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Trauer um Pater Meisterjahn

Ehemaliger Leiter des Hermann-Josef-Kollegs verstarb

Steinfeld. Am Dienstag, 7. August, ist der nicht nur in der Eifel bekannte Theologe und Pädagoge Pater Meisterjahn im Alter von 92 Jahren gestorben. Das teilten die Deutsche Salvatorianerprovinz und die Familie Meisterjahn mit.

Walter Meisterjahn wurde am 13. April 1926 in Niedersalwey im Sauerland als zweites von vier Kindern geboren. Die Volksschule besuchte er in Sundern. 1938 kam er ins Internat nach Steinfeld. Ein Jahr später wurde die Schule von den Nazis geschlossen und Walter Meisterjahn wechselte nach Sundern. Von September 1943 bis Oktober 1944 wurde er als Flakhelfer von der Wehrmacht eingezogen. Nach dem Abitur in Aachen trat er ins Noviziat der Salvatorianer auf dem Klosterberg in Passau ein und nahm den Ordensnamen Bernward an. Dort legte er auch seine erste Profess am 11. Oktober 1947 ab. Er studierte Philosophie an der katholischen Hochschule in Passau.

Liebe zur ewigen Stadt

Zum weiteren Studium der Theologie wurde P. Bernward nach Rom geschickt. Dort entstand seine tiefe Liebe zur „Ewigen Stadt“ und zu Italien, die er zeitlebens pflegte. Später unternahm Bernward Meisterjahn viele Reisen mit Schülern und gab sein profundes Wissen an zahlreiche Reisegruppen weiter. Am 5. Juli 1953 empfing er in Rom die Priesterweihe. Es folgte ein Weiterstudium in Germanistik in Münster und Köln. Ab 1960 wirkte er in seiner alten Schule in Steinfeld als Lehrer. 1966 promovierte er in Germanistik.

In die Ordensleitung gewählt

1965 wurde er vom Generalkapitel der Salvatorianer als Konsultor in die Ordensleitung nach Rom gewählt. Dort erlebte und gestaltete er die Veränderungen, die das Zweite Vatikanische Konzil auch für den Orden mit sich brachte. 1969 dann kehrte Pater Meisterjahn vom Tiber nach Steinfeld zurück. 1973 übernahm er die Schulleitung für mehr als 25 Jahre. In seine Amtszeit fiel die Oberstufenreform, die es am Hermann-Josef-Kolleg umzusetzten galt. Das Wohl der Schüler lag ihm sehr am Herzen. Im Ruhestand war Pater Bernward sehr aktiv. Er arbeitete als Redakteur der „Salvatorianischen Mitteilungen“. Wie schon in seiner Zeit als Lehrer und Direktor übernahm er gerne Aushilfen. Jahrelang feierte er sonntags die 11.30 Uhr-Messe mit einer großen Anzahl regelmäßiger Gottesdienstteilnehmer von nah und fern. Eine kurze Zeit wirkte er als Krankenhausseelsorger bei den Cellitinnen in Köln und als Hausseelsorger bei den Salvatorianerinnen in Meran. Er forschte sehr viel in der salvatorianischen Geschichte und gab einige Schriften über den Gründer, eine Beschreibung über den Heiligen Hermann Josef, einen Führer über die Basilika und über sein geliebtes Rom heraus.

Aufmerksamer Beobachter

„Auch als seine Kräfte nachließen blieb sein Interesse für die Ordensgeschichte, Literatur, Sprache und Theologie groß. Er suchte das Gespräch und die Diskussion. Er war ein aufmerksamer Beobachter seiner Umgebung und fasste diese gerne in Reimform“, heißt es im Totenbrief von Kloster Steinfeld und Familie. Am 8. Juli 2018 konnte P. Bernward noch sein 65. Priesterjubiläum mit seiner Familie, den Mitschwestern und Mitbrüdern in der Basilika feiern. Danach baute er körperlich sehr rasch ab. Nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus Schleiden kam er ins Kloster zurück.

„Am frühen Morgen des 7. August gab er sein Leben in die Hände des Salvators zurück“, so die Salvatorianer der Deutschen Provinz und im Kloster Steinfeld sowie die Angehörigen Irmgard Meisterjahn, Herbert und Irmgard Meisterjahn und Familie. Das Auferstehungsamt wird am Freitag, 10. August, um 14.30 Uhr in der Eifelbasilika Steinfeld gefeiert. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof. red/pp/Agentur ProfiPress

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