2x2 Meter große Kunst unter freiem Himmel

Bad Münstereifel. Eine außergewöhnliche Kunstausstellung, die ihres Gleichen sucht, plant eine Projektgruppe unter dem Dach der Bürgerstiftung Bad Münstereifel. Noch in diesem Jahr wird es in der Kurstadt eine »OpenAirGalerie« geben, die nacheinander an drei verschiedenen Ausstellungsorten zu bewundern sein wird.

Das Thema der »OpenAirGalerie« in Bad Münstereifel ist einfach erklärt: »Heimat 2.0«. Was ist Heimat, wo ist sie? Ist Heimat eher ein Zustand, den ich durch meine Handlung auch beeinflussen kann, als ein Ort, der unabänderlich ist? Was macht mir daran Lust? Unlust. Verlust. »Das ganze soll eine Auseinandersetzung mit dem Thema Heimatlust heute und morgen, nicht gestern, deshalb 2.0 sein«, erklärt Projektleiterin Waltraud Stening-Belz.

Werke auf Planen

Dabei ist die Grundidee der Aktion, dem Besucher die Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren und damit für jedermann zugänglich zu machen. Die Grundlage der Ausstellung sollen künstlerische Beiträge regionaler und überregionaler Künstler aber auch von Schülern der ansässigen Schulen sein. Das dafür entwickelte Format ist dabei die Besonderheit. Alle Werke werden abfotografiert und der Jury mittels Powerpoint-Präsentation vorgestellt, dabei werden die Kürzel der Künstler natürlich abgedeckt, damit die Jury nicht voreingenommen an die Sache herangeht. Die Jury wird nach dem Ablauf der Einsendefrist (31. März) 30 Arbeiten auswählen, die dann per Druckverfahren auf LKW-Planen im Format zwei Mal zwei Meter übertragen werden.

Versteigerung

Die Kunstreproduktionen werden dann am Ende der Ausstellung im Rahmen einer amerikanischen Versteigerungsgala (voraussichtlich Ende Januar 2018) veräußert. Nicht ersteigerte Planen werden zu Taschen verarbeitet und als Unikate in Bad Münstereifel verkauft. Der Erlös der Versteigerung wird in Folgeprojekte fließen, denn diese sind bereits geplant. In einem zweijährigen Turnus soll die »OpenAirGalerie« natürlich mit anderen Themen vorgesetzt werden.

Wechselnde Orte

Die Ausstellungseröffnung wird am 9. Juli in der historischen Altstadt sein. Ab dem 10. September ist die Ausstellung dann im 1,5 Hektar großen historischen Kurparkwäldchen oberhalb des Kurhauses zu bewundern sein. Den letzten Kunstraum bezieht die OpenAirGalerie dann am 12. November auf dem Werksgelände der Firma Peter Greven in Iversheim.

»Die unterschiedlichen Ausstellungsorte sind neben dem ungewöhnlichen Format ein Alleinstellungsmerkmal der OpenAirGalerie. Dabei sollen mit jeweils gleichen Mitteln unterschiedlichste Spannungsfelder erzeugt werden. Orte, die von der Mehrzahl der Passanten nie mit einer besonderen Aufmerksamkeit gewürdigt wurden, wollen wir derart stark in den Fokus rücken, dass sie geradezu ins Auge springen«, meint Projektleiterin Waltraud Stening-Belz.

Finanzspritze

Auch Sponsoren konnten für das außergewöhnliche Projekt bereits gefunden werden: »3.300 Euro an Spenden sind für das Projekt eingegangen«, freute sich Bodo Kerstin vom Vorstand der Bürgerstiftung.

Text: Paul Düster

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