Die Hoffnung ist lebendig

Große Freude über neues Heim an alter Stätte

Oberhausen. »Es gibt lebendige Hoffnung« - ein Plakat mit dieser Aufschrift befindet sich vor einem Haus in der Straße »An der Ley« in Oberhausen. Aufgestellt haben dieses Schild Marianne und Rudolf Paulson - und beide wissen sehr gut um die tiefe Bedeutung dieses Satzes.

Denn am 1. April des Jahres 2019 haben beide nur mit sehr viel Glück einen verheerenden Brand überlebt. »Nur fünf Minuten später hätte es für uns keine Rettung mehr gegeben«, erinnert sich Rudolf Paulson an die furchtbare Nacht. Es war die Zeit, als eine Serie von Brandstiftungen, zu deren Opfer auch die Familie Paulson wurde, das Schleidener Tal erschütterte.

Brandstiftung

Ein Jugendlicher hatte den Sperrmüll entzündet, den man am Carport des Hauses zum Abtransport am nächsten Morgen bereit gelegt hatte. Die Flammen griffen sehr schnell auf das Fachwerkhaus über. »Ich konnte sehen, wie das komplette Haus in Flammen stand«, erinnert sich auch Lukas Pütz an die Vorgänge. Er befand sich unter den Feuerwehrleuten, die in dieser Nacht mit ihrem Einsatz noch Schlimmeres verhindern konnten. Nur das Haus der Familie Paulson war nicht mehr zu retten. Es brannte bis auf die Grundmauern aus.

Neues entstehen lassen

Zunächst saß der Schock tief, doch schon bald beschloss das Ehepaar, der Hoffnung Raum zu geben und an zerstörter Stelle Neues entstehen zu lassen. »Wir wollten nicht aus Oberhausen weg, wir fühlen uns wohl hier«, so Marianne und Rudolf Paulson. Zu dankbar sind sie den vielen Menschen, die geholfen und unterstützt haben. Noch in der Nacht begann die große Hilfsbereitschaft, mit der die Familie durch die letzten Jahre getragen wurde.

Vielfältige Hilfe

Und die Hilfe war vielfältig. So sammelte etwa die Maigesellschaft spontan beim Maifest stolze 3000 Euro für das Ehepaar - nur ein Beispiel von vielen. Dennoch gestaltete sich der Wiederaufbau des neuen Hauses buchstäblich steinig. Rudolf Paulson nennt ein Beispiel: »Das alte Haus war im hinteren Teil auf den Felsen aufgesetzt. Das ist heute aber nicht mehr statthaft.« Folge: Der Fels musste weggestemmt werden. Ende des Monats wird das Ehepaar ins neue Haus einziehen können.

Dank

Und zum Dank wurden alle, die zum Gelingen des Vorhabens beigetragen haben, zu einem geselligen Umtrunk eingeladen. Übrigens: Für die Paulsons und ihre Nachbarn bleibt es spannend, denn die neue Brücke über die Olef soll laut Bürgermeister Ingo Pfennings bald in Angriff genommen werden. »Das hatte uns der Vorbesitzer schon bei unserem Hauskauf angekündigt«, schmunzelte Rudolf Paulson, »und der war vor 24 Jahren ...«

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.