Insolvenz der Steinfelder Biogasanlage ist aus der Welt

Kall. Das Amtsgericht Aachen hat das Insolvenzverfahren über die "NawaRo Energie Kloster Steinfeld GmbH" mit Zustimmung der Gläubiger eingestellt. Die Biogasanlage wird unter alter Trägergesellschaft, aber mit neuen Gesellschaftsverhältnissen weiter betrieben. 90 Prozent der Anteile halten jetzt die Salvatorianer, zehn Prozent der Wachendorfer Volker Scheidtweiler.

Was sich bereits Anfang Dezember deutlich abgezeichnet hatte, ist jetzt amtlich: Nachdem das Gymnasium des Salvatorianerklosters Steinfeld, das traditionsreiche Hermann-Josef-Kolleg, gesichert ist, kann der Orden auch für das zeitweise im Insolvenzverfahren befindliche Biogas-Kraftwerk den Weiterbetrieb durch die alte Trägergesellschaft vermelden. Das Amtsgericht Aachen hat das Insolvenzverfahren gegen die "NawaRo Energie Kloster Steinfeld GmbH" mit Zustimmung der Gläubiger eingestellt.

Mehrheitlich beteiligt

Ein ortsansässiger Landwirt, der bislang zu 49 Prozent an der "NawaRo Energie Kloster Steinfeld GmbH" beteiligt war, ist ausgeschieden und hat seine Anteile verkauft. Und zwar 39 Prozent an die Salvatorianer und zehn Prozent an Volker Scheidtweiler. Die Salvatorianer sind damit an der "Nawaro Energie Kloster Steinfeld GmbH" nach wie vor mehrheitlich beteiligt, nunmehr allerdings mit 90 statt vorher 51 Prozent. Volker Scheidtweiler, der die restlichen zehn Prozent hält, ist ein Neffe des Hotel- und Brauereiunternehmers Wolfgang Scheidtweiler, der das Kloster Steinfeld finanziell unterstützt und aus der sich im September/Oktober abzeichnenden wirtschaftlichen Krise geführt hat. Der Wachendorfer Landwirt und Unternehmer Volker Scheidtweiler sei auch für die Aufsicht über den technischen Betrieb zuständig, so Pater Lambertus Schildt SDS, der Geschäftsführer der gemeinnützigen "Werke der Salvatorianer gGmbH".

Unternehmen der Region

Bei Beschickung und Betrieb der Anlage sowie Entsorgung der Reststoffe arbeite man mit einem Unternehmen der Region zusammen, das bereits vier weitere Biogasanlagen erfolgreich unterhält. In der Hauptsache produziert die "NawaRo Energie Kloster Steinfeld GmbH" mit der Biogasanlage elektrischen Strom, der in das Netz der KEV (Kreis-Energieversorgung) eingespeist wird. Als "Abfallprodukt" entsteht dabei Fernwärme fürs Kloster in einer Größenordnung von zwei Millionen Kilowattstunden. Zusätzlich werden für die Beheizung der weitläufigen Klosteranlagen aber auch noch rund 200.000 Liter Heizöl pro Jahr gebraucht, so Pater Lambertus Schildt.

Heizungsanlage wird modifiziert

Deshalb soll die Heizanlage von Kloster Steinfeld nach Ende der Heizperiode 2013/14 modifiziert und effizienter gestaltet werden. Es steht am Biogaskraftwerk nämlich reichlich mehr Fernwärme zur Verfügung, als gegenwärtig genutzt werden kann. "Wir kriegen das hin", sagte der aus Mechernich-Wachendorf stammende Wolfgang Scheidtweiler der Presse bereits im Dezember: "Wir verfolgen dabei keinerlei eigene wirtschaftliche Interessen." "Auch das Klostergut ist gesichert und kann weiterbewirtschaftet werden", so Pater Lambertus. Die Familie Scheidtweiler fühlt sich dem Kloster Steinfeld und dem Salvatorianer-Orden eng verbunden. Wolfgang Scheidtweiler, dessen Gesellschaften unter anderem mehrere gutgehende Hotels und Brauereien betreiben, darunter auch die Gemünder Brauerei: "Unsere Aufgabe sehen wir darin, den Orden mit unserem Wissen und Können in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu unterstützen und gemeinsam das Kloster in all seinen Facetten als geistliches und kulturelles Zentrum in der Nordeifel zu erhalten und langfristig zu sichern."

Geistliches Zentrum

Seine einzige Bedingung für finanzielles Engagement war, dass der Salvatorianer-Orden in Kloster Steinfeld bleibt. Dass die Salvatorianer in Steinfeld bleiben und das Kloster als geistliches Zentrum der Aachener Bistumsregion Eifel erhalten wird, entspricht auch dem Wunsch und Bitten von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff und der Diözese sowie aller Beteiligter eines runden Tisches, an dem unter anderem auch der Euskirchener Landrat Günter Rosenke, Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher und Weihbischof Karl Borsch mitgewirkt hatten. Pater Hubert Veeser SDS, der Provinzial der deutschen Salvatorianer, erklärte, die wirtschaftliche Sanierung von Kloster Steinfeld schreite nun beständig voran. Die partnerschaftlich verbundene Familie Scheidtweiler plane unter anderem die Weiterentwicklung des bestehenden Tagungs- und Gästehauses, das gewährleiste, dass das Kloster auch weiterhin mit Leben erfüllt sei. red/pp/Agentur ProfiPress

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