Erftverband schließt drei Kläranlagen

Die Orte Pesch, Floisdorf und Glehn sind betroffen

Pesch. Der Erftverband bereitet derzeit die Stilllegung der drei Kläranlagen in Floisdorf, Glehn und Pesch vor. Um das Abwasser aus den betreffenen Orten dann zur nächstgelegenen Kläranlage zu transportieren, baut der Erftverband jeweils einen neuen Verbindungskanal.

Bereits im März begannen die Arbeiten am Verbindungskanal von Floisdorf nach Eicks, die weitgehend abgeschlossen sind. Dort schließt eine rund 1,1 Kilometer lange Druckleitung an das Kanalnetz an, die das Abwasser zum Gruppenklärwerk Obergartzem-Enzen transportiert. Die Kosten belaufen sich auf rund 420.000 Euro. Die Kläranlage Floisdorf wird voraussichtlich 2021 stillgelegt.

Kläranlage Glehn

Auch die Kläranlage Glehn ist nach Mitteilung des Erftverbandes nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik und müsste aufwändig saniert werden. Daher wird der Erftverband die Anlage stilllegen und eine rund 1,65 Kilometer lange Druckleitung bis zur K27 bauen, um das Abwasser zum Gruppenklärwerk Obergartzem-Enzen überzuleiten. Zwei weitere neue Kanalleitungen von der K27 bis nach Eicks sowie von Eicks nach Gehn werden im Zuge der Arbeiten von der Stadt Mechernich gebaut. Die Planungen des Erftverbandes sind abgeschlossen. Erste vorbereitende Arbeiten haben im Februar stattgefunden.

Kläranlage Pesch

Die Kläranlage Pesch ist mit einer Anschlussgröße von 800 Einwohnerwerten die kleinste Kläranlage des Erftverbandes. Die Bauarbeiten am rund 1,96 Kilometer langen Verbindungskanal nach Gilsdorf starteten Ende Januar 2020. Sie kosten rund 1,9 Millionen Euro und werden voraussichtlich in diesem Jahr abgeschlossen. Aller Wahrscheinlichkeit nach kann die Kläranlage Ende 2020/Anfang 2021 vom Netz gehen.

Masterplan Abwasser

Der Bau der drei Verbindungskanäle erfolgt im Rahmen des Masterplans Abwasser 2025. Das 2013 erstellte Konzept sieht nach Mitteilung des Erftverbandes vor, kleine und unwirtschaftliche Kläranlagen stillzulegen und das Abwasser überzuleiten auf die großen Klärwerke des Verbandes. Seit 2014 wurden so bereits 14 Anlagen geschlossen. Nun nutze man die größeren Anlagen effizienter aus und verhindere hohe Investitionskosten für die Sanierung alter Anlagen. Das Zusammenlegen von Kläranlagenstandorten wirke sich auch positiv aus auf den Bereich der Klärschlammverwertung und Entsorgung.

Reduzierter Stromverbrauch

Durch Reinigen des Abwassers auf wenigen großen Anlagen reduziere sich insgesamt auch der Stromverbrauch. Der Erftverband verstärke dies durch Einsatz energieeffizienter Maschinen und Anlagen. Auch regenerative Energien aus Wind, Sonne und Klärgas spielten bis zum Jahr 2025 eine immer stärkere Rolle. Seit 2006 konnte der Erftverband den Stromverbrauch seiner Kläranlagen von 43,3 Millionen Kilowattstunden auf 33,3 Millionen Kilowattstunden im vergangenen Jahr senken. Fast 40 Prozent dieser Strommenge – rund 13 Millionen Kilowattstunden – erzeugte der Verband selbst aus Klärgas und zu einem geringeren Anteil aus Photovoltaikanlagen. Das bei der Abwasserreinigung anfallende Gas werde auf 16 der 32 Kläranlagen des Erftverbandes in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt und direkt auf den Kläranlagen genutzt. Der Erftverband reinigt das Abwasser von rund 1,2 Millionen Menschen und Industriebetrieben und betreibt 32 Kläranlagen, 144 Pumpstationen, 442 Regenbecken und drei Kanalnetze.

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