Sprachförderungsboxen verteilt

Mechernicher Schulen mit individuellen Paketen unterstützt

Mechernich. „Wir haben Mittel aus der Integrationspauschale erhalten und natürlich als erstes an unsere Schulen gedacht“, ließ Willi Göbbel von der Stadtverwaltung Mechernich in der Flüchtlingsunterkunft in der Friedrich-Wilhelm-Straße verlauten. Für jede Schule im Stadtgebiet wurde eine individuelle Box zusammengestellt. Ziel des Ganzen ist, spielerisch mehr Sprachbildung für individuelle Erfolge bei geflüchteten, beziehungsweise Kindern mit Migrationshintergrund zu erreichen. Dies soll den Betroffenen im schulischen Alltag, aber auch in Spielzeiten, zum Beispiel in der offenen Ganztagsschule zugutekommen.

Die Stadt Mechernich und der Caritasverband für die Region Eifel packten gemeinsam nach dem Konzept der Integrationsagentur Euskirchen die Boxen. Diese beinhalten für jede Schule des Stadtgebietes Spiel- und Fördermaterial, die für das Erlernen von Deutsch als Zweitsprache gebraucht werden. In der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Casino in Mechernich wurden sie dann schließlich feierlich verteilt.
Neben Göbbel war ein großer Kreis anwesend. Alexander Neubauer, Integrationsbeauftragter der Stadt Mechernich, Suzana Kilickeser, Pädagogische Mitarbeiterin im Kommunalen Integrationszentrum des Kreises und Kerstin Lehner aus dem Team Bildung, Kultur und Tourismus der Stadt Mechernich. Gekommen waren ebenso Schulleiterinnen und Schulleiter der Grundschulen im Stadtgebiet, so Maria Cloot-Schmich (Kommern), Alexandra Offermann (Satzvey), Sonja Daniels (Lückerath), Ulrich Lindner-Moog (Mechernich), sowie zwei Vertreter von der Gesamtschule mit Sigrun Hoyer-Kräckel, Abteilungsleitung der Klassen fünf bis sieben, und Christina Baden, Koordinatorin des Sprachförderunterrichts der Gesamtschule.

Dank an die Stadt


Die Grundschule Mechernich beispielsweise hat derzeit insgesamt 360 Schüler, 160 davon mit Migrationshintergrund und 45 Geflüchtete. „Wir bedanken uns herzlich bei der Stadt, der Caritas und dem Integrationszentrum. Es ist wirklich besonders, individuell und für jede Stufe solch eine Förderung mit Sprachboxen anbieten zu können“, sagte Schulleiter Ulrich Lindner Moog der Grundschule Mechernich.
Die freiwilligen „Smile-Paten“ hätten einen „anderen Zugang“ zu den Kindern als die Lehrkräfte, ein spielerisches Lernen sei „optimal“. Laut des Integrationsbeauftragten Neubauer müssten die Kinder zuhause öfter auch als Dolmetscher herhalten, wobei manche Dinge natürlich nicht für Kinderohren gedacht seien. Den Kindern einen stabilen, altersgerechten Wortschatz beizubringen sei einfach „enorm wichtig“.
Sonja Daniels, Schulleiterin der katholischen Grundschule Lückerath bedankte sich ebenfalls für die Fördermittel. Sie betonte, dass diese Art des Lernens eine „echte Bereicherung“ sei, da somit alle Kinder in den Lernprozess integriert werden könnten. Sie spielten zusammen und nicht betroffene Kinder könnten dabei den Betroffenen eine weitere Hilfe beim Lernen sein und ein Gefühl von Gemeinschaft geben.
Da die Gesamtschule Mechernich auf dem aufbauen würde, was die Grundschulen beginnen, sei diese Arbeit auch hier sehr wichtig, betonte Sigrun Hoyer-Kräckel. Darüber hinaus kamen auch ältere Geflüchtete oftmals übberraschend und ohne sprachliche Vorkenntnisse an die Schulen. Dies bringe „große Herausforderungen“ für Lehrkräfte und Helfer mit sich. Sie sagte: „Die Spiele erleichtern die Kommunikation und damit fallen auch ein Stück weit die Grenzen zwischen den Kindern. Es erfordert viel Mut von den Kindern, das Gelernte einzusetzen und sich gegenüber anderen sprachlich zu öffnen.“ Dabei könnten die Sprachboxen helfen.

Hintergründe und Smile-Paten


Das Integrationszentrum hatte die Aktion bereits im Vorfeld mit 35 „Sprachförderungsboxen“ angestoßen, welche an teilnehmende Schulen des „Smile-Programms“ im Kreis Euskirchen verteilt worden waren. An diesem Beispiel hat sich die Stadt orientiert und mit anderen Fördermitteln selbst derartige Boxen „nachgebaut“.
Laut Suzana Kilickeser vom Kommunalen Integrationszentrum sei die Zahl der aktiven Smile-Paten jedoch in Pandemiezeiten leider gesunken. Zu Hoch-Zeiten waren es zwar über 230, seit September konnten aber auch wieder 48 neue gefunden werden, davon sind 35 derzeit über Zoom-Meetings mit den Kindern aktiv. „Hier sind alle sehr gefordert. Aber es wollen wieder mehr Menschen helfen. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass sich so viele Paten im Kreis finden lassen. Die personellen Ressourcen sind wirklich das Beste und Wichtigste, was wir haben“, so Kilickeser. Man merke in dieser Arbeit auch, dass spielerisch Lernen besonders motiviert, und sehr helfe, Deutsch zu lernen. Gerade auch deswegen sei die Spende der Stadt Mechernich bedeutsam und gewinnbringend.


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