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Pferdehufe vom Eisen befreit

Chris Collins ist leidenschaftlicher Barhufpfleger

Oberhausen. »Ein Pferd ist nur so gut wie sein schlechtester Huf«, zitiert Chris Collins ein altes Sprichwort der Cowboys und ist damit gleich mitten in dem Thema, das seine Profession geworden ist.

»Um gute Hufe zu haben, braucht ein Pferd keine Eisen«, lautet die Überzeugung von Chris Collins, zu der er in langen Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Pferden gelangt ist. Von Pferden fasziniert war Chris Collins schon während seiner Kindheit, die er in Louisiana in den Südstaaten der USA verbracht hat. Dort ist er geboren worden und konnte wilde Pferde erleben, die ohne Hufeisen weite Strecken zurücklegen.

Hingebungsvolle Pflege

Richtig eng wurde seine Beziehung zu Pferden, als er seine erste eigene Araberstute erhielt. »Die war noch ganz wild, hatte kaum Kontakt zu Menschen gehabt«, erinnert sich Chris Collins, der damals schon in der Eifel lebte, die er seit 1996 seine Heimat nennt. Im vertrauensvollen Umgang mit dieser Stute habe er sehr viel über die faszinierenden Tiere gelernt. Seine Erkenntnis ist: »Ich sehe Pferde als loyale, vertraute Begleiter, die unseren größten Respekt und hingebungsvolle Pflege verdient haben.«

Hufpflege zum Beruf gemacht

Für Chris Collins war schnell klar, dass er sich auch beruflich dem Wohlergehen der Pferde widmen wollte. Er stieß sehr schnell auf das umfassende Thema »Pferdehuf« und wurde ein Anhänger von Pete Ramey und Jamie Jackson. »Die waren beide selbst Hufschmiede und haben gesehen, was sie mit ihrer Arbeit anrichten«, so Chris Collins. »Durch sie bin ich ein treuer Anhänger der natürlichen Hufbearbeitung geworden.«

"Eisen schadet"

Für den Barhufpfleger aus Oberhausen steht fest: »Eisen schaden dem Huf. Sie heben den natürlichen Hufmechanismus auf und verhindern den natürlichen Bodenkontakt.« Die Folge sei, dass das Wachstum des Hufhorns vermindert und damit ein allmählicher Schwund des Hufes verursacht werde. Individuelle Betrachtung des einzelnen Hufes Aus einem Huf kann Chris Collins viel herauslesen. »Er verrät durch seine Ausprägung beispielsweise, auf welchem Untergrund das Pferd gestanden hat.« Sei der Huf eher breit, dann sei der Untergrund eher weich. Ein steiler Huf deute auf hartes Geläuf hin.

Individuelle Behandlung

Dieses kleine Beispiel zeige, dass jeder Huf individuell betrachtet und behandelt werden müsse - »denn jeder Pferdehuf erzählt seine eigene Geschichte.« Im Prinzip könnte die Mehrzahl der Pferde, die heute noch Hufeisen tragen, auf barhuf umgewöhnt werden - mit dem entsprechenden Training und der richtigen Hufbehandlung. Dazu müsse bei den Pferdehalter noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, räumt Chris Collins ein. »Da sich bei der Behandlung der Pferde aber erste Erfolge einstellen, findet langsam ein Umdenken statt«, hofft er auf »Eisenfreiheit« auf den Pferdekoppeln.

Infos

  • Christopher »Chris« Collins absolvierte seine Ausbildung zum Barhufpfleger bei einer ganz großen Expertin auf diesem Gebiet in Deutschland, Annelie Michels aus Stebach im Westerwald.
  • Seine Ausbildung hat er im April 2017 mit der Prüfung beim staatlich anerkannten Institut »Gesellschaft Deutsche Huf- und Klauenpflege (GDHK)« beendet und ist seitdem »glücklicher Hufpfleger«.
  • Weitere Informationen: www.collins-hoofcare.com

 

 

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Kommentar von Gesa von Hatten
Der Artikel trifft sicher den Nerv der Zeit. Es ist gut das ein Umdenken stattfindet was den Gebrauch von Hufeisen beim Pferd angeht.
Es hätte mich jedoch gefreut wenn in dem Zuge auch die vielen Frauen erwähnt worden wären die als Hufpflegerinnen und Huforthopädinnen in der Eifel arbeiten.
Nichts gegen Herrn Collins, aber warum der Wochenspiegel Reklame für einen einzelnen Barhufpfleger macht entzieht sich meinem Verständnis. Es gibt in der Eifel verschiedene Institutionen für Barhufpflege und Huforthopädie und Leute die für diese Institutionen arbeiten.