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„Eifel.Turm“ als neues Wahrzeichen

Überdimensionaler Holzkohlemeiler soll in Raffelsbrand stehe

Hürtgenwald. Es war wieder ein wahres Informationsfeuerwerk, das der Kreis Düren und seine Eifel-Kommunen in ihrer Pressekonferenz im Rahmen der weltweiten Leitmesse der Tourismusbranche, der ITB in Berlin, gezündet haben. Landrat Wolfgang Spelthahn begrüßte die Bürgermeister Ingo Esser (Kreuzau), Marco Schmunkamp (Nideggen), Peter Cremer (Heimbach) und Axel Buch (Hürtgenwald) sowie Jörg T. Böckeler, COO bei Dorint.

„Mit Weitblick in die Zukunft“ war der Termin überschrieben. Auftakt und Schlusspunkt waren Projekte in Hürtgenwald. Überraschend wurde das geplante neue Wahrzeichen des Eifelteils des Kreises Düren in Berlin enthüllt: der Eifel.Turm. Der etwa 45 Meter hohe überdimensionale Holzkohlemeiler soll am höchsten Punkt der Gemeinde, auf etwa 560 Metern Höhe in Raffelsbrand, errichtet werden. Der Künstler Rainer Arke vom Kunst- und Kulturverein HöhenArt hatte das Modell entworfen. Vollkommen barrierefrei soll auf diesem aus Holzstämmen errichteten Turm in die Höhe gehen, entweder über einen Aufzug oder einen Spindelweg. Runter soll es auch über eine Rutsche gehen – „allein schon aus Brandschutzgründen“, wie Spelthahn erklärte. Finanziert ist das Projekt aber nicht. Der Kreis Düren und die Gemeinde Hürtgenwald hoffen auf eine rege Bürgerbeteiligung, die Turm-Aktien kaufen kann, um sich an der Finanzierung zu beteiligen.

Landschaftsmuseum für kulturhistorischen Gedenktourismus

Ebenfalls in Hürtgenwald, genauer: in Vossenack, soll ein Landschaftsmuseum entstehen. „Wir haben einen Riesen-Tourismus in der Region, der sich auf Spurensuche nach Hürtgenwald 1944 begibt“, erklärte Axel Buch. Da das ein sensibles Thema ist und man als Gemeinde auch nicht den kulturhistorischen Gedenktourismus befeuern wolle, sei das eine Riesenherausforderung. „Das Landschaftsmuseum soll ein Symbol des Friedens sein“, bekräftigte Landrat Spelthahn. Im deutsch-amerikanischen Jahr soll ein Kunstwettbewerb, der sich an deutsche und amerikanische Künstler wendet, unter Begleitung der Kunstakademie Heimbach, dieses Projekt begleiten.

Stolz ist der Kreis Düren auf den RurUfer-Radweg, der 2020 fertig gestellt wird und der das Rurufer über Storytelling inszenieren will. „Der Tourismus ist unser wichtigstes Standbein, deshalb ist der RurUfer-Radweg für uns sehr wichtig“, sagte Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer. Gleichzeitig wird in der kleinsten Stadt Nordrhein-Westfalens dieses Jahr das zehnjährige Bestehen der Kunstakademie gefeiert, das 50-jährige Bestehen der Stadt mit den heutigen Grenzen. Außerdem sei die Öffnung von Mariawald ein touristischer Hotspot.

RurUfer-Radweg und Eschauel

Sein Kollege Marco Schmunkamp auf Nideggen begrüßt ebenfalls den neuen Radweg. Der Bereich Eschauel werde dadurch in Wert gesetzt. Schmunkamp, ein begeisterter Radfahrer, freut sich vor allen Dingen darüber, dass durch die neuen technischen Möglichkeiten (Pedelecs und E-Bikes) immer mehr Menschen radfahren könnten. „Das ist ein Riesen-Mehrwert.“

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Kommentar von Konrad Schöller
Das sind ja völlig neue Töne aus dem Rathaus in Hürtgenwald! Die Spurensuche nach Hürtgenwald 1944 sei ein sensibles Thema und man wolle als Gemeinde nicht den kulturhistorischen Gedenktourismus befeuern. Ein zwar äußerst später, aber sehr zu begrüßender Erkenntnisgewinn! Nur, wie verträgt sich diese Aussage mit den allergrößten Anstrengungen der Gemeinde, die historischen Geschehnisse möglichst opulent touristisch zu vermarkten? Und was die einseitige und verengende Fokussierung auf das Schlachtengeschehen angeht: Wäre es nicht längst an der Zeit, auch andere Facetten der Nazi-Zeit in den Blick zu nehmen, wie z.B. die Indoktrination von brauner Rassenideologie im Reichsausbildungslager Germeter oder die menschenverachtende Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener im Arbeitskommando Wittscheidt. Wann beschäftigt man sich mit diesen (unbequemen) Themen?