Helle Köpfe werden dringend gesucht! (mit Video)

WochenSpiegel-Serie "Karriereschub 2018" startet

Karriereschub 2018. Alle reden vom Fachkräftemangel - die Eifel auch. Schon lange ist hier die Arbeitslosenquote niedriger als anderswo, doch das entwickelt sich zum Problem.

Gab es zur Jahrtausendwende seitenweise Stellenanzeigen, so wurde ihr Aufkommen in den folgenden Jahren immer dünner. Doch nun haben Fachkräfte aller möglichen Branchen bei der Zeitungslektüre wieder die freie Auswahl. Pflege, Industrie, Gastronomie, Handwerk… überall locken Unternehmen mit interessanten Jobs und attraktiven Rahmenbedingungen. Dabei war die Eifel noch nie Spitzenreiter bei den bundesweiten Arbeitslosenzahlen, sondern positionierte sich immer besser als der rheinland-pfälzische und erst recht besser als der deutsche Durchschnitt. Der sehr breit gefächerte mittelständische Branchenmix erweist sich – neben der Nachbarschaft zu Luxemburg – als Stabilitätsfaktor. Selbst wenn es mal in der einen oder anderen Branche nicht so rosig aussieht und die Auftragsbücher Lücken aufweisen: Immer sind nur Teile des Arbeitsmarktes betroffen.
Mittlerweile muss man sagen: waren betroffen. Denn branchenübergreifend macht sich ein gegenteiliges Problem bemerkbar und führt dazu, dass Unternehmen nicht so expandieren können wie erwünscht oder dass sie Aufträge im angefragten Volumen nicht erfüllen können.

Kein Mangel an Jobangeboten

Es fehlt nicht an qualifizierten Jobangeboten, sondern an qualifizierten Arbeitskräften und an beruflichem Nachwuchs. Die demografische Entwicklung mit einer immer älter werdenden Bevölkerung und einem immer größeren Rentnerheer kollidiert mit dem Wirtschaftsaufschwung.
Alle Ressourcen müssen angezapft werden: Ältere Arbeitnehmer werden als Erfahrungsschatz wiederentdeckt, Frauen nach der Familienphase zum Wiedereintritt in den Beruf ermutigt, Schulabsolventen und Studierende umworben. »Unser Fokus liegt darauf, die jungen Leute hier zu halten«, beschreibt Judith Klassmann-Laux von der kreiseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Vulkaneifel die Zielrichtung ihrer Bemühungen um die so genannte Bestandspflege. Es geht dabei nicht darum, neue Betriebe in der Region anzusiedeln, sondern die existierenden zu unterstützen. Die Suche nach Fachkräften gehört dazu.

Neugierig machen auf die Stärken

»Wir sehen großes Potenzial in den drei Gymnasien des Kreises, in der Berufsbildenden Schule mit ihren Zweigen, in der Realschule plus und im dualen Studium«, erläutert sie die Rekrutierung von beruflichem Nachwuchs. Alle Schulformen sind gefragt, die Erfassung der Schulabgängerzahlen ist in Arbeit. Mit Exkursionen zu den heimischen Unternehmen oder Berufsinfotagen sind, so die Erfahrung der WFG-Chefin, die jungen Leute durchaus zu begeistern. »Für die meisten ist es ein Aha-Effekt, wir sehen da überraschte Gesichter. Denn sie kennen zwar die großen Marken wie Gerolsteiner, aber nicht die vielen, vielen innovativen Mittelständler, die teils sogar als Hidden Champions von der Eifel aus ihre Marktnische international führen.« Tolle Jobs mit tollen Produkten – damit vor allem punkten die Firmen.
»Weiche Standortfaktoren wie Lebensqualität sind für das Hierbleiben junger Menschen nachrangiger«, ist Klassmann-Laux überzeugt. Freizeit, Kultur- und Sportangebote oder die  Kinderbetreuungsmöglichkeiten rücken erst später wieder in den Fokus. Und obwohl es manch einen jungen hellen Kopf erstmal aus der Vulkaneifel fort zieht, etwa zum Studium oder für erste Berufserfahrungen in überregional bekannten Betrieben: »Wir wollen frühzeitig motivieren, auch an eine Rückkehr zu denken.« (ako)

Weitere Infos: www.wfg-vulkaneifel.de und www.wochenspiegellive.de/karriereschub-2018

 

 

 

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