Unsere Serie: Mit dem Motorrad rund um die Welt - Für ein paar Runden tauscht Alexander Conrad sein Motorrad gegen Landmaschinen

Herforst. Abenteurer Alexander Conrad (29) aus Herforst berichtet exklusiv für den WochenSpiegel von seiner Motorradreise rund um die Welt.

Während meine Begleiterin MIla und ich entlang des türkischen Highways von Bursa aus immer weiter Richtung Osten fahren, passieren wir unzählige Maisfelder. Es muss Erntezeit sein, da uns Unmengen von Lastwagen beladen mit siliertem Mais begegnen. Es dauert auch nicht lange bis wir an einem Feld vorbei kommen, auf dem ein gut zehn Jahre alter Feldhäcksler seine Arbeit verrichtet. Ich fahre rechts ran, um mir dies genauer anzusehen  Der Eigentümer der Maschinen und Ländereien, alle Arbeiter nennen ihn nur "Patrone", bietet mir an, ein paar Runden auf der Maschine mitzufahren. Das Angebot nehme ich gerne an.

So entdecke ich, dass die türkischen Landwirte ihren Mais mit gut 20 Millimeter fast doppelt so lange häckseln wie die Deutschen. Alles wird bewässert, da sonst keinerlei Landwirtschaft möglich wäre. In den vergangenen drei Monaten habe es genau zwei Mal geregnet, erzählt mir der "Patrone" später. Von daher werden etwa zehn Millimeter dünne Plastik-Schläuche in den Feldern verlegt, die alle 0,5 Meter eine Dränage-Öffnung haben. Nur wundert mich die Behandlung derer während der Ernte, da sich scheinbar niemand so richtig dafür verantwortlich fühlt, weil Häcksler und Lastwagen permanent darüber fahren ...

Anschließend weist uns der Patrone an, ihm zu seiner Farm zu folgen. Wir kommunizieren über Zeichensprache. Auf der Farm angekommen, werden wir sofort zu Tisch gebeten -  Widerrede scheint zwecklos. Er versucht uns etwas über sein Business zu erklären, nur leider verstehen weder ich noch meine Freundin Mila wirklich viel. Nur so viel, dass er all seine Ernte verkauft und keinen Eigenbedarf hat.

Beim Abschied zeigt er uns noch den Weg zu seinen Mähdreschern, die gerade bei der Ernte sind, in den sehr durchnässten Getreide-Feldern. Die Ernte hier muss in noch sehr  feuchten Bedingungen erfolgen, da die Ären bereits sehr abgereift und trocken sind, wenn Pflanze und Boden noch im Wasser stehen. So verfügen diese Maschinen über Raupen-Laufwerke, um gut mit diesen nassen Bedingungen zurecht zu kommen. Auch dieses Mal winkt der Fahrer mich in seine Kabine und ich drehe ein paar Runden mit ihm.

Einmal mehr eine erstklassige und sehr tolle gastfreundschaftliche Erfahrung, die ich in der Türkei erlebe und von daher Land und Leute mehr und mehr in mein Herz schließe ?

Fortsetzung folgt!

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