum Feuerwehrmann in Texas gemacht hat. Aus den USA kommen auch die Wettbewerbe, in denen sich die Feuerwehrleute messen. Entstanden sind diese sportlichen Herausforderungen aus einem Belastungstest für Feuerwehrleute, der in den 70er Jahren eingeführt wurde, weil es zu Todesfällen wegen körperlicher Überbelastung gekommen war. Auch bei diesem Fitness-Test müssen die Bewerber ihre Montur tragen, ganz so wie die Bedingungen im Ernstfall es verlangen. 1991 gab es die erste Firefighter Challenge in Washington. Mittlerweile sind die Wettbewerbe international.

Die nächste Firefighter Challenge auf deutschem Boden ist im September in Berlin. Wer den Parcours dort unter 1,50 Minuten läuft, der qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft. Auch Gerd Müller will in Berlin wieder mit seinem Team aus Spangdahlem an den Start gehen. Denn neben der Königsdisziplin, dem Einzellauf, gibt es auch Staffelläufe. "In Berlin haben wir aus Spangdahlem die ersten beiden Jahre gewonnen", sagt der Firefighter. Die Weltmeisterschaft schließlich ist im November in Myrtle Beach, South Carolina. "Mein Ziel für die WM ist eine Top-Drei-Platzierung", sagt Gerd Müller. Eine Variante der Firefighter Challenge, die in Europa populär ist, nennt sich TFA, "Toughest Firefighter alive", auf deutsch: der härteste lebende Feuerwehrmann. Dieser Wettkampf ist mit vier Stationen etwas anders und bis zu sieben Minuten länger und somit auch härter. Der Gransdorfer Gerd Müller ist auch beim TFA ganz vorne mit dabei: Er ist Fünfter der Welt in der Altersklasse 40 plus und Dritter in Europa. Die Weltmeisterschaft des TFA ist im Oktober im australischen Sidney. "Dort hätte ich sehr, sehr gute Chancen auf die Top-Drei, kann mir die Reise aber nicht leisten." Gerd Müller sucht Sponsoren. Wer den Gransdorfer in diesem außergewöhnlichen Sport unterstützen möchte, erreicht ihn telefonisch unter 0 65 67 / 96 0140.

Weiterführende Informationen:

www.firefighter-challenge.com

www.tfa-info.de

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AOK zieht sich aus Cochem zurück

Cochem. Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber dem Cochemer WochenSpiegel. Ausschlaggebend für die Überlegungen waren demnach auch die Erfahrungen und Folgen der Corona-Pandemie. Jan Rößler: »Die Beratung am Standort Cochem endete am 16. März 2020 aufgrund der eingetretenen Corona-Pandemie. Aufgrund des geänderten, generellen Kundenverhaltens schon weit vor der Pandemie, eben in Richtung digitaler und telefonischer Kontaktkanäle, wird die Beratung in Cochem, als kleinerer Standort, nicht wieder aufgenommen.« Die Beratung der Mitglieder der AOK soll nun unter anderem durch Kundenberaterinnen und Kundenberater auch zu Hause im Rahmen des Außendienstes erfolgen. Alle Arbeitsplätze bleiben, nach Angaben von AOK-Pressesprecher Jan Rößler, in der Region erhalten. »Nach Beendigung der Beratungsstelle Cochem sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nächst erreichbaren Kundencenter (etwa Daun, Simmern, Mayen) weiterhin für unsere Versicherten aktiv.« Stadtbürgermeister Walter Schmitz bedauert auf Anfrage des WochenSpiegel den Weggang. »Jeder Arbeitsplatz, der in Cochem weggeht, tut uns weh. Wenn aber dann eine Institution wie eine Krankenkasse weggeht, die den Charakter einer Kreisstadt mitprägt, ist dies besonders schmerzlich.«  Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber…

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Guter Wein, schlechte Manieren

Cochem. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen Urkundenfälschung der Prozess gemacht. Der Mann soll über einen polnischen Führerschein verfügt haben, ihm soll jedoch die Fahrerlaubnis am 11. Oktober 2018 entzogen worden sein. Er soll dennoch, unter anderem am 27. April 2021, mit seinem Pkw unterwegs gewesen sein. Dabei soll der Angeklagte an beiden Nummernschildern des Autos zuvor an die Stelle des amtlichen Siegels zwei runde Aufkleber mit der Aufschrift »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« geklebt haben, um im Straßenverkehr eine amtliche Zulassung vorzutäuschen und den fehlenden Versicherungsschutz zu verschleiern. Tatsächlich soll der Pkw, so die Anklageschrift, aber schon im Januar 2020 abgemeldet worden sein. Die Aufkleber »Silberne Kammerpreismünze Landesprämierung – Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz« werden auf Weinflaschen angebracht, die bei einer Qualitätsprüfung besonders gut abgeschnitten haben. Woher der Angeklagte den Aufkleber hat oder ob er ihn eventuell von einer Flasche abgetrennt hat, geht aus der Mitteilung des Amtsgerichtes Cochem nicht hervor. Für den Prozess vor dem Amtsgericht kann sich der Angeklagte den Satz des antiken, griechischen Lyrikers Alkaios von Lesbos zu Herzen nehmen: »In vino veritas«, was auf Deutsch heißt: »Im Wein liegt die Wahrheit.« Strafrechtlich droht dem Mann laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Bericht folgt. Ein kurioser Fall beschäftigt am Montag, 31. Januar, den Strafrichter beim Amtsgericht Cochem. Verantworten vor Gericht muss sich  ein 32-jähriger Angeklagter, der sich offenbar schlauer fühlte, als die Polizei erlaubt. Ihm wird unter anderem wegen…

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