Ein Zeichen für Frieden und Toleranz

Thür. In Thür ist jetzt - 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs - ein Gedenkstein für die ehemaligen jüdischen Bürger der Gemeinde an der Ecke Mendiger Straße/Hagelstraße aufgestellt worden.

Rund 40 Männer, Frauen und Kinder jüdischen Glaubens wohnten im 19. Jahrhundert in Thür. Zusammen mit den Kottenheimer Juden bildeten sie eine Synagogengemeinde. Die gemeinsame Synagoge wurde 1884 in der Hagelstraße errichtet. 1894 kam noch ein jüdischer Friedhof in Richtung Straßburger Hof hinzu. Die Juden waren ein Teil der Dorfgemeinschaft, wie es Friedrich Hermes in einem geschichtlichen Überblick darstellte. "Zwei jüdische Mitbürger gehörten beispielsweise zu den Gründungsmitgliedern des Männergesangvereins Germania im Jahr 1905", so Hermes. Während der nationalsozialistischen Diktatur wurde alles anders. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 schändeten SA-Mitglieder die Synagoge und den Friedhof. Elf Juden konnten sich durch Emigration vor dem Zugriff der Nazis entziehen; zwölf wurden in Konzentrationslagern ermordet. Nach dem Krieg gab es kein jüdisches Leben in Thür mehr.

Auf Initiative des Kultur- und Verschönerungsvereins wurde jetzt von der Künstlerin Steffi Pung ein Gedenkstein erstellt, der, so Ortsbürgermeister Rainer Hilger, für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben stehen und der Jugend ein Beispiel geben soll. Eingesegnet wurde der Stein - unter großer Anteilnahme der Bevölkerung - von Pastor Ralf Birkenheier und dem Kantor der jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, Josef Pasternak. 

Foto: Pauly

www.thuer-eifel.de

 

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