Unsere Serie: Mit dem Motorrad rund um die Welt - Türkische Gastfreundschaft

Herforst. Abenteuerer Alexander Conrad (29) aus Herforst berichtet exclusiv für den WochenSpiegel von seiner Motorradreise rund um die Welt.

Die Gastfreundschaft, die ich in der Türkei erlebe, stellt alles von mir bisher gekannte in den Schatten. In Ipsala überqueren wir die Grenze von Griechenland zur Türkei und werden von allen Grenzbeamten sehr freundlich empfangen. Lediglich die bewaffneten Soldaten, die allesamt maximal ein Alter von 20 Jahren haben, kommen mir und meiner Begleiterin Mila mit ihren finsteren Blicken etwas furchteinflößend vor. Allerdings verändert sich ihre Mimik nach einem kurzen Kopfnicken meinerseits im Vorbeifahren, zu einem freundlicheren Lächeln, was die Art eines erwiderten Willkommens-Grußes erkennen lässt.

Während der Fahrt durch das Land bekommen wir sehr oft bereits einen Cay, türkischer Tee und Nationalgetränk, in die Hand gedrückt, wenn wir noch nicht einmal vom Motorrad abgestiegen sind. In jeder Tankstelle oder jedem Cafe, wo wir Station machen werden wir ausgefragt, wo wir her kommen und hin wollen.

Wir erhalten viele Tipps für die Weiterreise und keine Gelegenheit, um die Getränke selbst zu bezahlen. Für eine Nacht stellen wir unser Zelt in einer der in der Türkei üblichen "Picknick-Parks" auf. Und keine fünf Minuten nachdem ich im nahegelegen gelegenen Restaurant um Camp-Erlaubnis gefragt habe, kommt ein Kellner mit einem warmen Brot auf uns zu, frisch aus dem Ofen und einfach so.

Auch dauert es meist nicht lange, bis irgendjemand mein deutsches Kennzeichen registriert, bis jemand aufgetrieben wird, ob der Onkel, Opa oder nur ein Bekannter, der eine Zeit in Deutschland verbracht hat und von daher sehr gut meine Muttersprache spricht und uns aufs allerherzlichste willkommen heißt.

 

 

In Bursa, der viert größten Stadt des Landes, werden wir von Önder, einem in Augsburg aufgewachsenen Deutsch-Türken eingeladen, eine Nacht bei ihm und seiner Familie zu verbringen. Und auch er ist über alle Maße besorgt um unser leibliches Wohl. Da er selbst Motorrad fährt, bietet er mir zusätzlich an, in seiner Werkstatt Wartungsarbeiten an meiner Maschine zu leisten. Dieses Angebot schlage ich natürlich nicht aus, da es an der Zeit für einen Ölwechsel und zum Austausch von Öl- und Luftfilter ist. Sein dreijähriger Sohn (Bild oben) hilft begeistert und tatkräftig mit. Am darauffolgenden Tag stellt Önder uns seinen Schwiegereltern vor, die ebenfalls das unbändige Bedürfnis haben, uns zu beköstigen. Nachdem ich ihm die Pläne für unsere Weiterfahrt erkläre, ruft er kurzerhand einen Freund in unserem nächsten Zielort Mudanya an und gibt uns dessen Kontaktdaten.

Sein Freund empfängt uns bereits winkend am Ortseingang mit den Worten "Welcome to Mudanya" und hat längst ein Hotelzimmer für uns reserviert, so dass wir lediglich noch das Motorrad parken und unsere Sachen auf's Zimmer bringen müssen. Ich bin fasziniert von der Türkei und den dort lebenden Menschen. Sie begegnen Fremden mit Offenheit und Gastfreundschaft.

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Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden

Mayen. Am 8. Juli  ist die Flagge des weltweiten Bündnisses "Mayors for Peace" von Oberbürgermeister Wolfgang Treis vor dem Rathaus gehisst. Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Die Organisation wurde 1982 vom Bürgermeister von Hiroshima gegründet.  Aus der grundsätzlichen Überlegung heraus, dass BürgermeisterInnen für die Sicherheit und das Leben ihrer BürgerInnen verantwortlich sind, versuchen die "Mayors for Peace" Einfluss auf die weltweite Verbreitung von Atomwaffen zu nehmen und diese zu verhindern. Die "Mayors of Peace" fordern die Atommächte eindringlich dazu auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen und dem 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag endlich beizutreten.“ Mehr als 7.900 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 680 Städte in Deutschland. Mit der Aktion setzen sich die Bürgermeister für den Frieden – in diesem Jahr insbesondere für die Verlängerung des New-Start-Vertrages – ein. Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen. Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrages appellieren die Mayors for Peace am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen. Mehr Informationen unter www.mayorsforpeace.deAm 8. Juli  ist die Flagge des weltweiten Bündnisses "Mayors for Peace" von Oberbürgermeister Wolfgang Treis vor dem Rathaus gehisst. Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Die Organisation wurde 1982…

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