Ein Weihnachtsbaum für Kölle

Eifeler Fichte wird im Schatten des Doms stehen

Blankenheim-Wald. Kalt, bewegend, spektakulär – das war der lange Morgen in Blankenheim-Wald, an dem dort jener Weihnachtsbaum gefällt wurde, der auf dem Roncalliplatz in Köln während des bekannten Weihnachtsmarktes im Schatten des Doms für die passende Stimmung sorgen wird.

Die 24,50 Meter hohe Rotfichte – so die endgültige Messung – hat eine lange Geschichte. Stolze 60 Jahre alt ist der Baum, der im Garten der 92-jährigen, sehr agilen Roswitha Blum-Poensgen steht. Und die erinnert sich genau: „Sie wurde zur Geburt meiner Tochter gepflanzt.“ Dass ausgerechnet diese Fichte einmal der große Weihnachtsbaum in Köln sein würde, das hätte sie sich auch nicht träumen lassen.

Zwei Jahre Vorlauf

Bevor allerdings der riesige Kran in Blankenheim-Wald anrückte und den Baum an den Haken nahm, sollten zwei Jahre vergehen. Solange ist es nämlich her, dass Alfons Steidl vom Baumdienst Steidl in Engelgau auf die mächtige Rotfichte aufmerksam wurde, deren Höhe zunächst auf 32 Meter geschätzt wurde. „Herr Steidl“, verriet Birgit Grothues von der Kölner Weihnachtsgesellschaft, die für den Weihnachtsmarkt am Kölner Dom zuständig ist, „besorgt uns schon seit Jahren den großen Weihnachtsbaum.“ Dieses Mal fiel die Wahl auf die Fichte von Roswitha Blum-Poensgen, die unter großem Medieninteresse abgesägt und von einem mächtigen Kran, der insgesamt 78 Meter weit ausgefahren werden kann, an den Haken genommen wurde.

Probleme gemeistert

Ganz einfach war das Unternehmen nicht, denn der Platz in der Altenburger Straße war nur sehr begrenzt. Und dann galt es, den Baum mit dem Kran über das Wohnhaus von Roswitha Blum-Poensgen schweben zu lassen. Der erste Standort des Krans erwies aufgrund der aufgeweichten Rabatte als ungeeignet. Also musste eine neue Stelle gesucht werden, die rund 50 Meter vom Baum entfernt lag. Und dann ging alles sehr schnell. Mitarbeiter von Alfons Steidl kletterten in die Fichte, legten ihr im oberen Drittel die Kette um und die Motorsäge trennte sie dann schnell von ihrem angestammten Eifelboden.

Bewegende Momente

„Diese Fichte“, hatte Roswitha Blum-Poensgen im Vorfeld gesagt, „war auch ein zuhause für Vögel und Insekten. Jetzt ist ihre Zeit gekommen und sie wird den Menschen auf dem Weihnachtsmarkt noch einmal Freude bringen.“ Als der Baum dann vor ihrer Haustüre auf den Tieflader verladen wurde, rollten dann aber doch die Tränen. „Ich bin sehr bewegt“, so die 92-Jährige. Zunächst wurde die Fichte bis zum Forstwalder Hof gefahren. Dort parkt der Transporter bis Donnerstagabend, 14. November, ehe es dann in der Nacht Richtung Kölner Dom geht.

Hoher Aufwand

„Dort“, so Birgit Grothues, „wird der Baum am Freitagmorgen aufgestellt und auch gleich geschmückt, ehe dann am 25. November der Weihnachtsmarkt seine Pforten öffnet.“ Den finanziellen Aufwand für die Aktion bezifferte sie auf einen fünfstelligen Betrag. Übrigens: Die Fichte aus Blankenheim-Wald ist der zweite Baum aus der Gemeinde Blankenheim, der es als Weihnachtsbaum auf den Roncalliplatz schaffte. Vor zwei Jahren kam dieser Baum aus Mülheim.

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