Mayener als "Umweltpolizist" unterwegs

Mayen. In Zeiten von Corona macht Karl Moritz noch auf ein anderes Thema aufmerksam: die Afrikanische Schweinepest. Schließlich rückt die Infektionskrankheit von Polen kommend Deutschland immer näher.

Er sieht die Gefahr, dass durch illegal abgelagerten Müll am landwirtschaftlichen Weg zwischen Mayen und Alzheim sich die Wildschweine infizieren könnten. Auf dem angrenzenden Gelände hatten bereits Wildschweine gewütet, was deutlich zu erkennen war. „Wenn im Müll Nahrungsmittel sind, könnte die Krankheit eingeschleppt werden“, weiß der passionierte Jäger und ehemalige Lebensmittelkontrolleur. „Schon eine infizierte Scheibe Salami, die die Wildtiere fressen, würde ausreichen, sodass die Umgebung der Fundstelle zum Sperrbezirk erklärt werden muss.“ Mit weitreichenden Folgen für die Landwirte, die Schweine in ihren Ställen halten.

Als der Rentner bei seinem täglichen Spaziergang mit seiner Deutschkurzhaar-Hündin Yanka die zwei bis drei Kubikmeter Müll (Plastikmüllsäcke und -kanister, Flaschen, Dosen, Pappe und mehr) neben dem asphaltierten Weg fand, war für ihn klar: „Ich muss handeln.“ Sofort informierte er das Veterinäramt, die Polizei, den NABU, Hegeringleiter Christian Geisbüsch und den städtischen Bauhof. Letzterer transportierte schließlich die Müllberge von der Fundstelle ab. Moritz lobt die stets gute Zusammenarbeit mit dem Bauhof, wenn er fündig wurde. Seit vielen Jahren („schon zu Zeiten, als Günter Laux Oberbürgermeister war“) sammelte er Müll auf Wegen, an Feldern und Wäldern ein. Denn er sieht den Umweltschutz als vorrangige Aufgabe für jeden an. „Wenn jeder seinen Beitrag leistet, wird der Müll verschwinden“, ist der 72-Jährige überzeugt. Als frustrierend empfindet er, dass er an einem Tag den Abfall entfernt und er am nächsten Tag wieder neuen findet. Doch an der Stelle, wo kürzlich die Wildschweine wütenden, fand er den Abfall eher zu fällig, denn er hatte seine 600 Euro teure Brille verloren und machte sich auf die Suche – auch im Unterholz und etwas abseits vom Weg. Dadurch wurde er auf die große „Sauerei“ aufmerksam. Er wird sich auch in Zukunft für eine saubere Umwelt einsetzen und sich bei der kürzlich in Mayen ins Leben gerufenen Ehrenamtsinitiative des Landes „Ich bin dabei“ engagieren – aber nicht als „Umweltpolizist“, sondern als ein Jäger, der als Umweltschützer unterwegs ist.

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