Premiere für neuen Vorstandsvorsitzenden

Volksbank RheinAhrEifel zieht Bilanz

Mayen. Zukunftsweisend: "Volksbank RheinAhrEifel" zieht positive Bilanz zum Fusionsjahr 2019. Bilanzsumme liegt – trotz schwierigem politischen und wirtschaftlichen Umfeld – bei 3,7 Milliarden Euro. "Strafzinsen" sollen vorerst umgangen werden.

Es war eine Bilanz-Pressekonferenz mit gleich zwei Premieren: zum ersten Mal nach zehn Jahren stand nicht Elmar Schmitz, sondern Sascha Monschauer als neuer Vorstandsvorsitzender der "Volksbank RheinAhrEifel eG" vor den anwesenden Pressevertretern, um die Bilanz zu präsentieren, und es war die erste, seit die Bank im vergangenen Jahr mit der "Volksbank Koblenz Mittelrhein" fusionierte.

"2019 war ein Jahr der Herausforderungen - sowohl politisch als auch wirtschaftlich. In diesem schwierigen Umfeld ist es uns dennoch gelungen, zwei Banken zusammen zu bringen. Das ist weder technisch noch kulturell einfach, aber wir können jetzt sagen, dass wir auf einem guten Weg sind", resümierte Sascha Monschauer den Zusammenschluss, der für beide Banken "zukunftsweisend" sei.

Grund zur Sorge sehe Monschauer aber auf anderer Ebene. Als Vorstandsvorsitzender äußere er sich normalerweise nicht zu politischen Themen. Die Entwicklungen aber an den linken und vor allem rechten politischen Rändern würden ihn jedoch in Sorge versetzen. Er wolle sich später nicht fragen müssen, warum er sich nicht öffentlich geäußert habe.

Das Jahr in Zahlen

Der Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 hingegen falle positiv aus: Mit einem Plus von 175 Millionen Euro (rund fünf Prozent) stieg die Bilanzsumme auf rund 3,7 Milliarden Euro. Auch die Eigenmittel konnten gestärkt werden und liegen nun bei fast 400 Millionen Euro.Bei den Kundeneinlagen sei ebenfalls ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro vertrauten die Kunden der Bank an. Ebenso verzeichnete sie seitens der Kundenkredite ein deutliches Plus: sie stiegen - im Vergleich zum Vorjahr - um 100 Millionen Euro (4,4 Prozent) auf 2,4 Milliarden Euro. Insgesamt stellte die Bank neue private und gewerbliche Kredite in Höhe von mehr als 605 Millionen Euro bereit.

Der Vertreterversammlung im Mai wird darüber hinaus die Ausschüttung einer Dividende an die Eigentümer und Mitglieder in Höhe von fünf Prozent vorgeschlagen.

Ein starker Partner

Grund für den Erfolg der Bank sei aber vor allem Eines: "Ich bin davon überzeugt, dass das, was uns besonders auszeichnet, das Menschliche ist. Hierin vor allem liegt die Stärke unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betonte der Vorstandsvorsitzende. Obwohl sich das Kundenverhalten stark wandle und digitale Angebote immer stärker genutzt würden, wolle man auch weiterhin "nah am Kunden" sein und in Service und Beratung investieren. "Digital " und "persönlich" müssten sich nicht ausschließen, sondern könnten sich – im Gegenteil – ergänzen.

Die Kunden würden den Einsatz der Bank mit ihrem Vertrauen quittieren. Das zeige sich unter anderem am Zuwachs der Mitglieder- und Kundenzahlen: über 2.700 neue Mitglieder und mehr als 4.200 neue Kunden konnte die Bank 2019 für sich gewinnen.

Die positive Entwicklung der Bank habe auch Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen. 7,3 Millionen Euro wurden an Lohnsteuer für die Mitarbeiter abgeführt, weitere 7,3 Millionen flossen an Ertragssteuern.


Neben den Steuerzahlungen profitierten zahlreiche Vereine, Schulen, Kindergärten und gemeinnützige Institutionen in der Region von der Ertragskraft der Volksbank. Rund 840.000 Euro flossen in Form von Spenden und Sponsoring für gute Zwecke. Die Bürgerstiftung der Bank unterstützte 429 Projekte mit rund 219.000 Euro. Mit dem Zukunftspreis Heimat investierte die Bank seit 2008 bereits 400.000 Euro in gute Ideen. Über die Spendenplattform „Viele schaffen mehr“ wurden bislang rund 100.000 Euro für Vereine und Initiativen gesammelt

Ausblick auf 2020

Auch auf das laufende Geschäftsjahr blicke man positiv. "Ich bin überzeugt, dass 2020 ein gutes Jahr wird, auch wenn wir uns weiterhin auf einem niedrigen Zinsnevau bewegen." Mögliche Verwahrentgelte (sogenannte "Strafzinsen") müsste die Bank prüfen. Man versuche diese aber so lange es gehe zu vermeiden und sei sich sicher, dass 99 Prozent der Kunden diese durch "sinnvolle Vermögensstrukturierung" umgehen könnten.

Um- statt Abbau

Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Digitalisierung werde man zudem die gesamte Filialstruktur überprüfen müssen Schon jetzt stehe aber fest: auch in Zukunft wird man am Standort Daun festhalten. Statt das bisherige Bankgebäude aufwendig und kostenintensiv zu renovieren und modernisieren, habe man sich dazu entschlossen, an anderer Stelle neu anzufangen. "Wir investieren einen hohen einstelligen Millionenbetrag in einen Neubau in der Abt-Richard-Straße 8. Dort wird ds Gebäude, das sich direkt gegenüber dem jetzigen Standort befindet, abgerissen", so der Bank-Chef. Die jetzige Filiale habe man bereits an einen regionalen Investor verkauft und eine "lebendige" Nachnutzung des Gebäudes vertraglich sichergestellt. Erste Umbaumaßnahmen seien bereits angelaufen.

Weniger rosig sieht es hingegen für den Regionalmarkt AhrBrohltal aus. Zum 31. März 2020, so der Vorstandsvorsitzende, werde man die Geschäftsstellen Augustinum, Altenahr sowie Westum schließen und in  SB-Filialen umwandeln.

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