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Abschied von der Steinfelder König-Orgel

Organist Andreas Warler

Steinfeld. »Glockengeläut und Orgelmusik« statt Feuerwerk und Böller - diese Traditionsveranstaltung in der Steinfelder Basilika wird für Andreas Warler ein besonderer Moment.

Seit Jahren lädt der bekannte Organist zu Silvester, 31. Dezember, um punkt 24 Uhr zum »Mitternächtlichen Orgelkonzert zum Jahreswechsel« ein. Wenn am frühen Neujahrsmorgen dann die letzten Töne verklungen sind, endet auch für Andreas Warler ein langer Abschnitt in seinem Leben. Nach 30 Jahren als Organist an der berühmten König-Orgel in Steinfeld hört er auf und freut sich auf eine neue berufliche Herausforderung. »Neujahr spiele ich bereits morgens um 11 Uhr auf der großen Weimbs-Orgel in Hellenthal«, so Warler.

Große Weimbs-Orgeln

Die Eifel verlassen wird der Organist nämlich nicht. Er wechselt mit einer vollen Stelle in die GdG Hellenthal-Schleiden, wo er ab dem 1. Januar 2019 für den Seelsorgebereich Hellenthal, ab dem 1. Januar 2020 dann auch für den Seelsorgebereich Schleiden als Kirchenmusiker zuständig sein wird. Bei der neuen Stelle kann er nicht nur an den beiden großen Weimbs-Orgel in Hellenthal und Gemünd spielen. Auch der König-Orgel bleibt er treu - und zwar dem »Sohn« der Steinfelder Orgel. Sie steht in der Schlosskirche von Schleiden. Diese Orgel des Erbauers Christian Ludwig König stammt aus dem Jahre 1770 und ist weitestgehend original erhalten geblieben.

Freude auf neue Herausforderung

Doch die eigentliche Faszination seiner künftigen Stelle beschreibt Andreas Warler so: »Ich freue mich besonders darauf, in den Dörfern und Orten spielen zu können und zu dürfen, die zum Seelsorgebereich zählen.« Die meisten Orgeln hat er dabei bereits in Augenschein genommen und ist begeistert: »Die sind alle sehr gut in Schuss, werden regelmäßig gewartet und sehr gut gepflegt.« Ganz aus Steinfeld wird sich Andreas Warler nicht verabschieden. Auf Wunsch des Bistums wird er auch weiterhin die großen Orgelvespern organisieren, zu denen die bekanntesten Organisten der Welt nach Steinfeld anreisen. »Diese Orgel«, verrät Andreas Warler, »ist so bekannt, dass es für jeden Organisten ein Traum ist, einmal auf ihr zu spielen.« Was Warler verschweigt, ist die Tatsache, dass der gebürtige Baasemer weltweit selbst ein gefragter Organist ist, in unzähligen Ländern der Welt gespielt hat und regelmäßig Einladungen erhält, etwa zum renommierten »Internationalen Orgelsommer« nach Reykjavik/Ísland.

Orgelkonzert und CD-Präsentation

Bei seinem letzten kleinen Orgelkonzert an der Steinfelder König-Orgel präsentiert Andreas Warler am Donnerstag, 13. Dezember, um 20 Uhr seine neue CD »Weihnachtliche Orgelmusik aus der Basilika Steinfeld«. Offiziell verabschiedet wird der Organist am Montag, 31. Dezember, um 18 Uhr im Jahresabschlussgottesdienst in der Steinfelder Basilika. 

Zur Person

  • Andreas Warler wurde 1965 in Baasem geboren und eignete sich in seiner Jugend das Orgelspiel autodidaktisch an.
  • Während des Theologiestudiums in Passau entdeckte der mittlerweile verstorbene Passauer Domorganist Walther R. Schuster seine besondere Begabung und förderte ihn durch Privatunterricht. Dieser übertrug ihm an der größten Domorgel der Welt das vertretungsweise Orgelspiel in Gottesdiensten und innerhalb von Domführungen.
  • Das Studium der Kirchenmusik begann Andreas Warler 1989 an der Kirchenmusikschule St.-Gregorius-Haus in Aachen. Zugleich wurde er zum Organisten an der Basilika Steinfeld berufen, die eine der bedeutendsten historischen Barockorgeln des Rheinlandes besitzt.
  • Seit 1992 ist er Organisator und künstlerischer Leiter der »Steinfelder Vesperkonzerte«.
  • Bislang spielte er elf CDs an der König-Orgel der Basilika Steinfeld ein und wirkte in vielen Rundfunk- und Fernsehproduktionen des WDR und des Belgischen Rundfunks RTBF mit.
  • Seit 2014 führt er im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen des Bistums Aachen für Kirchenmusiker Kurse in Improvisation und liturgischem Orgelspiel durch.

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Kommentar von monika chatty
Das Kloster Steinfeld , die Basilika mit seiner barocken Orgel sind für mich im Laufe der Jahre zu einer spiriuellen Heimat geworden, vor allem durch die Improvisationen des Basilikaorganisten Andreas Warler, seinen besonderen Stil und seine hohe Professionalität. Die kleinen Orgelkonzerte erleben zu können mit ausgewählten , oft seltenen Stücken, die vorher erklärt werden und in einem bestimmten Kontext stehen , sind highlights im Alltag. Lobpreis der Schöpfung und Gott mit uns in allen Lebenssituationen . Danke für die vielen Zugaben nach den Gottesdiensten, die Konzerte und Meditationen . Danke und die besten Wünsche für die Zukunft .
Monika Chatty