Herkunft der Friedhofsleiche ist wohl geklärt

Keine Hinweise auf eine Straftat

Mechernich. Neuigkeiten zu dem unerwarteten Leichenfund auf dem Friedhof in Mechernich: "Es verdichten sich im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens die Hinweise darauf, dass keine Straftat vorliegt", teilte jetzt die Polizei mit.

An der Fundstelle der Leiche fanden am Montag, 11. Mai, unter polizeilicher Beteiligung Grabungen statt. Dabei traten weitere Fundstücke zutage, die auf einen Holzsarg mit Zinkeinlage schließen lassen. Diese Feststellungen passen laut Mitteilung der Polizei zu Ermittlungsergebnissen, wonach im März 1974 eine männliche Person aus dem Raum Mechernich nach einem Verkehrsunfall in Belgien in einem Zinksarg überführt wurde. Der Mann wurde im Zinksarg in einen Holzsarg eingebettet. Dies erkläre den guten Zustand des Leichnams. Die Beerdigung habe damals an der Fundstelle stattgefunden. Die Überreste des Verstorbenen werden wieder beigesetzt.

Und das war im Vorfeld geschehen: Am Morgen des 4. Mai wurde durch einen Friedhofsmitarbeiter eine Grabstätte für eine muslimische Bestattung vorbereitet. In etwa 1,40 Meter Tiefe stieß er auf einen Leichnam, dessen Zustand auf den ersten Blick auf eine über 40-jährige Liegezeit hindeutete. Die Polizei Euskirchen und die Staatsanwaltschaft Bonn nahmen die Ermittlungen unmittelbar auf.

Nach Auskunft des zuständigen Ordnungsamtes der Stadt Mechernich wurden auf dem betreffenden Friedhofsteil bis in die Mitte der 1970er Jahre Erdbestattungen durchgeführt. Nach Ablauf der 30-jährigen Liegezeit wurden die Gräber vor etwa zehn Jahren eingeebnet, dabei wurden Fundamente von Gräbern mit zu einer Tiefe von rund 120 Zentimetern entfernt. Danach wurde das Erdreich gepflügt, mit Mutterboden überdeckt und eingesät, so dass dort seit zehn Jahren eine durchgängige Rasenfläche entstanden ist. Seit 2019 ist die Fläche für Beisetzungen nach muslimischem Ritus vorgesehen.

Der aufgefundene Leichnam wurde unmittelbar geborgen und zur Rechtsmedizin nach Bonn verbracht. Das Ergebnis: Es wurden keine Hinweise für eine Gewalteinwirkung festgestellt.

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