Unsere Serie: Mit Mila und Motorrad rund um die Welt

Herforst. Liebe ist ... zu zweit mit dem Motorrad die Welt zu erkunden. Abenteurer Alexander Conrad (29) aus Herforst berichtet exklusiv für den WochenSpiegel von seiner Motorradreise um die Welt.

Während meiner dreimonatigen Motorradreise im vergangenen Jahr habe ich in Italien eine junge Russin kennengelernt, die selbst mit dem Rucksack durch das Land gereist ist und mit der ich mich sehr gut verstanden habe. So haben wir bereits dort einige Tage gemeinsam verbracht, in dem wir mit meinem Motorrad durch die Alpen gefahren sind. Ich habe ihr damals erzählt, dass ich von einer längeren Reise, einer "ohne Limit" und "Rückfahrticket" träume und versuchen möchte, diese 2012 zu verwirklichen. Da sie so sehr von mir und meinem Vorhaben inspiriert war, selbst noch auf der Suche nach "mehr" als einem normalen Leben ist, hat sie beschlossen, sich mir anzuschließen. Im Juni dieses Jahres hat sie ihr Studium beendet und sich ein One-Way-Ticket nach Griechenland gekauft. Dort haben wir uns dann wieder getroffen. So sind wir nun seit gut zwei Monaten gemeinsam mit meiner Maschine unterwegs.

 

Neben der Zweisamkeit bringt dies allerdings auch einige Herausforderungen mit sich, da monatelang zu zweit auf einem Motorrad zu reisen und nahezu die gesamte Zeit zusammen zu verbringen, ja nicht unbedingt dem alltäglichen Lebensstil entspricht. Aber da ich ja ohnehin nicht auf der Suche nach diesem bin, ist es eine sehr willkommene und abwechslungsreiche Herausforderung.Allerdings hat mein Motorrad, was das Gesamtgewicht angeht, die Grenze überschritten. Wir mussten mehrmals unser Gewicht reduzieren, indem wir uns von mehreren T-Shirts, Socken und Hosen trennen, bis wir bei "three pairs of underwear" für jeden angekommen sind. Ich merke einmal mehr, dass ich zu Beginn viel zu viel eingepackt habe, da wir mittlerweile zu zweit weniger Gepäck haben, als ich, als im März gestartet bin. Trotzdem musste ich ein neues Fahrwerk installieren, was der permanenten höheren Belastung gewachsen ist. Vor allem in Anbetracht der zukünftigen zu erwartenden Straßenverhältnisse unserer geplanten Route wollte ich auf Nummer sicher gehen. Sollte da etwas passieren, geschieht es ja wahrscheinlich auf einer Strecke, wo keine direkte Hilfe anzutreffen ist. Zusätzlich habe ich noch ein wenig Selbst-Improvisation betrieben. Ein zusätzliches PVC-Rohr habe ich hinter meinem Vorderrad angebracht, um dort nun in erster Linie Werkzeug und weitere schwere Dinge wie Öl zu deponieren. So versuche ich, möglichst viel Gewicht von hinten nach vorne zu verlagern und das Fahrverhalten zu stabilisieren. Ich merke, dass das Fahren zu zweit mich sowohl mental und auch physisch weitaus mehr fordert. Habe ich alleine an langen Tagen bis zu 500 Kilometer hinter mich gebracht, sind nun 400 Kilometer hohe Tagesleistungen.

Seit gut 3000 Kilometer sind Mila und ich zusammen unterwegs. Ich genieße es sehr. Denn manchmal kommt doch Einsamkeit auf, die mir arg zusetzt. Wobei man, wenn man Fremden und Neuem unkritisch gegenübersteht und offen ist, allerdings nie wirklich lange alleine bleibt. Aber alleine und einsam sind ja auch zwei Paar Schuhe, so dass ich mich nun auf eine schöne Zeit zu zweit freue. ...

Fortsetzung folgt!

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