Unsere Serie - Mit dem Motorrad rund um die Welt - Türkei im Iran

Herforst. Wir fahren immer in östlicher Richtung und verbringen unsere letzte Nacht in der Türkei in Dogubayzit, der letzten größeren Stadt vor dem Iran. Diese liegt in unmittelbarer Entfernung des 5165 Meter hohen Berges Ararat, auf welchem sich nach dem Alten Testament die "Arche Noah" niedergelassen haben soll. Leider ist der dauerhaft mit Schnee bedeckte Gipfel des Berges an beiden Tagen in Wolken verhangen und mein Wunsch den Berg einmal selbst in seiner imposanten Größe zu sehen, erfüllt sich leider nicht. Einheimische erzählen uns, dass in den vergangen Jahrzehnten bereits mehrere Male Forscher-Teams aus fremden Ländern mit der Behauptung, sie haben Überreste eines hölzernen Schiffes am Berg entdeckt, für Furore gesorgt haben. Dies wurde allerdings jedes Mal von türkischen Regierungs-Kommissionen mit der Aussage "Es gibt kein Schiff auf dem Berg!" negiert. Über den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen werde weiterhin spekuliert. In Bazargan ist es dann soweit und wir verlassen die Türkei und betreten die Grenze zum Iran. Aufgrund unserer Visa ist die Einreise für uns zu Beginn recht unproblematisch, bis es zu dem Punkt des Motorrades kommt. Wie erwartet wird ein "carnet de passages" von mir verlangt, ein internationales Zolldokument, welches diverse Länder, darunter der Iran, für eine Einreise mit einem motorisierten Fahrzeug verlangen. Ich händige dem Grenzbeamten dies aus und er geleitet mich zum Abfertigen in eines der Nebenzimmer im Zollgebäude. Zusätzlich kommen zwei weitere Herren hinzu und einer stellt sich lässig die Beine über Kreuz und Arme verschränkt, sich gegen die Tischkante lehnend, vor mich und meint 20 Euro. Auf meine Frage "Why?" kommt nur "No questions! Pay!". Und ich werde zum ersten Mal in meinem Leben mit korrupten Grenzbeamten konfrontiert. Bis auf 15 türkische Lira drücke ich den Betrag zwar, zahle aber, da mir doch recht komisch zu Mute wird und ich in solchen Situationen bisher keinerlei Erfahrung habe. Nachdem wir dann abgefertigt sind, versuchen wir noch einmal gemeinsam nach dem Grund für diese Zahlung zu fragen. Und da meine Begleiterin Mila Persisch spricht, gelingt es ihr, dem Mann klar zu machen, dass wir ohnehin kaum Geld haben und es keinen gerechtfertigten Grund hierfür gäbe. Der Mann meint nur, wir sollen ihm dankbar sein für seine Hilfe und dies wäre ein Geschenk von uns an sie. Nach fünfminütiger Diskussion gibt er uns aber doch wider Erwarten das Geld zurück. Wir machen uns schleunigst aus dem Staub, halten in vermeintlich sicherer Entfernung an, um ein erstes Foto auf dem Boden der "Islamic Republic of Iran" zu machen. Allerdings nur in vermeintlich sicherer Entfernung, wie sich heraus stellt, als wir gut 500 Meter später erneut von offiziellen Personen in Zivil gestoppt werden und wiederum sämtliche Papiere vorzeigen müssen. Der oberste dieser Männer, beide Arme und Hände sind durch Prothesen ersetzt, tut sich recht schwer, erneute Signaturen in unsere zuvor erhaltenen Papiere zu zeichnen, heißt uns allerdings anschließend mit den Worten "Welcome to Iran" willkommen und wir können endlich unseren Weg in die bereits anbrechende iranische Nacht fortsetzen ... Fortsetzung folgt!  Wir fahren immer in östlicher Richtung und verbringen unsere letzte Nacht in der Türkei in Dogubayzit, der letzten größeren Stadt vor dem Iran. Diese liegt in unmittelbarer Entfernung des 5165 Meter hohen Berges Ararat, auf welchem sich nach dem…

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