Nächster Halt: Orbit

Mayen. Schülerinnen und Schüler des Mayener Megina Gymnasiums arbeiten daran, einen "Schul-Satelliten" in den Weltraum zu schicken.

 Rund 50 Jahre nach der Mondlandung ist mit Astronaut Alexander Gerst die Faszination Weltraum vor allem bei vielen Deutschen neu entfacht. Mit seiner Art und seinen atemberaubenden Aufnahmen aus dem All, begeistert "Astro-Alex" Millionen. Doch vielleicht sind demnächst alle Augen auf Mayen gerichtet, genauer gesagt auf das Megina Gymnasium. Denn dort wird derzeit daran gearbeitet, das "Unmögliche möglich zu machen". "Wir planen einen selbst entwickelten und gebauten Satelliten ins All zu befördern", erklärt Schüler und Projekt-Teilnehmer Max von Wolff bei der offiziellen Präsentation am Megina Gymnasium diesen Montag.

"Per Anhalter in die Galaxis"

Der Satellit soll - so der Plan - als Ausgleichsgewicht an einer Rakete ins All fliegen. Solche sogenannten "Cubesats" - zu Deutsch Würfelsatelliten - wurden bislang nur von Universitäten genutzt, um verhältnismäßig kostengünstig Experimente durchzuführen. Das Megina Gymnasium ist somit weltweit eine der ersten Schulen, die sich dieser herausfordernden Aufgabe stellt. Doch der "Hang zum All" ist am Mayener Gymnasium nicht neu. Bereits 2012 gab es den ersten Kontakt in den Weltraum, als Schülerinnen und Schüler per Funk mit der Besatzung der ISS kommunizierten. Nur ein Jahr später besuchten sogar zwei Astronauten das Gymnasium auf dem "Knüppchen" und 2016 ging es erstmals selbst "hoch hinaus". Damals ließen die jungen Forscher einen Stratosphären-Ballon steigen.

Ehrgeizige Weltraummission

Mit der Entwicklung und dem Bau des Satelliten erreicht das 17-köpfige "MeginaSat"-Projekt-Team aber ein neues Level. Der Satellit, der rund 50.000 Euro kosten wird, soll - in 400 Kilometern Höhe angekommen - hochauflösende Bilder aus dem Erdorbit aufnehmen und via Licht zum Gymnasium in die Eifelstadt senden. "Eine Lichtquelle wird sehr schnell an- und abgeschaltet, was ähnlich wie beim Morsen die zu übertragenen optischen Daten darstellt", fasst Max von Wolff den komplexen Sachverhalt zusammen. Dennoch, ganz so einfach wird das Vorhaben nicht. "Wir werden noch rund sechs bis zwölf Monate brauchen, bis wir soweit sind, dass wir uns für einen 'Raketen-Platz' bewerben können und mit zahlreichen Universitäten in den Wettkampf treten. Und die Startgenehmigungen sind heiß begehrt. Nur wenn wir überzeugen, können wir unsere Reise antreten", erklärt Lehrer und Projektkoordinator Michael Sexauer.

Anreiz für den Nachwuchs

"Dieses einzigartige und ganz besondere Projekt zeigt, dass Schülerinnen und Schüler Großes leisten können. Und es kann potenzielle Nachwuchstalente für Wissenschaft und Forschung begeistern", zeigte sich Bildungsministerin und Schirmherrin des "MeginaSat"-Projekts Dr. Stefanie Hubig beeindruckt.

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