»Für uns war es ein wahrer Glückstag«

Nettersheim. »Am Samstag haben wir einen wahren Glückstag erlebt.« Die Endorphine beim Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann und seinem Nettersheimer Amtskollegen Wilfried Pracht wirkten dabei offensichtlich noch nach. Denn beide trugen ein breites Lächeln im Gesicht, als sie uniso verkünden konnten: »Die Gesamtschule Nettersheim-Blankenheim hat die geforderten Anmeldezahlen erreicht.«

Die Erleichterung war beiden Bürgermeistern deutlich anzumerken. Um die Gesamtschule gründen zu können, hatte die Bezirksregierung Köln gefordert, dass für diesen Schultyp mindestens 100 Anmeldungen aus den 34 Dörfern der drei Kommunen Nettersheim, Dahlem und Blankenheim vorliegen mussten. »Das«, so Wilfried Pracht, »haben wir am Samstag erreicht.« Alexander Hack von der Realschule Blankenheim, der gemeinsam mit Evi Balduin, Leiterin der Hauptschule Nettersheim, sowie Susanne Daams-Steinert, Leiterin der Gesamtschule Weilerswist. für das Anmeldeverfahren zuständig war, nahm die 100. Anmeldung entgegen. »Das betreffende Kind«, konnte Hack immerhin verraten, »kam dabei aus Nettersheim.« Mittlerweile ist die Zahl sogar auf 109 angestiegen und bis zum endgültigen Anmeldeschluss am 8. März kämen noch weitere hinzu. Da die geforderten 100 Anmeldungen aus den drei Kommunen Nettersheim, Blankenheim und Dahlem vorliegen, darf die neue Gesamtschule nun auch Schüler aus umliegenden Kommune annehmen. »Bislang«, verriet Wilfried Pracht, »hat es auch Anmeldungen aus Hellenthal, Kall und Mechernich gegeben.« Eine offizielle Genehmigung der neuen Schule durch die Bezirksregierung steht zwar noch aus, doch »intern ist uns signalisiert worden, dass diese Angelegenheit nur noch Formsache ist«, so der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann. Die Bezirksregierung werde sich erst nach Abschluss des offiziellen Anmeldeverfahrens äußern. Pracht und Hartmann verhehlten nicht, über die Entwicklung sehr erleichtert zu sein. Nach dem ersten Scheitern einer Gemeinschaftsschule habe man sich bewußt Zeit gelassen, um die neue Gesamtschule ordentlich vorzubereiten. Beide wiesen in diesem Zusammenhang auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der drei Kommunen hin, rund 60 bis 70 Menschen hätten den neuen Schultyp tatkräftig auf den Weg gebracht. Diesem Lob konnte sich auch Evi Baldiun anschließen. Schließlich sei es nicht selbstverständlich, dass die Pädagogen an den nun auslaufenden Schulen »alle die Gesamtschule gewollt haben und in bemerkenswerter Weise ein pädagogisches Konzert erarbeitet konnten.« Sehr zufrieden mit dem Verlauf der Anmeldungen zeigte sich auch Susanne Daams-Steinert: »Die Zusammensetzung des ersten Gesamtschuljahrgangs ist sehr ausgewogen.« Die Empfehlungen für die Haupt- oder Realschule sowie für das Gymnasium seien in etwa gleich stark vertreten. Das gilt auch für das Verhältnis von Jungs und Mädchen, das ebenfalls ausgewogen ist. Zudem wird es auch eine integrative Lerngruppe geben, der unter anderem fünf Kinder mit Förderbedarf angehören werden. Befürchtungen umliegender Gymnasien, die Gesamtschule könnte ihnen Schüler abnehmen, haben sich laut Pracht nicht bewahrheitet: »Der Anteil der Grundschüler, die zum klassischen Gymnasium wechseln, liegt bei 43 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben.« Bemerkenswert sind laut Rolf Hartmann auch die Anmeldezahlen aus der Gemeinde Dahlem, die um die 20 Schüler liegen. In dieser Kommune hatten sich Eltern in der Vergangenheit auch des öfteren für den Schulweg ins benachbarte Rheinland-Pfalz entschieden. Den nächsten Schritt wird nun die Politik gehen, die einen Zweckverband für die Gesamtschule beschließt, der von den Kommunen Nettersheim und Blankenheim finanziell getragen wird. Nach der offiziellen Genehmigung der Gesamtschule durch die Bezirksregierung wird laut Susanne Daams-Steinert ein kommissarischer Schulleiter ernannt, der sich dann ein Lehrerkollegium zusammenstellen darf. Idealerweise sei dieses Kollegium zu je einem Drittel aus gesamtschulerfahrenen Pädagogen, Lehrern der bisherigen Schulen sowie Junglehrern besetzt. Die Jahrgänge 5 bis 10 werden künftig am Schulzentrum Blankenheim unterrichtet, die künftige Oberstufe zieht nach Nettersheim. Die beiden Hauptschulen in Blankenheim und Nettersheim sowie die Realschule bleiben bestehen und laufen aus.

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