Klarheit durch Untersuchung

Mechernich. Nachdem eine Bürgerinitiative sich über die Bodenbelastung durch Blei in Mechernich beschwert hatte, soll nun eine Blei-Screeninguntersuchung Aufschluss geben.

Man nehme die Sorgen der Bürger ernst, betonte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick bei einer Runde im Rathaus. Von einigen Anwohnern der entstehenden Neubaugebiete waren Klagen laut geworden, dass eine starke Bleibelastung des Bodens vorliege, die gefährlich für die Bürger sei, vor allem während der Erdarbeiten in den entstehenden Wohngebieten.
Sowohl Bezirksregierung als auch Landesregierung wurden in die Diskussion eingebunden. In der Folge wurde beschlossen, neue Untersuchungen durchzuführen. Die letzte Untersuchung, so Schick, sei vor knapp 30 Jahren durchgeführt worden – daraus leitet die Verwaltung bis heute ihr Handeln ab – beispielsweise indem sie Sandkästen mit Schutzmatten auslegt, bevor der Sand eingefüllt wird oder Warnungen für den Anbau von eigenem Gemüse  ausspricht.


Bodenproben und Blut werden untersucht
Jetzt ist eine neue Screeninguntersuchung geplant. Aktuell laufen bereits die Bodenuntersuchungen im Bereich der Neubaugebiete. Danach sollen Blutproben genommen werden. Christian Ramolla, Facharzt des Kreises Euskirchen, gab schon zuvor Einblicke in den aktuellen Wissensstand. »In Mechernich ist seit Jahrzehnten keine Bleivergiftung mehr festgestellt worden«, sagte Ramolla, der selber am Mechernicher Kreiskrankenhaus gearbeitet hatte, aber auch zusätzlich eine aktuelle Anfrage gestellt hatte. Schwermetallvergiftungen seien mittlerweile rar – alle Arten dieser Vergiftungen würden bei bundesweiten Aufstellungen zusammengefasst. »Es gibt dann etwa 70 Fälle im Jahr«, so Ramolla.
Nun soll geprüft werden, wie hoch der Bleigehalt im Blut der Mechernicher ist. Dazu können sich Menschen freiwillig melden,  die eine Blutprobe abgeben wollen. In Zusammenarbeit mit der Stadt wurden einige Gebiete ausgewiesen, in denen im Boden eine erhöhte Bleikonzentration erwartet wird.
Die Stadt wird Menschen aus diesen Gebieten bitten, einen Termin zur Blutabnahme zu vereinbaren.
Untersucht werden sollen vor allem Personen, die einen eigenen Nutzgarten haben, häufig im Garten arbeiten, eine Brunnenanlage zur Trink- und Gartenwasserförderung haben sowie Kleinkinder und Schwangere.

Erste Bürgerversammlung im April
Eine repräsentative Unterschung sei das nicht, erklärte Ramolla. Man könne so aber ein »Worst-Case-Kollektiv« erforschen. »Das entspricht dem primären Ziel des Screenings«, so Ramolla.
Die Bürger sollen auf einer Bürgerversammlung, die für Mitte April angeplant ist, genaueres über die Untersuchung und den Ablauf erfahren. Dabei besteht auch die Chance mit dem Leiter des durchführenden Instituts der RWTH Aachen, Prof. Thomas Kraus, ins Gespräch zu kommen und Nachfragen zu stellen. Die Blutabnahmen werden im Juni erfolgen, so dass die Ergebnisse nach den Sommerferien vorgestellt werden können. Im Idealfall könne man die Sorgen der Bevölkerung ausräumen, so hofft Ramolla. Sonst müsse man über zusätzliche Untersuchungen und Maßnahmen entscheiden.

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