Abzocke per Kurznachricht

Polizei und Verbraucherzentrale warnen vor SMS-Betrugsmasche

Kreis Euskirchen. »Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es« – Viele Mobiltelefon-Nutzer erhalten aktuell Kurznachrichten (SMS) mit diesem oder ähnlichem Wortlaut. Darin werden die Empfänger aufgefordert einen Link zu öffnen. Polizei und Verbraucherschützer warnen davor, denn es handelt sich nicht selten um eine neue Betrugsmasche.

Viele Handynutzer werden aktuell von einer SMS-Flut belästigt. Die Kurznachrichten stammen von angeblichen Paketdiensten und fordern die Empfänger auf, einen Link zu öffnen. Die Verbraucherzentrale Euskirchen und die Polizei warnen jedoch in diesem Zusammenhang vor einer neuen Betrugsmasche. »Die Absichten, die dahinterstecken sind unterschiedlich. Einige haben es darauf abgesehen, schädliche Apps zu verbreiten, die Daten auslesen und massenweise SMS an gespeicherte Kontakte senden. Andere wollen ahnungslose Opfer in Abofallen locken sagt Monika Schiffer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Euskirchen.

Mehr Betrugs-SMS seit Ostern

Seit Ostern habe der Versand dieser SMS offenbar noch zugenommen. »Darauf deutet eine gestiegene Anzahl an Verbraucheranfragen hin«, sagt Monika Schiffer. Diese Zunahmen bestätigt auch Franz Küpper, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Euskirchen. »Die Kriminellen sind, was den Versand dieser SMS angeht, seit Ostern wesentlich aktiver geworden.« Insgesamt 27 dieser Betrugsmasche sind laut Küpper seit Anfang 2021 bei der Polizei im Kreis Euskirchen angezeigt worden (Stand 23. April). »Wir vermuten allerdings, dass die Dunkelziffer höher ist« betont Küpper. Darum sei es für die Opfer umso wichtiger Anzeige zu erstatten. »Betroffene haben zahlreiche Rechte. Das Strafverfahren soll mögliche Belastungen des Opfers abmildern und erlittenes Unrecht wieder gut zu machen«, erklärt Küpper.


Welchen Schaden diese SMS anrichten können, weiß Monika Schiffer: »Wir erhalten sehr viele Anfragen zu diesen SMS-Nachrichten. In einem konkreten Fall, hat jemand diesen Link angeklickt. Der Betreffende hat dann nach dem Wochenende bemerkt, dass sein Smartphone eigenständig durch eine Schadsoftware Tausende von SMS-Nachrichten verschickt hat. Dadurch sind Kosten von circa 600 Euro entstanden.«
Bislang sind laut Polizei nur Fälle von Geschädigten bekannt geworden, die das Android-Betriebssystem benutzen. Nach Einschätzung der Kriminalprävention sei es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich Betrüger auch auf andere Betriebssysteme spezialisieren werden.

Abzocke durch betrügerische Paket-SMS verhindern – Polizei gibt Tipps

n     Auf keinen Fall  sollte man auf Links klicken, die man unerwartet oder von Unbekannten bekommen hat. Es besteht die Möglichkeit, beim Mobilfunkanbieter eine  Drittanbietersperre einzurichten. Die Sperre verhindert Zahlungen über die Mobilfunkrechnung an Dritte.
 n     Zudem sollte man keine Installation fremder Apps bestätigen und in  den Einstellungen des Smartphones die automatische Installation von Apps deaktivieren.
 n     Außerdem sollte man regelmäßig die Smartphone-Daten sichern (Backup).

Wurde die Schadsoftware bereits heruntergeladen:
n     Smartphone in den Flugmodus schalten
n     Informieren Sie Ihren Provider (Mobilfunkanbieter),
n     Versuchen Sie die nicht gewollte App im abgesicherten Modus zu deinstallieren,
n     Die Möglichkeit prüfen, das Smartphone, ohne Verlust wichtiger Daten, in den Werkszustand zurückzusetzen.
n     Anzeige bei der Polizei erstatten, auch um mögliche Versicherungsansprüche geltend zu machen. Die Möglichkeit  zur Anzeigenerstattung besteht  auch online: service.polizei.nrw.de/anzeige
n     Was man tun kann, wenn unerwünschte Kosten entstanden sind und weitere ausführliche Tipps der Verbraucherzentrale unter www.wochenspiegellive.de

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.