109 Tage Vollgas

Kottenheim. Auch die Kottenheimer Jecken mussten am Aschermittwoch die Fasenacht begraben und die Regentschaft von Prinzessin Tina I. aus der Prinzengarde für beendet erklären.

Anders als in den Vorjahren, wurde die Prinzessin ade dieses Mal jedoch nicht um Mitternacht symbolisch zu Grabe getragen, sondern verabschiedete sich wenige Stunden zuvor singend von ihrem Volk am Platz der Kotteme Fasenacht. Dabei rann die ein oder andere Träne der ehemaligen Regentin über die Wange und auch Kim Zäck, die stellvertretend für den Hofstaat das Wort an Prinzessin und Umstehende richtete, versagte die Stimme.

Im stimmungsvollen Fackelschein der aufgereihten Gardisten bewiesen die Mitglieder des Hofstaats Susanne und Sandra Emmerich, Mario und Kim Zäck, Kristina Zender, Simon und Sebastian Krämer und Philipp Franzen ein letztes Mal ihr sängerisches Talent und verabschiedeten sich ebenfalls von ihrer Prinzessin und der fünften Jahreszeit.

Sitzungspräsident Klaus Haag dankte anschließend der scheidenden Regentin und ihrem engagierten Gefolge für 109 Tage Vollgas. Eine denkwürdige Zeit liegt somit hinter der ehemals karnevalistischen Führung, an die sich auch die Gäste im Kottenheimer Karneval noch lange erinnern werden.

Die KKG selbst blickt ebenfalls auf eine sehr erfolgreiche Session 2018/2019 zurück. 109 Tage Vollgas haben nämlich nicht nur die Frau mit dem Zepter und ihre Mitstreiter gegeben, sondern auch die über 100 Helfer, die das bunte Treiben jedes Jahr aufs Neue wieder vorbereiten und begleiten. Die vielen helfenden Hände, die Sänger, Tänzer, Komödianten, die handwerklich, technisch und musikalisch Begabten, die Wagenbauer, Geldverwalter, Servicekräfte, und noch so viele mehr. Zumeist sind sie gesichtslos für das Publikum, aber ohne ihren Einsatz wäre ein so erfolgreicher Karneval nicht möglich. Beispielsweise waren die Damensitzungen mit über 2.500 verkauften Eintrittskarten voll ausgelastet, über 1.700 Flaschen Wein wurden verkauft, auf der Rot-Weiß-Blaue Nacht und dem Rosenmontagsball flanierten prächtige Kostümgruppen in den ohnehin schon vollen Saal und schwangen zusammen mit den anderen Kostümierten das Tanzbein und selbst das stürmische und von Regen begleitete Wetter konnte die Besucher nicht vom Rosenmontagszug fern halten.   

Alles in allem eine gelungene Session und dank all der Helfer vor und hinter den Kulissen ein solider Grundstein für die nächste närrische Zeit.

Fürs Erste wurde der Karneval zwar beerdigt, aber nur, um am 16.November wieder aufzuerstehen.

In diesem Sinne ein vorerst letztes „Kottem Alaaf“.

Fotos: Jürgen Krämer

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