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Das letzte Gefecht für freie Sonntage

Verdi-Chef Daniel Kolle besuchte Euskirchener Innenstadt

Euskirchen. Verdi führt einen Kampf gegen verkaufsoffene Sonntage. Das neue Gesetz der Landesregierung spielt der Gewerkschaft dabei in die Karten.

Daniel Kolle ist kein Freund von verkaufsoffenen Sonntagen. Wenn es nach dem Geschäftsführer für den Verdi-Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen muss am Sonntag überhaupt niemand einkaufen. Mit dem neuen Gesetz der Landesregierung, das den Kommunen acht statt bisher vier verkaufsoffene Sonntage ermöglicht, wurde Verdi ein Hebel geliefert, um aktiv gegen jeden Sonntag vorzugehen.Die Anforderungen an die Antragstellung haben sich mit dem neuen Gesetz geändert und offenbar ist es für die Kommunen schwierig, die Anträge rechtssicher zu stellen. Das jedenfalls zeigt Verdis Bilanz: Von 180 Verfahren gegen verkaufsoffene Sonntage in den Städten hat die Gewerkschaft gerade mal vier verloren.

Einzelhändler leiden unter den Klagen zum verkaufsoffenen Sonntag

Die Einzelhändler der Region verzweifeln an dem Vorgehen der Gewerkschaft. Sie erhoffen sich mehr Einnahmen von den verkaufsoffenen Tagen und hoffen dem Online-Handel, zumindest kurzzeitig, die Stirn bieten zu können. Eingeladen von der SPD im Kreis Euskirchen, besuchte Daniel Kolle die Genossen und trat für das Vorgehen der Gewerkschaft ein. Für Kolle ist der Kampf um die verkaufsoffenen Sonntage zugleich der Kampf um die Sonntagsarbeit ganz generell. »Das hängt mit dem prägenden Stellenwert des Handels zusammen«, erklärt Kolle. Dürfe der Handel plötzlich sonntags öffnen, könne man den Sonntag als generellen Ruhetag kaum noch aufrecht erhalten. Deshalb geht der Verdi-Geschäftsführer vehement gegen jeden verkaufsoffenen Sonntag vor, dessen Antrag vielleicht nicht den rechtlichen Rahmen des Gesetzes erfüllt. Es ist das letzte Gefecht für den freien Sonntag, betont er. Die Argumente der Euskirchener Einzelhändler lässt er nicht gelten. So verdienen nach Kolles Ansicht die Einzelhändler durch die Sonntage nicht mehr Geld. Der Umsatz würde nur verschoben, da ist Kolle sich mit den SPDlern Markus Ramers und Thilo Waasem einig. »Die Leute haben ja nicht mehr Gehalt zum ausgeben«, argumentieren Gewerkschaft und SPD.

Kampf um die Kunden nicht am Sonntag

Ein verkaufsoffener Sonntag habe höchstens den Effekt, dass Menschen aus den Nachbarkommunen ihr Geld in Euskirchen oder Bad Münstereifel ausgäben. Damit würde dann allerdings nach Kolles Auslegung ein Wettrüsten gestartet, um sich mit immer mehr verkaufsoffenen Sonntagen gegenseitig den Umsatz wegzunehmen. Auch die Probleme mit der Online-Konkurrenz könnten die Händler nach Kolles Auslegung während der normalen Öffnungszeiten angehen. »Die 40 Stunden an den acht verkaufsoffenen Sonntagen ändern daran gar nichts«, sagt Kolle. Auch das Argument, dass die Euskirchener Einzelhändler im Gespräch mit dem WochenSpiegel anführten, dass die Mitarbeiter gerne am Sonntag arbeiten wollen, um einen freien Tag und zusätzlichen Lohn zu bekommen, akzeptiert er nicht. Es gäbe viele Menschen, die am Sonntag nicht arbeiten wollen. Im aktuellen Klima würde das aber sicher niemand sagen wollen. Schuld an den vielen Absagen sind laut Kolle die Kommunen, die eben keine rechtskonformen Anträge stellen. Verdi setzt das Gefecht gegen die offenen Sonntage auch weiterhin fort. So bestätigte Kolle, dass die Öffnung zur Euskirchener Kirmes und zum Knollenfest ebenfalls beklagt werden.

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Kommentar von Chris
Ein Verkaufsoffener Sonntag garantiert keinen vermehrten Umsatz, sondern lediglich einen verschobenen. Nur weil die Leute an einem Sonntag durch Euskirchener Geschäfte schlendern können, heißt das nicht, dass sie auch gleich Geld da lassen. Die Woche zieht sich höchstens länger, weil die Rentner und leidenschaftlichen Büroangestellten statt samstags dann sonntags in die Stadt gehen. Und der arme kleine Verkäufer steht im Laden und kann zusehen, wie er seine sozialen Kontakte pflegen kann, da ja sein Freundes- und Familienkreis sonntags nicht arbeiten muss. Ich gönne jedem seinen freien Sonntag zum Entspannen, Freundschaften pflegen und zum Regenerieren. Ich gönne jedem seinen freien Sonntag. Auch dem Pflegepersonal. Wenn der verkaufsoffene Sonntag zu lebenserhaltenden Masnahmen beträgt und gesundheitsfördernd für Oma und Opa ist, so bin ich gerne dafür. Ansonsten gilt: Ser Sonntag ist Ruhetag.
Ansonsten stellt sich die Frage: warum haben Schulen und Kindergärten sonntags geschlossen? Warum haben Kanzleien, Banken, Arztpraxen und Stadtverwaltungen am Sonntag zu? Warum soll ich sonntags nur einkaufen können, wenn ich an einem Sonntag genau so gut Bankangelegenheiten klären kanm?
Kommentar von Gborn
Ich hoffe das Herr Kolle und Herr Römers sonntags nie einen Artz eine Krankenschwester die Polizei den Krankenwagen ,Feuerwehr den Rettungsdienst benötigt da diesen Menschen bewusst werden könnte, das Sonntag ist und sie frei haben
Ferner Busfahrer Bahnbeamter Köche Kellner Bäcker Einzelhandel in Flughafen und Bahnhof, Schichtarbeiter Tankstellen auf der Autobahn für diese beiden Herren auch sonntags arbeiten und sie diesen Service bestimmt schon mal in Anspruch genommen haben
Kommentar von A.Werner
Traurig , wie der Handel seinen Wandel nicht versteht oder besser nicht sieht.Man ist immer noch im Glauben ich eröffne ein Geschäft und dann läuft alles bestens.Gut ! wenn es denn Artikel sind die gefragt ,verfügbar und preiswert sind und möglichst auch noch Trend.Es werden Tonnen von Prospekten gedruckt in die hiesigen Werbeblätter gesteckt und anschließend bis auf die Prospekte der gängigen Discounter in der Mülltonne landen.Ich kann jederzeit im Internet Preise vergleichen und entscheiden wo ich kaufe,dabei ist der Preis in erster Linie die Entscheidung.Ich kenne Leute welche Toilettenpapier bei einem großen Internetanbieter bestellen weil es 0,50 € billiger ist und der Versand noch kostenlos.Die fachliche Beratung hole ich mir im Geschäft und bestelle dann im Internethandel.Hieran ändern Öffnungszeiten oder verkaufsoffene Sonntage gar nichts.Die fachliche Beratung in Fachgeschäften läßt auch zu wünschen offen ,da hier immer mehr Fachkräfte nicht mehr bezahlbar sind und 450,00 € Jobs lukrativer werden.Es gibt immer eine Möglichkeit einzukaufen ,dazu sind in der Vergangenheit genügend Zeiten eingerichtet worden, sowie die Arbeitszeiten auch.Was ist daraus geworden ? Stellen Sie sich einmal Sonntagnachmittag in eine gut besuchte Tankstelle und schauen was über die Theke geht und welche Altersgruppe hier kauft.Ich glaube wir brauchen Sonntags nicht auch noch einen Rummelplatz für Langeweiler,dafür gibt es genügend Trödelmärkte,Jahrmärkte und sonstige Gelegenheiten.Diejenigen die im Handel jeden Tag arbeiten bezahlen das mit ihren Knochen.

vielen Dank und denken Sie einmal drüber nach.
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