50 Megabit im "Wilden Westen"

Mechernich. Gestern Morgen schalteten Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und die hochrangigen Telekom-Vertreter Gerd Wolter und Gregor Theißen die Glasfaser-Datenautobahn Mechernich-Bergbuir frei. Zwölf Dörfer mit über 1000 Haushalten hängen jetzt am superschnellen VDSL-Netz.

Seit gestern hat der so genannte "Wilde Westen" des Stadtgebiets Mechernich mehr Datenpower als die City selbst. Gegen 10 Uhr schalteten Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und die hochrangigen Telekom-Vertreter Gregor Theißen und Gerd Wolter von Lückerath aus per Laptop und Glasfaserleitung die neue Datenautobahn zwischen Kernstadt und Bergbuir frei. Damit wird einer der telekommunikativ am schlechtesten erschlossenen Bereiche Nordrhein-Westfalens von einem Augenblick zum andern einer der schnellsten. Denn in den Dörfern westwärts der B 266 liegen jetzt bis zu 50 000 Kilobite (50 MB) im Download (Empfang) und bis zu 10 Megabit im Upload (Versenden) an. Damit sind zurzeit nur mit der FTTH-Technik (engl. Fibre To The Home) ausgestattete Haushalte der Bundeshauptstadt Berlin schneller als Bleibuir, Lückerath oder Eicks.

Bei einem Pressetermin zur Freischaltung beglückwünschten sich Stadt und Telekom gegenseitig. Auch die örtlichen Kommunalpolitiker Theo Schoddel und Jino Edechelatu waren hochzufrieden mit dem Ergebnis. Gregor Theißen: "Die Technik hat sich während der viereinhalbjährigen Vorbereitungszeit auf dieses Projekt mehrfach verändert. Ursprünglich waren sechs MB geplant, dann haben wir das Vorhaben planerisch auf 16 MB angehoben, verlegt haben wir aber schließlich Glasfaser mit einer Kapazität von zurzeit technisch möglichen 50 M-Bit." Dass die Stadt Mechernich und die Bürger in ihrem "Wilden Westen" noch in anderer Hinsicht Glück gehabt haben, unterstrich Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, denn die über zehn Kilometer lange und 210 000 Euro teure Datenautobahn wurde von der Europäischen Union aus einem Programm zur DSL-Versorgung strukturschwacher Küsten- und Agrarregionen subventioniert.

"Sie sind genau zur rechten Zeit gekommen" lobten Gerd Wolter und Gregor Theißen die Mechernicher Stadtväter, allen voran Bürgermeis-ter Dr. Hans-Peter Schick, den städtischen Wirtschaftsförderer Peter Dierichsweiler sowie die bei der Freischaltung anwesenden Kommunalpolitiker Theo Schoddel und Jino Edechelathu. Letztere erinnerten daran, dass sich auch der Schützendorfer Ortsvorsteher Jürgen Hamacher sowie der Bergbuirer Bürger und Bankkaufmann Heinz-Gerd Züll stark eingesetzt hätten. Schick und Dierichsweiler machten bei dem Ortstermin heute Morgen in Lückerath klar, dass mit dem "Wilden Westen" die gesetzlich garantierte Mindestversorgung des Stadtgebietes Mechernich in Höhe von zurzeit 2 MB Datenfluss erreicht sei. Der Ausbau weiterer Dörfer mit städtischen Finanzmitteln sei nicht geplant. Gregor Theißen lobte die Stadt: "Damit sind sie weiter als viele andere Kommunen, weil sie rechtzeitig gehandelt haben." Gleichzeitig machte Theißen auch den Menschen Mut, die sich nun nach dem Quantensprung in der DSL-Versorgung des Stadtgebietes Mechernich möglicherweise unterversorgt vorkommen.

Er glaube, dass der gesetzlich garantierte Mindeststandard von 2000 Kilobit in den nächsten Jahren stark angehoben werde. Er glaube weiter, dass die Technik in den kommenden Jahren auch im Bereich der Koaxialkabel einen weit höheren Datenfluss als heute ermöglichen werde. Ans neue Datennetz in der Stadt Mechernich wurden außer dem Raum Berg/Eicks/Bleibuir auch Rißdorf und Weiler am Berge angeschlossen. 50.000 Kilobit pro Sekunde stehen auch in Kallmuth zur Verfügung. "DSL ist heute ein wichtiger Standortfaktor nicht nur für Gewerbegebiete und die Siedlungsschwerpunkte, sondern auch für Attraktivität unserer Dörfer", betonte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Schnelle DSL-Leitungen seien ein infrastruktureller Ausgleich für die benachteiligte Landbevölkerung. "Die Telekom treibt den DSL-Ausbau auf dem Land seit Jahren nach Kräften voran", sagte Gerd Wolter, der Projektleiter für den DSL-Ausbau in Mechernich. Für Beratung vor Ort und die Bestellung von Neuanschlüssen oder höheren Bandbreiten stehen die Mitarbeiter des Telekom-Shops Euskirchen, Neustraße 15, 53 879 Euskirchen zur Verfügung. Auch, wer bereits einen DSL-Anschluss von der Telekom nutzt, kann die höheren Internetgeschwindigkeiten buchen.

Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

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