Alte Mülheimer Hausnamen werden bewahrt

Attraktive Schilder warten darauf, aufgehängt zu werden

Mülheim. Zwei Jahrzehnte hindurch gab es in Mülheim die »Dechant-Schelauske-Straße«. Nur keiner im 550-Seelen-Dorf nannte sie auch so. Im Ort heißt diese Straße schlicht und einfach »Tieffgahs«. Diese speziellen Eigennamen beziehen sich aber längst nicht nur auf Straßen, sondern auch die Häuser werden speziell benannt - »Halefe«, »Pittesch« oder »Kömmens« sind da nur einige Beispiele. »Ich kenne noch einige dieser Hausnamen«, sagt Ortsvorsteher Rainer Reetz, »aber auch ich weiß nicht bei allen, woher der Name kommt.« Und er befürchtete, dass die alten Hausnamen irgendwann einmal in Vergessenheit geraten könnten.

Diese Gefahr ist jedoch gebannt. Denn Rainer Reetz dachte sich gemeinsam mit Michael Pauels und dem Dorfchronisten Harald Weißkopf eine Möglichkeit aus, wie man das Wissen um die Historie der alten Häuser und Straßen für lange Zeit erhalten kann. Besagtes Wissen wurde nämlich auf insgesamt 52 attraktiv gestaltete Tafeln aus Aluminium gedruckt, auf denen nicht nur die Geschichte des betreffenden Hauses nachzulesen ist, sondern es sind auch historische Fotos der Gebäude zu sehen.

Projekt für einen ganzen Winter

»Dieses Projekt«, schmunzelt Rainer Reetz, »hat uns den ganzen Winter über beschäftigt.« Denn es war eine Heidenarbeit, für die alten Gebäude die entsprechende Geschichte, vor allem aber auch die historischen Fotos aufzutreiben. Zudem stellte Rainer Reetz erfolgreich einen Förderantrag. Für das Vorhaben wurden insgesamt 2000 Euro aus dem NRW-Förderprogramm Heimat bewilligt.

QR-Code leitet künftig auf Homepage weiter

Auf der Suche nach einer passenden Druckerei, die Fotos und Informationen optisch ansprechend auf Aluminiumschilder bannen konnte, wurde man im benachbarten Dahlem fündig. Einiges an Arbeit kommt nun noch auf Michael Pauels zu. Denn die Schilder weisen zursätzlich einen QR-Code auf. Mit ihm kann man künftig weitere Informationen über das betreffende Objekt über die Homepage des Ortes https://eifeldorf-muelheim.de/ beziehen. »Aktuell«, so der zuständige »Internetmann« Michael Pauels, »sind diese Informationen noch nicht verfügbar, da wir die ganze Historie und Fotos noch einpflegen müssen.« Jetzt warten die insgesamt 52 Schilder nur noch darauf, auch an den Häusern angebracht zu werden. Das sollte eigentlich mit einem kleinen Dorffest längst geschehen sein, doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen. »Wahrscheinlich«, so Rainer Reetz, »werden wir nach den Sommerferien eine Bürgerversammlung einberufen und dann das weitere Vorgehen abstimmen.«

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