Börde Feuer: Wehren vernetzen sich und werben Mitglieder

Kreis Euskirchen. Mitglieder werben, für mehr Akzeptanz sorgen und die Feuerwehren vernetzen – das ist das Ziel des Leader-Projektes „Börde Feuer“ in der Region Zülpicher Börde.

Die Idee dazu entstand vor drei Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Nörvenich, wie Wehrleiter Oliver Hartlieb während eines Pressetermins erzählte. Schnell war allen Beteiligten klar, zusammen mit den umliegenden Kommunen kann viel mehr auf die Beine gestellt werden als alleine. Der Projektträger ist der Kreis Düren, der das „Börde Feuer“ zusammen mit den Gemeinden Nörvenich, Weilerswist, Vettweiß, der Stadt Zülpich und dem südlichen Stadtgebiet von Erftstadt umsetzen will. Es wird eine Stabstelle „Kommunikation“ errichtet, die als zentraler Servicepartner die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren in der Region unterstützt. Zudem werden Rahmenbedingungen zur Planung und Umsetzung überregionaler Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung geschaffen und ein allgemein gültiges Konzept für die Freiwilligen Feuerwehren in der Leader-Region Zülpicher Börde entwickelt.

„Es ist ein großartiges Projekt“, meinte Wolfgang Spelthahn, Landrat im Kreis Düren. Der Dienst bei der Feuerwehr werde immer anspruchsvoller und die Herausforderungen seien gewachsen, erklärte Spelthahn. Knapp 170.000 Euro betragen die Gesamtkosten, von denen etwa 108.000 über die Leader-Förderung getragen werden. Die übrigen 35 Prozent übernehmen die Städte Zülpich und Erftstadt und die Gemeinden Nörvenich, Weilerswist und Vettweiß. „Es ist ein Projekt, was die Feuerwehren verbindet“, sagte Michael Reutter, Beigeordneter der Stadt Nörvenich. Bei der Nachwuchsgewinnung denken die Feuerwehren nicht nur an die Kinder und Jugendlichen sondern auch an „Spätberufene“ oder Quereinsteiger.

Spätem Einstieg steht nichts im Wege

Auch mit 40 oder 50 Jahren steht einem Einstieg bei der Freiwilligen Feuerwehr bei gesundheitlicher Eignung nichts im Weg. In Nörvenich hätten sie beispielsweise mit großem Erfolg eine Ladys-Night ausgerichtet, denn der Frauenanteil sei immer noch recht gering, meinte Hartlieb. Er könne sich aber auch vorstellen, dass Rentner Aufgaben übernehmen könnten auch wenn sie nicht mehr für den aktiven Dienst tauglich sind. Sie könnten in der Ausbildung arbeiten oder auch für die Verpflegung der Feuerwehrleute bei Einsätzen sorgen.

Für die professionelle Umsetzung setzen die Beteiligten auf eine externe Agentur. Die Ausschreibung beginne jetzt und er hoffe, das Ende des Jahres die gewählte Agentur mit der Arbeit beginnen könne, sagte Leader-Regionalmanager Peter Wackers. Ein Anhänger mit Präsentationsmaterial soll unter anderem angeschafft werden, der beispielsweise bei Tagen der Offenen Tür oder Stadtfesten genutzt werden kann. Außerdem soll eine gemeinsame Plattform für die Jugendfeuerwehren geschaffen werden. „Die gibt es noch nicht“, meinte Oliver Hartlieb, „es besteht aber großer Bedarf“. Zudem soll es Workshops und Infotermine besonders für Arbeitgeber geben, um die Akzeptanz für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu stärken.

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