Bad Münstereifel feiert 50 Jahre Kommunale Neugliederung

Zeitzeugen blicken zurück

Bad Münstereifel. Mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises Euskirchen vom 10. Juni 1969 wurde zum 1. Juli 1969 die neue Stadt Bad Münstereifel geschaffen. Dieses Jubiläum, das man eigentlich schon im Sommer hätte feiern können, verband die Stadt Bad Münstereifel mit zwei Jubiläen des Rates der Stadt: Am 9. November 1969 wurde der erste Rat der neuen Stadt gewählt, weshalb man auch hier einen 50. Jahrestag begehen konnte. Gleichzeitig erinnerte man bei der Feierlichkeit an die erste urkundliche Ratsverfassung, die der Stadt am 10. November 1454 – mithin also vor 565 Jahren – verliehen wurde.

Da Landrat Günter Rosenke als einer der Ehrengäste der Jubiläumsfeier in Bad Münstereifel jüngst selbst sein silbernes Dienstjubiläum als Landrat des Kreises Euskirchen begehen konnte, ergriff Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian die Gelegenheit beim Schopf und lud den Landrat ein, sich ins Goldene Buch der Stadt Bad Münstereifel einzutragen.

Rund 80 Gäste stießen dann gemeinsam mit der Bürgermeisterin, dem Landrat und weiteren Ehrengästen – darunter auch Ehrenbürger Heino, Oberkreisdirektor a.D. Dr. Ingo Wolf und Bürgermeister a.D. Hans-Joachim Bädorf – an. Unter den Anwesenden waren unter anderem die Herren Johannes Brühl und Oskar Zimmermann, die 1969 als Stadtverordnete dem ersten Rat der neuen Stadt Bad Münstereifel angehört hatten. Joseph Matthias Ohlert, der dritte noch lebende Stadtverordnete aus dieser Zeit, hatte kurzfristig absagen müssen.

In das historische Ratsjubiläum führte anschließend Stadthistoriker Harald Bongart ein. In einer spätmittelalterlichen Gewandung gekleidet vermittelte er den Anwesenden einen kurzen Einblick in die Geschichte des alten Rates in der Zeit von 1454 bis 1798 und unternahm sodann mit ihnen eine kleine Zeitreise durch das Stadtgebiet in seinen heutigen Grenzen. Für die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer war es sicherlich erstaunlich, dass man vor 250 Jahren bei einer Reise von Rupperath über die Mutscheid, Mahlberg, Scheuerheck und weiter nach Wald, Houverath mit den weiteren Dörfern der Pfarrgemeinde St. Thomas, sodann durch den Flamersheimer Wald und weiter nach Münstereifel, Iversheim und Arloff-Kirspenich nicht weniger als sieben Landesgrenzen überschreiten musste.

Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian zeigte in ihrer Ansprache die Entwicklung des Stadtgebietes während der Peußenzeit auf und referierte über die Gründe, die zur Kommunalen Neugliederung führten. Als besondere Ehrengäste begrüßte sie dann drei Zeitzeugen, deren Wirken unmittelbar mit der Kommunalen Neugliederung verbunden ist: Aus Euskirchen war Dr. Karl-Heinz Decker gekommen, aus Köln war Dr. Heinrich Göller angereist, während Herr Armin Ahrendt buchstäblich ein Heimspiel hatte.

Dr. Decker, der von 1973 bis 1993 Oberkreisdirektor des Kreises Euskirchen war, hatte die Kommunale Neugliederung federführend vorbereitet; Dr. Göller hatte danach als Hauptverwaltungsbeamter vom 1. Juli 1969 bis zur Wahl des ersten Stadtdirektors die Verwaltungsgeschäfte der neuen Stadt geführt. Diese Aufgabe lag dann ab dem 1. März 1970 in den Händen des am 29. Januar 1970 vom Rat gewählten Stadtdirektor Armin Ahrendt.

In einem Gespräch, das Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian moderierte, gaben die drei Zeitzeugen gerne Auskunft. Dr. Decker berichtete sehr launig von den Problemen, mit denen er im Vorfeld der Neugliederung zu kämpfen hatte. Dr. Göller schilderte die Zusammenarbeit mit dem vormaligen Stadtdirektor Derkum und dem Amtsdirektor von Münstereifel-Land, Hürholz, sowie Bürgermeister Heuel, der vom 1. Juli 1969 bis zur Wahl des ersten Rates am 9. November 1969 der einzige politische Repräsentant der neuen Stadt Bad Münstereifel war. Ratssitzungen, so berichtete Dr. Göller, führten er und die drei Genannten und die Beschlüsse wurden einstimmig getroffen.

Stadtdirektor a.D. Ahrendt ließ die strukturellen Probleme der neuen Stadt Revue passieren. Auch die dezentrale räumliche Situation der Stadtverwaltung, die seinerzeit auf drei Standorte verteilt war, führte er als Schwierigkeit an. Im Fazit waren sich alle drei Herren einig, dass die Schaffung der neuen Stadt Bad Münstereifel nicht nur notwendig, sondern auch sehr erfolgreich gewesen sei und sie stellten Bad Münstereifel ein durchweg gutes Zeugnis aus.

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