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Drei Eigentore: Turbulentes Match in Leiwen

Fußball-Rheinlandliga: Neuling auch im zweiten Heimspiel 3:3

Leiwen. Auch im zweiten Heimspiel des Aufsteigers SV Leiwen-Köwerich 2000 war der Unterhaltungswert sehr hoch: Fünf Tage nach dem 3:3 gegen den TuS Mayen gab es am Freitag Abend das gleiche Ergebnis im Derby gegen die SG Kyllburg/Badem/Gindorf. Während das Team von Trainer Vito Milosevic im ersten Heimmatch der Saison 3:1 führte und kurz vor Schluss den Sieg noch aus der Hand gab, holte man diesmal noch einen Zwei-Tore-Rückstand auf.

 

Kurios: Die offiziell 160 Zuschauer im Stadion "Römische Weinstraße" sahen gleich drei Eigentore. In der elften Minute gingen die Gäste nach couragierter, offensiv geführter Anfangsphase in Führung, nachdem Alexander Mittler einen Freistoß in den Strafraum getreten hatte und Sven Eckes unhaltbar und unfreiwillig für seinen Torwart und SVLK-Kapitän Sebastian Dahm den Ball in den Winkel verlängert hatte. Fast im Gegenzug der Ausgleichstreffer für Leiwen-Köwerich: Nach Hereingabe von Frank Chalve, der später angeschlagen den Platz verlassen musste (79.) drückte Nico Toppmöller den Ball über die Linie (12.). Wiederum nur fünf Minuten später Eigentor Nummer zwei der Hausherren, bei denen im Gegensatz zur Partie in Andernach (1:1), die nur rund 48 Stunden vorher stattgefunden hatte, diesmal einiges an Konzentration und geistiger Frische fehlte, während das Auftreten Eifeler zunächst strukturierter und bissiger schien. Auf Freistoß von Nils Habscheid fälschte Christian Schmitt ins eigene Netz ab.

Vogelwilde Leiwener

Leiwen-Köwerich war gerade in dieser Phase im Defensivverhalten vogelwild. Ums Haar in der 24. Minute bereits das 1:3, Daniel Robertz scheiterte im Duell Eins-gegen-Eins; Keeper Dahm blieb der Sieger. Einen Steilpass von Tim Habscheid verwertete der agile Maik Illigen in Minute 28 dann aber zum 1:3. Kaum Zeit zum Atemholen, Offensivaktionen en masse hatte der erste Durchgang zu bieten - und auch noch auf der anderen Seite ein Eigentor. Diesmal war es SG-Akteur Tobias Stoffel, der nach einer Rechtsflanke von Daniel Alsina-Fonts seinen Torwart Jonas Knauf überwand (32.). Leiwen-Köwerich hatte danach wieder mehr Zugriff auf die Partie, deckte nun auch Abwehrschwächen der Kyllburger auf. Alsina-Fonts sorgte in der 37. und 39. Minute für Gefahr, dann scheiterten auch noch Ramon Stief (43.) und Nico Toppmöller (45.). Sechs Minuten nach dem Seitenwechsel war der Gleichstand hergestellt. Walid Hammou hatte sich beherzt auf halbrechts durchgesetzt und dann sehenswert ins lange Eck abgeschlossen. Von der SG Kyllburg, bei der Alex Berscheid und Mike Schwand angeschlagen waren, deshalb nur eingewechselt wurden sowie mit Pierre Valerius, Timo Schakat und Felix Leuschen gleich drei Spieler wegen Kreuzbandverletzungen fehlten, kam danach offensiv kaum noch etwas. Aber auch auf der Gegenseite wurden vor allem mit dem schwer an der Schulter verletzten Marco Unnerstall sowie dem jetzt für einige Monate studienbedingt in Spanien weilenden Xavier Alsina-Fonts wichtige Leute vermisst.

Gastgeber im zweiten Durchgang gefährlicher

Mal wurde Alsina-Fonts im letzten Moment gestoppt (54.), mal schossen Christian Schmitt und Pascal Lex drüber (70./76.) - am Ende blieb es beim insgesamt gerechten 3:3. "Grundsätzlich sind wir hierhin gefahren, um einen Punkt mitzunehmen. Nach dem 3:1 war eigentlich mehr drin. Trotzdem muss man immer sehen, dass wir angesichts der vielen Ausfälle und Angeschlagenen schwierige Wochen mitmachen", sagte SG-Trainer Guido Habscheid in seiner Analyse. Sein Gegenüber Milosevic waren die vielen Mängel im Defensivspiel seiner Mannen in Hälfte eins nicht entgangen: "Zwei Eigentore von uns in einem Spiel - das gibt es sicher nicht jeden Tag. Nach dem dritten Spiel innerhalb von fünf Tagen hatten wir Kraftprobleme - und uns trotzdem in die Partie rein gebissen. Die Moral stimmt also." Beide Teams haben es jetzt mit der SG Saartal Irsch zu tun, deren Trainer Peter Schuh aufmerksamer Beobachter der Begegnung war: Dienstag, 19.30 Uhr, gastiert die SG in Irsch. Samstag, 17.30 Uhr, tritt dann Leiwen-Köwerich wiederum in Schoden an. AA

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