Keine Angst vor Lena

Blankenheim. Dass Hunde per se keine bösen Tiere und dass das eigene Verhalten von den Tieren aufmerksam registriert wird, erfuhren die Kinder der Blankenheimer Rotkreuz-Kindertagesstätte während eines Besuchs von Rotkreuz-Besuchshund Lena.

Die acht Jahre alte Hündin, ein Schäferhund-Appenzeller-Mischling, war zusammen mit ihrem ehrenamtlichen Hundeführer, dem Mechernicher Norbert Janster vom Roten Kreuz im Kreis Euskirchen zu den Kindergartenkindern gekommen. Hatten die 34 Kinder der Einrichtung zuerst noch Respekt vor Lena, legte sich die Scheu mit jeder Minute mehr, die die Kinder zusammen mit der Hündin in der Turnhalle verbrachten. "Die Lena beißt nicht", nahm ihnen Janster die Angst. Stattdessen ließ sich Lena bereitwillig von den Kindern streicheln, zeigte Kunststückchen und hörte sogar auf die Kommandos der Kindergartenkinder. Norbert Janster erklärte, dass ein Hund niemals grundlos beiße, sondern nur, wenn er sich bedroht fühle. "Jeder Hund hat einen Charakter", so Janster, der Lena bereits seit ihrer Geburt kennt. Seit dem Jahr 2010 besucht er mit ihr Altenheime, Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen. Dort schafft Lena insbesondere bei den oft demenzkranken Menschen in den Pflegeeinrichtungen auf ihre gutmütige Art, was Pflegern und Angehörigen oft nicht mehr so recht gelingt: Sie öffnet ein Tor zur Wirklichkeit und zaubert auf manchen lange unbewegten Mund ein Lächeln. Spielerisch lernten die Kinder während des Besuchs, dass Hunde vor allem wegen ihres überragenden Riechorgans für den Menschen so wichtig sind. Praktische Tipps, etwa wie man sich einem Hund nähert ("Niemals von hinten.") rundeten den Besuch Lenas ab. Auch lernten die Kindergartenkinder, wie man einen Hund füttert. Hierbei bewies Lena den richtigen Spürsinn und fand alle in den Händen der Kinder versteckten Hundekekse. Agnes Trapp, kommissarische Leiterin der Blankenheimer Kita, sieht im Besuch von Hund Lena und Hundeführer Janster vor allem einen hohen pädagogischen Wert. Denn die Kinder würden nicht nur viel Wissenswertes über den anatomischen Aufbau eines Tieres lernen, sondern auch darin geschult, mit dem Tier verantwortungsbewusst umzugehen und sich in der Nähe eines Hundes richtig zu verhalten. Die Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes macht darauf aufmerksam, dass ein neuer Kurs zur Besuchshundeausbildung stattfindet. Er beinhaltet neben der Hundesichtung im Euskirchener Altenheim "Carpe Diem" unter anderem folgende Themen: Leben im Alter, Lebensraum Altenheim, Demenz, Validation, Gestaltung der Besuche (was kann der Hund machen, was der Mensch?), Stress- und Beschwichtigungssignale, Rolli-Schulung, Hinweis auf weiterführende Literatur. "Der Kurs richtet sich an alle Hundebesitzer und Tierfreunde", so Franz Küpper, Leiter der Rettungshundestaffel. Stattfinden wird der Kurs am 16. November und am 7. Dezember im Rotkreuz- Zentrum in Euskirchen, Jülicher Ring 32b. Anmeldung und weitere Informationen sind unter Tel. 0 22 51/79 11 0 möglich. pp/Agentur ProfiPress

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