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Grillkult mit Coby

Löf. Ganz Deutschland ist im Grillfieber. Was früher ein reines Sommervergnügen war, ist heute ein Ganzjahresereignis. Trotzdem grillt es sich bei schönem Wetter angenehmer, denn die Sommerzeit ist und bleibt die Grillzeit.

Grillen ist nicht gleich grillen: Galt in den 1980er Jahren der Schwenkgrill als das Maß aller Dinge und als Rolls Royce der Grillgeräte sind heute Gasgrills und Smoker das Nonplusultra aller Grillenthusiasten. Die Vita von Werner Grieß-Dany aus Löf ist ein Paradebeispiel für die eines ambitionierten Grillers. "Ich habe schon immer gerne Gegrilltes gegessen", beschreibt er die Grundvoraussetzung von allem mit einem Schmunzeln.

Grillen statt Fußball

2005 machte der Metallbauer dann Nägel mit Köpfen. Der erste selbstgebaute Grill ebnete den Weg für sein neues Hobby. "Fußball ging halt nicht mehr", lacht der Löfer, der dem runden Leder aber immer noch verbunden ist. "Ich hatte für die Alten Herren jüngst einen dicken Braten acht Stunden im Smoker. Der war so zart, den konnte man lutschen", erzählt Grieß-Dany mit stolz geschwellter Griller-Brust. Dass was als reines Hobby begann, ist heute für den Moselaner wesentlich mehr. Unter dem Label "Cobys Barbecue" hat er sich in der Region einen sehr guten Namen gemacht und Grillen ist für ihn längst mehr als Bratwurst und Steaks auf dem Rost zu drehen. Da wäre zum einen sein selbstgebauter Barbecue-Smoker. "Das indirekte und langsame Garen mit einer gut steuerbaren Temperatur macht die Speisen besonders schmackhaft. Der Rauchgeschmack ist einfach lecker. Mit dem Smoker kann man aber auch alles grillen", schwärmt der Experte von seinem Grillgerät und seinem Grillgut, das von Spare-Ribs über Braten bis hin zu gefüllten Paprika alles umfasst, was des Grillers und nicht zuletzt des Essers Herz vor Freude hüpfen lässt. "Das Entrecôte ist für mich nicht nur das beste Stück vom Rind, sondern auch mein Grill-Liebling. Bei diesem Stück gilt es den Garpunkt optimal zu treffen", doziert Coby.

Um die Deutsche Meisterschaft grillen

Dass der Löfer so akribisch an das Grillen herangeht hat neben der Zufriedenheit über sein Tun auch den Grund, dass er für das Wettbewerbsgrillen Feuer gefangen hat. "2014 war ich als Zuschauer bei der Deutschen Grillmeisterschaft. Der Wettbewerb hat mich fasziniert, so dass ich mich zum Juror habe ausbilden lassen und ein Jahr später erstmals in der Jury der Deutschen Meisterschaft dabei war", berichtet Coby. Im vergangenen Jahr formierte er dann ein eigenes Team und grillte in Fulda selbst um die Krone mit. Mit seinem viergängigen Grill-Menü (Wolfsbarsch, Schweinebauch, American Flapsteak – jeweils mit Beilagen – und Käseküchlein mit Waldbeeren) belegte er letztlich den 14. Platz. Jeder Gang musste zwölfmal angerichtet werden – einmal zur Dekoration, um den Jurymitgliedern das Genusserlebnis zu ermöglichen. "Ich lag bei allen Gerichten im Mittelfeld. Das war absolut in Ordnung. Die Meisterschaften waren aber sowieso ein tolles Erlebnis. 25.000 Zuschauer, 70 Aussteller und 40 Grillteams sagen viel über die Wertigkeit aus", so Wener Grieß-Dany, der in diesem Jahr wieder in der Jury mitwirkt, 2019 aber wieder mit einem eigenen Team starten will. Dafür braucht er allerdings ein Team von fünf bis sechs Mitstreitern. Bei den Meisterschaften lässt er sich auch gerne von den Mitgrillern inspirieren. "Ich probiere aber immer alles selber aus und meine Barbecue-Gewürze rühre ich mit einem Marinade-Geheimrezept an", lacht der Moselaner vielsagend.

Nicht nur des Fleisches Lust

Er ist aber nicht nur auf die fleischliche Lust festgelegt. Da darf es schon einmal eine gefüllte Paprika mit Couscous-Salat, Chili-Feigen, Ziegenkäse, getrockneten Tomaten und Rosmarin sein. Wenn möglich setzt er auf regionale Produkte vom "lieblichen Riesling für die Marinade" bis hin zum Fleisch, das er von einer heimischen Metzgerei bekommt. Zurück zum Grillgerät: Auf den selbst gebauten Smoker lässt Grieß-Dany nichts kommen. "Er ist Holz sparend und lässt sich auch schnell umbauen, so dass ein Spanferkel, das sich am Spieß dreht kein Problem ist", sagt der Löfer. Wer Coby nach seiner Motivation fragt, der bekommt dann auch prompt eine kurze, aber prägnante Antwort: "Ich habe Spaß am Grillen!"

Fotos: Pauly

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