Nettersheim blüht ganz wild auf

Kostenlose Ausleihe von Gerätschaften

Nettersheim. Eine der vielen Auszeichnungen, über welche die Gemeinde Nettersheim verfügt, ist der Titel »Bundeshauptstadt für Naturschutz«. Diesem Ruf möchte man nun mit einem besonderen Projekt mal wieder gerecht werden.

»Es geht«, verrät Nettersheims Bürgermeister Norbert Crump, »um den Ausbau und den Erhalt der Bioversität in unserer Gemeinde.« Und da hat man nicht ein ganz großes Projekt im Blick, sondern unter dem Motto »Ökosystem Nettersheim« soll es in der Gemeinde ziemlich wild hergehen.

Wildwiese

Wie diese Wildheit aussehen soll, kann man momentan in Zingsheim direkt am Rathaus sehen. Dort weicht der vormals grüne Rasen einem breiten Streifen, der mit einer Wildwiese eingesät wird. Dieser Streifen zieht sich dabei bis zur Grundschule hin. Auch am Literaturhaus in Nettersheim soll es wild werden. »Solche Wildwiesen sollen überall in den Orten der Gemeinde entstehen«, so der Wunsch von Norbert Crump. Damit viele kleine Nischen entstehen können, setzt man in Nettersheim ganz auf die Unterstützung der Bevölkerung. Sie sei ganz herzlich eingeladen, neue Lebensräume zu schaffen.

Maschinen kostenlos ausleihen

Und damit es auch einen besonderen Anreiz gibt, hat die Gemeinde spezielle Maschinen angeschafft, mit denen die Anlage einer Wildweise wesentlich leichter von der Hand geht. Zu diesen Werkzeugen zählen eine Schälmaschine, um in einem ersten Schritt den bislang akkurat geschnittenen Rasen zu entfernen. Anschließend wird mit einer Fräse das Erdreich gelockert, dann das Saatgut ausgebracht und anschließend mit einer Walze angedrückt. Das Besondere an der Sache ist, dass sich die Bürger der Gemeinde Nettersheim diese Gerätschaften kostenlos (!) ausleihen können. »Sie stehen fertig zum Abtransport auf einem Anhänger bereit, man braucht nur noch eine Anhängerkupplung«, so Crump.

Kontakt

Wer die Gerätschaftschaften leihen möchte, braucht nur unter Tel.: 02486/1770 anzurufen und einen Termin auszumachen. Bei der Abholung wird man nicht nur in die Handhabung der Maschinen und die Anlage einer Wildblumenwiese eingewiesen, man erhält auch noch kostenlos fünf Tüten Saatgut, die für rund 50 Quadratmeter ausreichen. Wird mehr benötigt, erhält man dieses Saatgut dann zum Selbstkostenpreis. Ein positiver Nebeneffekt ist zudem, dass sich der Pflegeaufwand auf den öffentlichen Flächen, die natürlich auch dort, wo es geht, wild werden, erheblich für den Bauhof verringert.

Bürger pflanzen Artenvielfalt

Zudem hat man die Aktion »Bürger pflanzen Laubbäume« in »Bürger pflanzen Artenvielfalt« umbenannt - mit erfreulichen Zahlen. Waren es zuvor rund 35 Bürger, die sich meldeten, sind es nun mehr als 100 gewesen. Folge: Künftig soll diese Aktion zweimal im Jahr stattfinden. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, in Zeiten des Klimawandels in den Orten »Schatteninseln« zu schaffen. Mit der Pflanzung von Eichen oder Linden biete man dann im Zusammenspiel mit Obstbäumen und Wildwiesen über das ganze Jahr hindurch Lebensräume für viele Arten.

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